Archiv: Gehirn / brain / Bewusstein / awareness


09.06.2022 - 12:26 [ Reitschuster.de ]

Bundesgesundheitsminister warnt vor „Entzündung des Gehirns“

Vor vier Tagen hat er in seiner wirren Rede beim „Verband der Privaten Krankenkassen“ zugegeben, dass wegen der Corona-Maßnahmen eine Immunitätslücke entstanden sei, weshalb die „vulnerablen Gruppen erneut vulnerabel werden“, vorgestern verbreitete er Angst mit neuen Studienergebnissen zu Long-Covid. „Es verdichten sich die Studienhinweise, dass Long-Covid oft mit andauernder Entzündung des Gehirns einhergeht“, schreibt er in seinem Tweet. Doch sein Kommentar ist nicht aufgrund einer möglichen „Entzündung des Gehirns“ wegen Long-Covid so zündend, sondern weil er sich dabei auf eine Studie der Universität Amsterdam bezieht, die exakt zwei Probanden hatte und deren Kontrollgruppe aus drei Personen bestand.

23.01.2022 - 14:51 [ Daniel Neun / Radio Utopie ]

BBC-Filmreihe “The Trap” (III): Die Freiheit von Berlin oder Der “Kampf der Zivilisationen”

(18. November 2012)

Ohne den von Sartre erfundenen Existenzialismus ausführlich beschreiben, oder dessen inspirierende Wirkung auf die erstarrte, kapitalistische (und nicht zuletzt strunzlangweilige) Gesellschaft Westeuropas der 50er und 60er Jahre ausschließlich kritisch beäugen zu wollen, muss hier doch ein kleiner Umriss der Philosophie und des Menschenbildes von Sartre gezeichnet werden.

III

Sartre reisst in seinem Kopf den Menschen und dessen Psyche förmlich in Fetzen. Anschließend klebt er ihn als gefühllosen, willenlosen, identitätslosen, entleerten und einen von der – auf einen minimalen Realitätstunnel einer Gruppe oder Einheit geschrumpfte – Außenwelt („die Hölle, das sind die Anderen“) vollständig abhängigen situativen Roboter notdürftig als vollkommen relatives Wesen wieder zusammen. Und nennt das dann das „freie Individuum“.

Sartre trennt zuerst zwischen dem „Sein-an-Sich“ (der wirklichen Welt) und dem „Sein-für-sich“ (dem Bewusstsein).

Anschließend trennt Sartre das Bewusstsein auf, in Bewusstsein (ich gehe durch das Zimmer, ohne gegen den Tisch zu laufen) und Bewusstsein von Bewusstsein (ich weiß, dass ich durch das Zimmer gehe und nicht gegen den Tisch laufe, weil, ich bin ja nicht doof).

Auf der Ebene des Bewusstseins von Bewusstsein gibt es nun nach Sartre zwei Bewusstseinsgrade:
1. Bewusstseinsgrad: vorreflexives Bewusstsein von Bewusstsein („….“)
2. Bewusstseinsgrad: reflexives Bewusstsein von Bewusstsein („Hey, ich merke, dass ich durch das Zimmer laufe. Weil ich Bewusstsein habe. Ich habe Bewusstsein von Bewusstsein. Ich muss auf die Uni, so schlau bin ich.“)

Sartre definiert nun, dass das eigene Ich nur durch Bewusstsein 2. Grades überhaupt zustande kommt. Er relativiert Descartes und seinen berühmten Satz „Ich denke, also bin ich“, indem er diese Erkenntnis als Akt reflexiven Bewusstseins (Bewusstsein 2. Grades) definiert.

Fatale Folge der Sartre-Logik: Nicht jeder ist, auch wenn er denkt. Nur der ist, der denkt dass er denkt.

Das „für-sich“, das Bewusstsein, definiert Sartre als „Riss im Sein“ der wirklichen Welt des „an-sich“. Mit einem Wort: Sartre definiert das menschliche Bewusstsein als Nichts, was nur durch Spiegelei / Reflexion auf die wirkliche Welt (das Sein-an-sich) „geseint“ wird, sich das Sein „leiht“ und dadurch existiert – obwohl es zugleich nicht existiert. Ergo sei der Mensch nichts.

„Das Sein kann nur Sein hervorbringen. Das Nichts kann also (buchstäblich) nur durch Nichts hervorgebracht werden. Und weil wir es sind, durch welche das Nichts in der Welt erscheint, müssen wir so etwas ähnliches wie Nichts sein“

Konsequenterweise heißt Sartres Kunstwerk Numero Eins des Existenzialismus auch „Das Sein und das Nichts“. Als tausend Seiten langer Wälzer 1943 im besetzten Frankreich irgendwie durch die Zensur gerutscht.

Sartre definiert den Glauben an eine eigene Identität – mithin das Selbstbewusstsein im klassischen Sinne – als „schlechten Glauben“ und begründet die unabänderliche „Nichtidentität“ jedes Menschen wie folgt: da wir in einer Reflexion nur die Vergangenheit (Faktizität) reflektieren können, aber nicht das was wir in der nächsten Sekunde tun könnten (Transzendenz), sind wir nie was wir sind.

„Ich bin traurig“ gibt es also nicht. „Ich bin Politiker“ gibt es auch nicht. Und „Ich bin wahnsinnig“ natürlich auch nicht.

Jegliches Gefühl von Menschen beschreibt Sartre in seinen Entwürfen als „Bewußtseinsspontanität“ und behauptet, Emotionen seien „von außen“ überhaupt nicht beeinflussbar. Sartre sieht das ganze menschliche Dasein als Nichts, als „Riss im Sein“ und folgt damit im Kern den Thesen von Hegel („Das Absolute als das Werden ist die Einheit des Seins und des Nichts.“) und Heidegger (dessen These: das Philosophieren ist nichts anderes „als die Vorbereitung auf den eigenen Tod des Individuums.“)

Sartres Konzept ist das des vermeintlich durch sich selbst, nur durch Reflexion und in ewiger Abhängigkeit von „dem Anderen“ vollkommen formbaren Menschen, der sich seine eigene Realität schafft – oder besser gleich zwei. Nein, am besten gar keine.

„Bewusstsein ist das, was es nicht ist, und nicht das, was es ist!“

Und so weiter.

Ohne auf die tatsächlichen Entscheidungen, die Sartre in seinem Leben getroffen hat näher einzugehen: Sartres Philosophie, sein Menschenbild, kommt dem des „Fuchses“ von Isaiah Berlin, „welche viele Enden verfolgten, oft ohne Bezug zueinander und sogar widersprüchlich (..) unter Bezug auf keine Moral oder ästhetisches Prinzip“ verdammt nahe. Ebenso dem Zwiedenken / Doppeldenk aus George Orwells „1984“. Und natürlich dem großen Vorbild aller Dummquatscher und (politischen) Illusionisten bis heute, den „Sophisten des Römischen Imperiums; trainierten Rednern die der festen Überzeugung waren keine zu haben, da es keine Wahrheit gäbe sondern nur die (willkürlich definierte) „Realität“, die man zuerst sich und dann – par ordre du mufti du Macht des Faktischen – auch allen anderen einreden könne.

16.10.2021 - 07:32 [ Robert Puff Ph.D. / Psychology Today ]

What Is the Fundamental Key to Happiness?

(2016)

When our minds are still, all is well. We don’t suffer when we’re not creating negative mental stories. We must remember that these harmful stories are in our minds and when we quiet our minds, all our suffering ends.

16.10.2021 - 07:29 [ Scientific American / Twitter ]

Belief in conspiracy theories and overconfidence are two tendencies linked to hasty thinking.

14.10.2021 - 11:25 [ theGrayzone.com ]

Behind NATO’s ‘cognitive warfare’: ‘Battle for your brain’ waged by Western militaries

The US-led NATO military cartel has tested novel modes of hybrid warfare against its self-declared adversaries, including economic warfare, cyber warfare, information warfare, and psychological warfare.

Now, NATO is spinning out an entirely new kind of combat it has branded cognitive warfare. Described as the “weaponization of brain sciences,” the new method involves “hacking the individual” by exploiting “the vulnerabilities of the human brain” in order to implement more sophisticated “social engineering.”

11.10.2021 - 04:44 [ BBC ]

The fear of coronavirus is changing our psychology

(2nd April 2020)

For weeks, almost every newspaper has stories about the coronavirus pandemic on its front page; radio and TV programmes have back-to-back coverage on the latest death tolls; and depending on who you follow, social media platforms are filled with frightening statistics, practical advice or gallows humour.

As others have already reported, this constant bombardment can result in heightened anxiety, with immediate effects on our mental health. But the constant feeling of threat may have other, more insidious, effects on our psychology. Due to some deeply evolved responses to disease, fears of contagion lead us to become more conformist and tribalistic, and less accepting of eccentricity.

11.10.2021 - 03:12 [ opendemocracy.net ]

Transformation: The collective psychology of coronavirus

(17 March 2020)

All this makes me think about the stuff I’ve been working on over the last couple of years in the Collective Psychology Project (CPP), which I set up in 2018 – and in particular the importance of whether we respond to perceived threats by going into fight-or-flight or tend-and-befriend mode.

Fight-or-flight – or more accurately, fight / flight / freeze – is a natural reaction to threat or feelings of overwhelm. But it’s not particularly helpful in the face of a collective threat like coronavirus. It’s a primal response, not a considered one. It focuses on the interests of the individual, not the collective.

07.06.2021 - 12:45 [ Nachdenkseiten ]

Sachsen-Anhalt und die Fehler von SPD und Linken

Am Ende lässt das Wahlergebnis den kritischen Beobachter deprimiert und ratlos zurück. Es gibt zwar den Wunsch nach Alternativen und einer progressiven Politik, die sich gegen ein Auseinanderdriften der Gesellschaft, für eine fairere Reichtums- und Vermögensverteilung, für gerechte Renten und für eine Entspannungs- und Friedenspolitik stellt. Es gibt jedoch keine größere Partei, der die Wähler diese inhaltliche Ausrichtung abnehmen und in diesem Punkt haben die Wähler ja leider auch recht.

29.03.2021 - 04:47 [ ZDF ]

Wie Corona die Psyche belastet: Ein Blick in unser Gehirn

Was dabei genau passiert, ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Bereiche. Zum Teil lassen sich die Folgen der Pandemie direkt mit den Aktivitäten einiger Hirnareale in Verbindung setzen: Zumindest temporär passen sie sich strukturell den Veränderungen an.

02.02.2021 - 08:02 [ BusinessInsider.com ]

Elon Musk says Neuralink implanted a chip in a monkey’s brain, and now he ‚can play video games using his mind‘

Neuralink has been testing neural interfaces on animals for years. In a video released last year, Neuralink demonstrated its work on a pig named Gertrude.

02.02.2021 - 08:00 [ BusinessInsider.com ]

Elon Musk says there’s a chance his AI-brain-chip company will be putting implants in humans within a year

(May 7, 2020)

Elon Musk says the brain implant his company Neuralink is working on could potentially be ready to be put inside a patient within a year.
Musk made similar claims in 2019, saying that he hoped to have an implant in a patient by the end of 2020.

01.02.2021 - 21:30 [ Independent.co.uk ]

Elon Musk says he has ‘totally happy’ monkey with brain chip so it can play video games using its mind

Elon Musk has revealed that his Neuralink startup has implanted a wireless chip into a monkey’s brain in order to allow it to play video games.

The technology billionaire, who also heads SpaceX and Tesla, said the monkey “looks totally happy” and that Neuralink’s facilities meet US regulatory requirements.

16.05.2020 - 23:40 [ Informationsstelle Miitarisierung (IMI) ]

Cyber Valley, MPI und US-Geheimdienste

Ein militärisch-forschungsindustrieller Komplex?

09.05.2019 - 12:08 [ Spectator ]

Train your brain: How to keep your mind young

in the past decade, with the help of MRI scans and experiments on mice and monkeys, neuroscientists have demonstrated comprehensively that the human brain remains plastic throughout life. Like Victorian cartographers, they have mapped the landscape of the brain to show that old dogs can learn new tricks — and in fact they must, to keep in shape.

09.06.2018 - 19:48 [ xwolf.de ]

Das Recht auf Erinnerung

Würde es die Möglichkeit des digitalen Radiergummis geben, der auch auf das Gehirn von Menschen zugreift und den dazu notwendigen Schalter am Ende einer 100m Bahn legen würde, frage ich mich wer schneller danach rennen würde? Journalisten oder Politiker?

16.05.2018 - 11:02 [ South China Morning Post ]

‘Forget the Facebook leak’: China is mining data directly from workers’ brains on an industrial scale

The company said it could increase the overall efficiency of the workers by manipulating the frequency and length of break times to reduce mental stress.

Hangzhou Zhongheng Electric is just one example of the large-scale application of brain surveillance devices to monitor people’s emotions and other mental activities in the workplace, according to scientists and companies involved in the government-backed projects.

16.05.2018 - 10:48 [ Fefe ]

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen USA und China?

China:

Government-backed surveillance projects are deploying brain-reading technology to detect changes in emotional states in employees on the production line, the military and at the helm of high-speed trains

Und USA:

Amazon has patented designs for a bracelet that would monitor workers’ hand movements and use vibrations – known as “haptic feedback” – to point them in the right direction if they put their hands on the wrong places.

26.04.2018 - 12:56 [ xwolf.de ]

Das Recht auf Erinnerung

Würde es die Möglichkeit des digitalen Radiergummis geben, der auch auf das Gehirn von Menschen zugreift und den dazu notwendigen Schalter am Ende einer 100m Bahn legen würde, frage ich mich wer schneller danach rennen würde? Journalisten oder Politiker?

23.04.2018 - 10:44 [ xwolf.de ]

Das Recht auf Erinnerung

Würde es die Möglichkeit des digitalen Radiergummis geben, der auch auf das Gehirn von Menschen zugreift und den dazu notwendigen Schalter am Ende einer 100m Bahn legen würde, frage ich mich wer schneller danach rennen würde? Journalisten oder Politiker?