Die EuropĂ€ische Union wurde auf der Grundlage von Versprechen von Frieden, Freiheit, Wohlstand und strategischer Autonomie gegrĂŒndet. WofĂŒr steht sie heute? Krieg, Zensur, Autoritarismus, wirtschaftliche Stagnation, wenn nicht gar regelrechte Deindustrialisierung und geopolitische Unterwerfung unter Washingtons Diktat. Der britisch-italienische Publizist Thomas Fazi argumentiert, dass der gesamte Prozess der europĂ€ischen Integration, selbst in seinen VorlĂ€uferformen vor der EU, in erster Linie nicht als wirtschaftliches, sondern als politisches Projekt verstanden werden sollte: als ein Projekt, das darauf abzielte, die Massendemokratie zu entmachten, die die Eliten seit dem Zweiten Weltkrieg einzudĂ€mmen versucht hatten. Dieser Prozess erreichte mit der Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags einen Wendepunkt, der den Neoliberalismus effektiv in das GefĂŒge der EuropĂ€ischen Union einbettete. Auf diese Weise wurden die Mitgliedstaaten in so etwas wie Kolonien von BrĂŒssel und Frankfurt verwandelt.
Archiv: Thomas Fazi
Wie die Linke und ihre Parteien umgedreht wurden
Thomas Fazi: Die wahre Funktion der NATO wurde von ihrem ersten GeneralsekretĂ€r, Lord Ismay, perfekt auf den Punkt gebracht, der sie damit beschrieb, âdie Russen drauĂen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen untenâ zu halten. Das sagt eigentlich schon alles.
Reclaiming the State – A Progressive Vision of Sovereignty for a Post-Neoliberal World
In response to these challenging times, economist William Mitchell and political theorist Thomas Fazi reconceptualise the nation state as a vehicle for progressive change. They show how despite the ravages of neoliberalism, the state still contains resources for democratic control of a nation‘s economy and finances. The populist turn provides an opening to develop an ambitious but feasible left political strategy.