(28. August 2016)
Wie im Bericht des Generalinspekteurs dokumentiert ist, stellte bereits im Jahre 1991 der Rechnungshof des Kongresses (damals: „General Accounting Office“) „nicht unterstĂĽtzte Anpassungen“ („unsupported adjustments“) in der Buchhaltung der U.S.-Armee fest. Es geschah nichts.
Ab 1996 verpflichteten die „Single Audit Act Amendments“ alle Ministerien der Regierung – also auch das Verteidigungsministerium und das ihm unterstellte Militär – gesetzlich dazu ihre Ausgaben auch zu belegen. Das passierte nicht.
In einem Bericht zum Finanzjahr 2008 versicherte dann die Army, „dass diese materielle Schwäche bis Ende des Finanzjahres 2011 korrigiert“ werde, durch ein angeblich bereits seit 1996 entwickeltes Buchhaltungssystem („General Fund Enterprise Business System“). Auch das passierte nicht.
In dem am 28. Oktober 2009 vom Kongress abgenickten Militärbudget fĂĽr 2010 („National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2010)“ wurde das Pentagon (abgekĂĽrzt DoD, „Department of Defense“) schlieĂźlich dazu verpflichtet,
„einen Plan zu entwickeln um zu verifizieren, dass die finanziellen Statements des DoD `bereit fĂĽr die ĂśberprĂĽfung bereinigt wurden, bis spätestens zum 30. September 2017`“.
Das Auslaufen dieser in 2009 vom Kongress dem Militär abermals bis 2017 erstellten Vollmacht ein seit 1996 existierendes Gesetz zu brechen, dürfte dazu beigetragen haben, dass dieser Bericht des Generalinspekteurs vom Pentagon über die billionenschwere Veruntreuung allein in der U.S.-Army überhaupt erstellt werden konnte.
Als der Bericht schließlich am 26. Juli 2016 veröffentlicht wird, passiert nichts.
Kein populärer Abgeordneter, Journalist oder irgendeine BĂĽrgerrechtsorganisation erwähnt diesen auch nur, geschweige denn eine der beiden Parteien („Demokraten“, „Republikaner“), oder gar deren Präsidentschaftskandidaten.
Am 11. August schlieĂźlich entdeckt „Counterpunch“ den Bericht und schlägt die Hände ĂĽber dem Kopf zusammen. Nach und nach sickern die Informationen der Regierungsbehörde durch unabhängige Medien in die Ă–ffentlichkeit, trotz hartnäckiger Ignoranz aller Verantwortlichen, Konzernmedien und jedweder etablierten „Opposition“.
Am 19. August schlieĂźlich „entdeckt“ die Nachrichtenagentur „Reuters“ den Bericht des Pentagon-Generalinspekteurs. Am 23. August heisst es bei „CNN“ und dessen „Experten“ fĂĽr Nationale Sicherheit, „Reuters“ habe den seit fast einem Monat fĂĽr alle auf der Webseite des Generalinspekteurs öffentlich zugänglichen Bericht „zuerst enthĂĽllt“.
(…)
Im deutschsprachigen Raum erschienen zum aktuellen Bericht des Pentagon-Generalinspekteurs bislang ganze zwei Artikel, auf rechtsgerichteten bzw bedenklichen Webseiten. Informationsindustrie und Staatsmedien, „Opposition“, BĂĽrgerrechtlicher, Linke / Scheinlinke, „Friedensbewegung“, etc, pp, ignorieren das Thema weiterhin.