Archiv: Wolf Wetzel


31.01.2022 - 16:02 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Von Giorgio Agamben, ĂŒber Karl Heinz Roth bis zu ‚verlockenden‘ Endzeitstimmungen

„Wenn man solche Maßnahmen gleichmĂ€ĂŸig in allen Bereichen verteilt, dann haben sie auch eine stĂ€rkere Gesamtwirkung, als wenn man nur an einem Ende ganz stark quetscht und am anderen Ende alles noch so lĂ€sst wie vorher.“

Christian Drosten wusste, was das fĂŒr ein medizinischer Irrsinn ist:

„Na ja, also man kann das (das Wirtschaftsleben, d.V.) mehr in den Blick nehmen. Man kann an diesen Stellen auch Maßnahmen der Kontaktreduktion verhĂ€ngen. Aber das hĂ€tte natĂŒrlich Auswirkungen auf bestimmte Wirtschaftszweige. Da geht es um Lieferketten und Produktion und so weiter. Das sind eben Bereiche der Wirtschaft, die man nicht von zu Hause vom Homeoffice machen kann. (
) Alle diese Dinge bedingen sich natĂŒrlich. Die kann man so beschreiben. Sollte man aber nicht als Wissenschaftler tun, sondern vielleicht eher aus anderen Kompartimenten der Gesellschaft. Kann man auch kritisieren und anprangern. Und man kann Änderungen fordern. Aber ich glaube, im Moment ist es vor allem wichtig, dass man sich klarmacht, wie es ist.“

Das hat Christian Drosten im April 2021 gesagt. Bei aller Druckserei kann man den Kern seiner Aussage kaum missverstehen. Interessant daran ist allerdings, dass dies weder bei den Lockdown-BefĂŒrwortern offen diskutiert wurde noch bei all denen hinreichend angekommen ist, die gegen die GrundrechtseinschrĂ€nkungen demonstrieren. Man kann es auch deutlicher formulieren: Es gibt ‚etwas‘, was die Pole auf bedenkliche und sicherlich ungewollte Weise nahe aneinander bringt. Was ist das ‚etwas‘?

18.01.2022 - 12:29 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Ziemlich rechts im Kampf gegen „rechts“

Ein Teil der Linken kĂ€mpft nicht gegen „Querdenken“, sondern gegen ihr eigenes SelbstverstĂ€ndnis. Wo waren all diese Gruppierungen und Parteien, die nun gegen „rechts“ antreten wollen, als es um den Kampf gegen richtige, so ganz echte Nazis ging? Dass es der aktuellen Bundesregierung nicht um den Kampf gegen „rechts“ geht, sondern um die Durchsetzung einer Corona-Politik, die vor allem rechts, autoritĂ€r und repressiv ist, sollte leicht nachvollziehbar sein. Von Wolf Wetzel.

05.01.2022 - 11:35 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Das sich ankĂŒndigende Ende des Imp(f)erialimus – mit Ausblick

Die einen, also die Mehrheit der „Corona-Maßnahmen-BefĂŒrworterInnnen“, bleiben in ihrer eingeĂŒbten Tonspur: Wer sich dem mRNA-Impfstoff verweigert, ist ein „Impfgegner“, ein „Coronaleugner“, ein „Schwurbler“, eine „GefĂ€hrderin“, eine, die auf Kosten anderer ihr Ding durchzieht. Irgendetwas zwischen Sozialdarwinist und Wissenschafts-, ergo Menschheitsfeind. Sie und er nehmen gnadenlos den BedĂŒrftigen das Krankenhausbett weg, sie zusammen gehören dem Staat der Tyrannen an, den die „Impfgegner“ gegen alle anderen errichtet haben. All das hört man von oben-rechts bis mitte-links. Und was ist mit den Folgsamen und MitlĂ€ufern? Haben diese noch nicht mitbekommen, dass das Nachsprechprogramm geĂ€ndert wurde? Seit ein paar Monaten tĂŒrmen sich die Fakten auf, dass der Imp(f)erialismus ein milliardenschweres Grab wird. Die Fakten sickern auch bis dorthin durch, wo die Entscheidungen fĂŒr die „Impfkampagne“ getroffen werden. Von Wolf Wetzel.

22.11.2021 - 13:07 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Kapital-Verbrechen mit und an Corona

Facebook und die angeheuerten „Faktenchecker“ haben tatsĂ€chlich etwas erreicht: Ihre Intervention hat mich neugierig gemacht. War das alles, was dpa-Factchecking herausbekommen wollte? Gibt es noch mehr ĂŒber Pfizer zu berichten? Es war nicht schwer, ins Detail zu gehen:

06.10.2021 - 20:41 [ Nachdenkseiten ]

#allesaufdentisch 
 und die SchÀdlingsbekÀmpfung

Man kann dem Redakteur dabei zusehen, wie er sich diese SĂ€tze aus den Rippen schneidet, wie unertrĂ€glich es fĂŒr ihn und seine Branche ist, dass der „korrupte Mainstream“ genau das nicht tut, was man den Beteiligten zĂ€hneknirschend zugestehen muss.

Noch eine weitere Reaktion ist im doppelten Sinne bestĂŒrzend und bezeichnend. Auch der Deutsche Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten (DJV) hat zu dieser zweiten Video-Intervention Stellung bezogen. Sie hat es in jeder Richtung in sich:

01.10.2021 - 03:12 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Die Wahl, die LINKE und ihr Versagen bei der Corona-Politik

Auch wenn die sehr geringe StreitfĂ€higkeit innerhalb der Linken das Thema „Corona“ mitvergiftet hat, bewegt es viele Menschen. Sie werden aus der Bahn geworfen, sie machen sich Gedanken, suchen nach ErklĂ€rungen – auf sehr unterschiedliche Weise. Dazu gehörten nicht nur jene, die zu Querdenker-Demonstrationen gehen. Dazu gehören auch ganz viele, die sich von allen im Stich gelassen fĂŒhlen – auch von der Linken. Im schlimmsten Fall erleben sie sie als arrogant, staats-devot und herrschsĂŒchtig. Im besten Fall ist sie einfach nicht erreichbar, nicht ansprechbar, nicht hilfreich.

04.08.2021 - 11:30 [ Nachdenkseiten ]

Sommer der Freiheit – Verboten!

Es gibt ganz offensichtlich mehr als das, was von Teilen der deutschen Linken (sichtbar) ĂŒbriggeblieben ist. WĂŒrde dieser Teil der deutschen Linken auch gegen Leute vorgehen, die gegen Gesundheitspass und Impfpflicht zu Hunderttausenden auf die Straße gehen? WĂŒrden sie auch in Paris an der Straße stehen und die Demonstranten als „Schwurbler“ und „Verschwörungstheoretiker“ diffamieren?

22.07.2021 - 13:49 [ Nachdenkseiten ]

Vom NSU-VS- bis zum Amri-Komplex – Interview mit Thomas Moser

Gerade in Berlin könnte man annehmen, dass es der amtierenden Regierungskoalition aus Linken, SPD und GrĂŒnen am Herzen lĂ€ge, die Macht des Parlaments zu stĂ€rken. Warum macht man das nicht?

Weil man sich dann mit den Sicherheitsbehörden und der Exekutive anlegen mĂŒsste.

21.04.2021 - 20:21 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Die endlose Geschichte der AusnahmezustÀnde

Der Ausnahmezustand schĂŒtzt nicht unsere Freiheit, sondern ist (immer) eine EinĂŒbung fĂŒr deren Abschaffung. Die aktuelle Diskussion ĂŒber eine “Novellierung” des Ausnahmezustandes, der ganz sicher nicht das Virus besiegt, dafĂŒr den Föderalismus und den Anspruch auf BegrĂŒndetheit von Maßnahmen (wie die einer Ausgangssperre), ist eine Einladung, sich mit der Geschichte der AusnahmezustĂ€nde zu beschĂ€ftigen. Der Textauszug aus dem nun erhĂ€ltlichen Buch “Herrschaft der Angst” komprimiert die Geschichte der AusnahmezustĂ€nde in Deutschland auf das ErmĂ€chtigungsgesetz 1933 und den Ausnahmezustand in Corona-Zeiten und nimmt sich heraus, diese zu vergleichen. Anstatt (eigene/passende) Affekte und Assoziationen zu bedienen und zu nutzen, geht es in dem Beitrag darum, herauszuarbeiten, was vergleichbar ist und welche Bedeutung die je spezifischen Bedingungen haben. Von Wolf Wetzel

12.08.2020 - 09:06 [ Wolf Wetzel / Nachdenkseiten ]

Linker McCarthyismus. Das System der VerdÀchtigung zerstört nicht nur Personen, sondern auch ein gemeinsames linkes SelbstverstÀndnis

In guter und bester Absicht schickte ich den Link zu meiner Veröffentlichung, um ihnen kund zu tun, dass ich zumindest auf diese Weise ihr Buch, ihr Anliegen unterstĂŒtzen möchte.

Kurz darauf bekam ich vom Mitautor und VerlagsgrĂŒnder Clemens Heni eine Mail, die mich wie ein Blitz traf: Ich solle ihre Pressemitteilung von meinem Blog nehmen, denn sie sei nicht dafĂŒr gedacht, auf „fremden Homepages“ zu landen, ohne dass man sie fragt.

Ich schĂŒttelte innerlich den Kopf ĂŒber eine Pressemitteilung, fĂŒr deren Veröffentlichung man eine explizite Zustimmung einholen muss und bekam als BegrĂŒndung fĂŒr dieses skurrile Verlangen, dass Clemens Heni nicht in „direktem Kontakt“ zu Autoren stehen möchte, „die linken Judenhass klein reden oder mögen“. Mit „direktem Kontakt“ meinte Clemens Heni tatsĂ€chlich und todernst den Umstand, dass ein Autor einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlicht hat, den er zu einem Viertel bis zur guten HĂ€lfe als Antisemiten enttarnt haben will.

Bei dem Autor handelt es sich um Markus Mohr, der sich mit einer Vielzahl von Rezensionen des Buches von Jeffrey Herf: „UnerklĂ€rte Kriege/Die DDR und die westdeutsche radikale Linke, 1967–1989“, auseinandersetzt. Wie der Titel schon deutlich macht, wirft Jeffrey Herf der Ex-DDR-FĂŒhrung und der westdeutschen radikalen Linken einen „Krieg“ gegen den Staat Israel vor, den er mit einem tendenziellen und praktizierten eliminatorischen Antisemitismus gleichsetzt. Mohr weist in diesem Beitrag im Wesentlichen auf eine verblĂŒffende publizistische Querfront hin, die in dem Lobgesang zu dem Buch von Herf zusammengekommen ist, die von der taz, jungle world ĂŒber die SĂŒddeutsche Zeitung bis hin in die Spitze der AfD-Bundestagsfraktion reicht.

22.05.2020 - 18:36 [ Nachdenkseiten ]

Der Brandanschlag in Solingen am 29. Mai 1993 und die halbe Wahrheit

Fazit: Das Versagen des Geheimdienstes ist sein Erfolg

Wenn man nicht wĂŒsste, dass sich diese „Arbeit“ des Verfassungsschutzes, diese Art der AufklĂ€rung vor einem Vierteljahrhundert zugetragen hat, wĂŒrde man sofort an den „NSU-Skandal“ denken. Doch genau das wĂ€re extrem kurz gesprungen.

Seit einem Vierteljahrhundert wird an dieser Praxis nichts geĂ€ndert. Der Verfassungsschutz wird nicht dazu verpflichtet, seine V-Leute als Zeugen zur VerfĂŒgung zu stellen. Die politisch Verantwortlichen decken diese Form der Sabotage.

Seit einem Vierteljahrhundert begehen V-Leute (schwere) Straftaten und sind „safe“ (wie es der V-Mann ‚Kirberg‘ ausdrĂŒckt), wenn sie doch ins Visier polizeilicher Ermittlungen geraten.

Seit einem Vierteljahrhundert werden im Schutz des Geheimdienstes (mögliche) Beweismittel beseitigt, Ermittlungen sabotiert, was in der Summe zu dem Ergebnis fĂŒhrt, dass der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ noch mehr Geld, noch mehr Personal, noch mehr politische SchĂŒtzenhilfe bekommt, von jeder Regierung, in jedem Farbton.

Und als wollten die politisch Verantwortlichen unter Beweis stellen, dass das Eingestehen und Bedauern von „Pannen“ nicht mehr ist als Juckpulver, hat die amtierende Bundesregierung noch etwas draufgelegt: Im Zuge der Nicht-AufklĂ€rung der NSU-Morde wurden die ‚Arbeitsbedingungen‘ des Verfassungsschutzes deutlich verbessert. Musste dieser bislang verleugnen, verdecken und vertuschen, dass V-Leute an (schweren) Straftaten beteiligt sind bzw. diese ermöglicht haben, sind sie nun weitgehend straffrei gestellt: