(February 7, 2010)
Radio Utopie kann und will hier AnhĂ€ngern der âEuropĂ€ischen Unionâ keine vollstĂ€ndige ErklĂ€rung ihres irrationalen Wunsches nach einem Ende von Demokratie, Gewaltenteilung und SouverĂ€nitĂ€t des eigenen Staates liefern. Um aber die ĂŒblichen Argumente hinsichtlich eines vermeintlich âparlamentarischenâ Ablaufs der âEU-Gesetzgebungâ zu widerlegen, hier noch die Hinweise, die sich theoretisch jeder selbst zusammensuchen könnte, wenn Er oder Sie es denn wollte.
Im oben erwĂ€hnten âVertrag ĂŒber die Handlungsweise der EuropĂ€ischen Unionâ (1) heisst es in Artikel 294, Absatz 1:
âWird in den VertrĂ€gen hinsichtlich der Annahme eines Rechtsakts auf das ordentliche Gesetzgebungsverfahren Bezug genommen, so gilt das nachstehende Verfahren.â
Nun mĂŒsste man zuerst wissen, was exakt passiert, wenn in den VertrĂ€gen nicht auf das ordentliche Gesetzgebungsverfahren Bezug genommen wird. Aber zuerst zu diesem Fall:
Im Rahmen der âordentlichen Gesetzgebungâ hat das EU-Parlament, in der Tat, in zweiter Lesung mit der absoluten Mehrheit ihrer Mitglieder das Recht, Rechtsakte abzulehnen.
Leider können abgelehnte Rechtsakte durch die RĂ€te einfach wieder vorgelegt werden â wenn sie âgrundlegend ĂŒberarbeitetâ wurden. Auch muss man sich vor Augen fĂŒhren, was das heisst: die absolute Mehrheit der Mitglieder. Wie wir alle wissen (wenn wir mal EU-Parlament gucken), ist es schwierig, auch nur eine Anwesenheit der absoluten Mehrheit der Mitglieder des EU-âParlamentesâ zu erreichen. Wer jetzt im Ernst glaubt, die Haltung der muskelbepackten, vollmotivierten Mitglieder des Abschiebebahnhofs staatlicher Parlamente in StraĂburg wĂŒrden sich zur Ablehnung eines Rechtsaktes der RĂ€te in BrĂŒssel hinreissen lassen, der ihnen nach Ăberarbeitung sowieso wieder vorgelegt werden kann, ist entweder sehr gutglĂ€ubig, oder hat keine Ahnung vom praktischen parlamentarischen Ablauf und politischen Prozessen.
(…)
Was aber ist ein âGesetzgeberâ fĂŒr die Menschen, wenn er nicht durch sie gewĂ€hlt wurde und sie ihn nicht abwĂ€hlen, loswerden, ja seine Entscheidungen nicht einmal beeinflussen können? Was unterscheidet ihn von einem ganz normalen Chef, einem Gutsherren, einem Diktator, einem Vorgesetzten, von dem man seine Befehle bekommt?
Die Antwort ist einfach: nichts.
Der Moloch âEuropĂ€ische Unionâ macht es möglich, durch einfache Ernennung zum âHauptmann von BrĂŒsselâ ĂŒber eine halbe Milliarde Menschen zu werden.