(23.Juni 2014)
Nun kommt ein Kreislauf in Gang, der in der Geschichte der Menschheit noch nie anders war, in den Hierarchien aller Gesellschaften. Staaten und Organisationen auftritt und diametral mit der Zeitspanne seines (nicht durch störende Gewaltenteilung oder checks & balances belÀstigten) Ablaufs eskaliert:
Je mehr und je lĂ€nger die Praxis der ausfĂŒhrenden FunktionĂ€re / Amtsinhaber und ihrer nach eigenem Ermessen interpretierten Begriffe und Rechtsbegriffe anhĂ€lt und von der Gesellschaft akzeptiert wird, verĂ€ndert diese merklich oder unmerklich ihre eigene Auffassung dieser Begriffe bzw Rechtsbegriffe und passt sie der Rechtsauffassung der AusfĂŒhrenden bzw AmtstrĂ€ger und FunktionĂ€re an.
Die Gesellschaft akzeptiert also nach und nach eine Umdeutung der (rechtlichen) Standards durch diejenigen, die sie lediglich ausfĂŒhren mĂŒssen oder sogar selbst beschlossen haben, aber nicht versucht haben sie in aller Ăffentlichkeit zu verĂ€ndern.
Nun aber kann der neue Standard, den man durch verÀnderte Praxis und eigene Auslegung von Begriffen, Rechtsbegriffen und Recht in der Gesellschaft verankert hat, in neue Gesetze gegossen werden.
Die Interpretation der Norm – die bewusst, gezielt und unauffĂ€llig eingesetzt auch eine faktisch unbegrenzte Abweichung von der Norm, einen Bruch beinhalten kann – ist so die Norm selbst geworden. Eigentlich Illegales wird legal. Oder umgekehrt.
Die Gesellschaft aber, hat sie die Interpretation der Norm in Form der verĂ€nderten Praxis erst lang genug hingenommen, dann als neue Norm akzeptiert und nachfolgend auch deren Umsetzung in neue Gesetze und / oder Bestimmungen zugesehen, mĂŒsste nun enorme AktivkrĂ€fte entwickeln um diesen ganzen Prozess wieder zurĂŒckzudrehen und (gesamtgesellschaftlich betrachtet) zu ihren Gunsten wieder zu verĂ€ndern.
Doch im Gegenteil droht nun der Gesellschaft, erst einmal durch die ausfĂŒhrenden kreativen Kunstfreunde und Interpreten ausgetrickst und ĂŒberwunden, eine weitere Interpretation der neuen Norm, Gesetze oder Vorschriften, abermals zugunsten der FunktionĂ€re, die dann abermals in eine verĂ€nderte Norm und schlieĂlich in neuen Rechtsvorschriften, Gesetzen und / oder Recht mĂŒndet.
Geht der ganze Prozess unauffĂ€llig (z.B. weil im Zeitlupentempo), unbemerkt und gar mehrfach ĂŒber die BĂŒhne, lĂ€sst sich so nicht nur eine Organisation (wie eine Partei), sondern eine Gesellschaft verĂ€ndern.
Erfolgen diese Prozesse in Absprache oder auf Befehl durch eine Vielzahl von Personen, gerade in SchlĂŒsselpositionen, lĂ€sst sich so eine Gesellschaft gezielt nach den Vorstellungen nur einer Handvoll Personen verĂ€ndern.
Erfolgen diese Prozesse in Absprache und / oder auf Befehl der höchsten staatlichen Ebenen, in Exekutive, Legislative oder Judikative, gar allen zusammen, im Geheimen, in Absprache mit einer auslÀndischen Macht, oder gleich mit mehreren, nennt man so etwas Hochverrat und einen organisierten Staatsstreich.