(04.08.2019)
Bis heute herrschen auf der Erde ĂŒberall feudale VerhĂ€ltnisse. Eine zahlenmĂ€Ăig verschwindende Minderheit in den jeweiligen Gesellschaften herrscht ĂŒber eine gewaltige Mehrheit, ob direkt durch installierte diktatorische Gewalt oder indirekt ĂŒber Arbeits- bzw. AusplĂŒnderungs- oder EigentumsverhĂ€ltnisse: ein Paradoxon.
Ergo ist es, durch die gesamte Geschichte der Menschheit hindurch, fĂŒr die jeweils herrschenden winzigen Minderheiten und deren Machthaber stets von entscheidender Bedeutung gewesen, die eigene Macht im Inneren abzusichern. Das impliziert essentiell, demokratische, soziale, fortschrittliche, gerechte Strömungen und Individuen (wie auch immer man sie nennen will) welche die feudale Gesellschaftsstruktur drohen der Bevölkerung bewusst zu machen und damit aufzulösen, im Inneren zu neutralisieren und kontinuierlich unten zu halten.
Das war nie anders. Es ist auch heute so.
Das nun seit Ausbruch des weltweiten Terrorkrieges im Jahre 2001 angewandte – und bis heute Ă€uĂerst effektive – Mittel dafĂŒr ist, im ĂuĂeren Krieg zu fĂŒhren und, mit dem Alibi innerer KriegfĂŒhrung durch vermeintlich Ă€uĂere und / oder fremdartige Feinde, gegen die gesamte Bevölkerung Durchleuchtung (und damit Auskunftbeschaffung zwecks individueller Erpressung, Korruptions- und Kompromittierbarkeit), Ausbeutung, Repression und soziale Kontrolle zu exekutieren.
Die Geschichte zeigt, dass dies frĂŒher oder spĂ€ter in Isolation, Selektion, Deportation oder sogar Vernichtung beliebig auswĂ€hlbarer Individuen oder Bevölkerungsteile mĂŒndet, unter allen denk- und austauschbaren Ausreden („fĂŒr / wegen / gegen / die / da / das / dort / unser“, etc).
Dabei ist zu beobachten, dass die jeweiligen AutoritĂ€ten in der Regel zuerst bis zur Grenze ihrer Möglichkeiten und der ihrer Diener und dann schleichend und systematisch darĂŒber hinausgehen, um ihre Möglichkeiten mittels passiver Ignoranz und damit Akzeptanz der Betroffenen – also der Bevölkerung insgesamt – immer weiter auszudehnen.
In diesem Kontext dient der seit bald achtzehn Jahren (dem Lebensalter eines jungen Menschen) andauernde Terrorkrieg objektiv einer systemischen, schleichenden, kriechenden VerĂ€nderung von Menschheit und Menschenbild insgesamt. Keiner kann die seit Kriegsausbruch ĂŒberall zum Nachteil der Bevölkerungen umgesetzten VerĂ€nderungen leugnen, wenn sie auch Viele ignorieren und fast Alle sich weigern diese zu thematisieren.
Radio Utopie nannte dies die Strategie der Transformation.
Des Weiteren ist wichtig zu realisieren, dass unsere Welt nicht durch Verabredungen gleichrangiger Personen („Verschwörungen“), sondern durch Hierarchien bestimmt wird.
Um in der real existierenden Weltordnung auf dem Planeten Kriege, Attentate oder einen (schleichenden) Staatstreich durchzufĂŒhren oder zu vernebeln, braucht es lediglich eine entsprechend mĂ€chtige Hierarchie, sowie Individuen, die sie entweder benutzen, manipulieren oder sich hinter ihr verstecken können.
FĂŒr die einfachen Menschen abseits der jeweils herrschenden Klasse ist es wichtig zu wissen, wie sie selbst von dieser betrachtet werden.
Seit den 50er Jahren, im Kalten Krieg der „SupermĂ€chte“, entwarfen Mathematiker und Psychologen des Pentagon, basierend auf ihrer eigenen in eine Hierarchie eingemauerten dĂŒsteren Psyche, ein Menschenbild vom „simplen Modell der Menschen als selbstsĂŒchtige, fast roboterhafte Kreaturen“ und gegeneinander spielende „Player“, deren Verhalten, sogar GefĂŒhle, gemanaged werden könnten durch Zahlen. (1, 2, 3)
Dieses Bild vom mathematisch voraus berechenbaren Menschen als selbstsĂŒchtigen „Player“, letztlich Kriegsgegner, ob in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik oder letztlich im Krieg selbst, ist seit Jahrzehnten in die Gesellschaften der „westlichen“, kapitalistischen Hegemonie eingesickert. Nicht nur basiert praktisch die gesamte heute an den UniversitĂ€ten gelehrte Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft auf Spieltheorien. Ebenso faktisch die gesamte Denke der „politischen Klasse“ und ihrer „Sicherheitsbehörden“, von Geheimdiensten, MilitĂ€r und Polizeibehörden, mit all ihren staatlichen bzw computer-gesteuerten Programmen zur „Abwehr“ und „PrĂ€ventivmaĂnahmen“ selbstverstĂ€ndich allzu berechenbarer Bedrohungen.
Nur – Bedrohungen von was? Ihrer Macht, zum Beispiel?
Das spieltheoretische Menschenbild, was allen sozialistischen und / oder demokratischen und sozialen Ideen und Bewegungen fundamental entgegengesetzt ist, bildet das perfekte Alibi fĂŒr jeden Soziopathen, Sadisten, pathologischen LĂŒgner und Hierarchisten jede nur denkbare Gemeinheit an allen Anderen zu begehen – weil das ja natĂŒrlich sei. So sei der Mensch eben, haha.
Und fĂŒr alle Machthaber bildet das spieltheoretische Menschenbild die berĂŒhmte „Win-Win“-Situation, in der alle nach auĂen hin feindlichen Machthaber gemeinsam ihr gemeinsames Interesse verteidigen:
eben ihre Interessen. Ihre Macht. Ihre Welt. Ihre Ordnung. Und sonst gar nichts.