(Juli 2005)
Es gibt eine Reihe von Indizien, daĂ die PDS, zusammen mit Kollaborateuren bei der WASG, die Ăbernahme schon lange geplant hatte. Vordenker der PDS hatten das Konzept einer westdeutschen Sozialpartei links von der SPD schon ab 2002 in der Schublade. Die PDS-Vordenker taten dieses aus nackter Ăberlebensnotwendigkeit. Denn die PDS ist hoffnungslos ĂŒberaltert. Ihre traditionellen Infrastrukturen brechen im Raketentempo weg. Die PDS-FĂŒhrung leidet unter RelitĂ€tsverlust und zieht sich in parlamentarisch-administrative SphĂ€ren zurĂŒck. Die Strukturkrisen der PDS werden nach der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl 2002 offensichtlich. Dies ist der Wendepunkt, wo bei der PDS-eigenen Rosa-Luxemburg-Stiftung laut nachgedacht wird ĂŒber Rettungswege.
Eine RLS-Studie von Ende 2002 von AndrĂ© Brie/Michael Brie/Michael Chrapa geht noch von einer inneren ReformfĂ€higkeit der PDS aus, und macht eine Reihe vernĂŒnftiger VorschlĂ€ge. Jedoch bringt der nachfolgende Geraer Parteitag bei der PDS keine ReformansĂ€tze. Der alte Schlendrian geht weiter. Daraufhin verfaĂt Michael Brie im Mai 2003 eine Studie mit einem ganz neuen Konzept: PDSPlus. Die PDS soll sich wenigstens als Volkspartei in Ostdeutschland konsolidieren. Das Ăberleben der PDS ist aber nur denkbar, wenn in Westdeutschland eine neue Sozialpartei gegrĂŒndet wird, die dem Anschein nach selbstĂ€ndig ist. Ein âpersoneller Kernâ soll aber tatsĂ€chlich die Anbindung an die PDS gewĂ€hrleisten. Die neue Westpartei soll jene WĂ€hler erreichen, die nicht mehr die Altparteien wĂ€hlen, aber auch die PDS nicht wĂ€hlen wollen.
Im Februar verfaĂt PDS- und RLS-Mitglied Ralf KrĂ€mer auf westdeutscher Seite das GrĂŒndungsmanifest dieser neuen Sozialpartei West. Durch eine geschickte Heimlichtuerei wird die Mainstreampresse angelockt, und das Wort von der linkspopulistischen Partei macht die Runde. GesprĂ€chskreise grĂŒnden sich in Westdeutschland. Sie bilden den Kern der neuen Sozialpartei. PDS-Strategen wie Joachim Bischoff leiten die spontanen Inititiativen in die richtigen â PDS-kompatiblen – KanĂ€le.
Diesen Kreisen ist schon lange klar, daĂ im Falle eines angestrebten gemeinsamen Wahlkampfauftrittes der neuen WASG und der alten PDS nur eine der beiden Parteien ihre Liste beim Wahlleiter anmelden kann…