Archiv: deutsche Revolution 9. November 1918 / german revolution


09.11.2025 - 18:18 [ Novemberrevolution.de ]

Karl Liebknecht proklamiert am 09.11.1918 die Sozialistische Republik Deutschland (Auszug)

(Vossische Zeitung Nr. 576 vom 10. 11. 1918)

»Der Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. Der Friede ist in diesem Augenblick geschlossen. Das Alte ist nicht mehr. Die Herrschaft der Hohenzollern, die in diesem Schloß jahrhundertelang gewohnt haben, ist vorĂŒber. In dieser Stunde proklamieren wir die freie sozialistische Republik Deutschland. Wir grĂŒĂŸen unsere russischen BrĂŒder, die vor vier Tagen schmĂ€hlich davongejagt worden sind.« Liebknecht wies dann auf das Hauptportal des Schlosses und rief mit erhobener Stimme: »Durch dieses Tor wird die neue sozialistische Freiheit der Arbeiter und Soldaten einziehen. Wir wollen an der Stelle, wo die Kaiserstandarte wehte, die rote Fahne der freien Republik Deutschland hissen!«

Die Soldaten der Schloßwache, die auf dem Dach sichtbar waren, schwenkten die Helme und grĂŒĂŸten zur Menge herab, die auf das Tor zudrĂ€ngte. Es wurde langsam geöffnet, um dem Automobil Liebknechts Einlaß zu gewĂ€hren. Die Menge wurde davon zurĂŒckgehalten, zu folgen. Nach einigen Minuten erschienen, von der Menge stĂŒrmisch begrĂŒĂŸt, die Soldaten der Schloßwache ohne Waffen und GepĂ€ck. Kurze Zeit darauf zeigte sich Liebknecht mit Gefolgschaft auf dem Balkon, von dessen Grau sich eine breite rote Decke abhob.

»Parteigenossen«, begann Liebknecht, »der Tag der Freiheit ist angebrochen. Nie wieder wird ein Hohenzoller diesen Platz betreten. Vor 70 Jahren stand hier am selben Ort Friedrich Wilhelm IV. und mußte vor dem Zug der auf den Barrikaden Berlins fĂŒr die Sache der Freiheit Gefallenen, vor den fĂŒnfzig blutĂŒberströmten Leichnamen seine MĂŒtze abnehmen. Ein anderer Zug bewegt sich heute hier vorĂŒber. Es sind die Geister der Millionen, die fĂŒr die heilige Sache des Proletariats ihr Leben gelassen haben. Mit zerspaltenem SchĂ€del, in Blut gebadet wanken diese Opfer der Gewaltherrschaft vorĂŒber, und ihnen folgen die Geister von Millionen von Frauen und Kindern, die fĂŒr die Sache des Proletariats in Kummer und Elend verkommen sind. Und Abermillionen von Blutopfern dieses Weltkrieges ziehen ihnen nach. Heute steht eine unĂŒbersehbare Menge begeisterter Proletarier an demselben Ort, um der neuen Freiheit zu huldigen. Parteigenossen, ich proklamiere die freie sozialistische Republik Deutschland, die alle StĂ€mme umfassen soll, in der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird. Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen. Wir rufen unsere russischen BrĂŒder zurĂŒck. Sie haben bei ihrem Abschied zu uns gesagt: >Habt Ihr in einem Monat nicht das erreicht, was wir erreicht haben, so wenden wir uns von Euch ab.< Und nun hat es kaum vier Tage gedauert.« »Wenn auch das Alte niedergerissen ist«, fuhr Liebknecht fort, »dĂŒrfen wir doch nicht glauben, daß unsere Aufgabe getan sei. Wir mĂŒssen alle KrĂ€fte anspannen, um die Regierung der Arbeiter und Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu schaffen, eine Ordnung des Friedens, des GlĂŒcks und der Freiheit unserer deutschen BrĂŒder und unserer BrĂŒder in der ganzen Welt. Wir reichen ihnen die HĂ€nde und rufen sie zur Vollendung der Weltrevolution auf. Wer von euch die freie sozialistische Republik Deutschland und die Weltrevolution erfĂŒllt sehen will, erhebe seine Hand zum Schwur (alle HĂ€nde erheben sich und Rufe ertönen: Hoch die Republik!). Nachdem der Beifall verrauscht war, ruft ein neben Liebknecht stehender Soldat und schwenkt die rote Fahne, die er in den HĂ€nden trĂ€gt: »Hoch lebe ihr erster PrĂ€sident Liebknecht!« Liebknecht schloß: »Soweit sind wir noch nicht. Ob PrĂ€sident oder nicht, wir mĂŒssen alle zusammenstehen, um das Ideal der Republik zu verwirklichen. Hoch die Freiheit und das GlĂŒck und der Frieden!«

Bald darauf wurde an dem Mast der Kaiserstandarte die rote Fahne gehißt.

Vossische Zeitung Nr. 576 vom 10. 11. 1918


(Anm.d.Red. Nachrichtenagentur Radio Utopie: unter Bruch des Dogmas der hundertprozentig authentischen Wiedergabe der verlinkten Quellen wurde ein verheerender Rechtschreibfehler in der Überschrift korrigiert.)

09.11.2025 - 17:50 [ Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages ]

Die Republikproklamation am 9. November 1918 durch Philipp Scheidemann

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass weder der genaue Ort noch der Inhalt von Scheidemanns Rede noch der Ablauf der Ereignisse im Zusammenhang mit Scheidemanns Auftritt an diesem Tag bis heute abschließend geklĂ€rt sind. Obwohl Scheidemanns Auftritt in der demokratischen Erinnerungskultur der Deutschen eine hohe symbolische Bedeutung fĂŒr die Etablierung der ersten deutschen Republik und die Demokratieentwicklung in unserem Land insgesamt zugemessen wird, sind die diesem Auftritt zugrundeliegenden Fakten bis heute nicht restlos geklĂ€rt. Wesentlicher Grund hierfĂŒr ist, dass die in der tagesaktuellen Presse veröffentlichten Berichte nur unzulĂ€nglich und teilweise auch widersprĂŒchlich auf den Auftritt Scheidemanns eingehen, da die revolutionĂ€ren Ereignisse und Aktionen im Vordergrund der Berichterstattung standen.

Auch Originalfotos des Ereignisses sind nicht ĂŒberliefert – die bekannten Fotos, die Scheidemann bei einer Rede zeigen, sind entweder spĂ€ter nachgestellt oder bei einer anderen Gelegenheit aufgenommen worden.

Die meisten in der Geschichtswissenschaft fĂŒr die Rekonstruktion der AblĂ€ufe vom 9. November 1918 herangezogenen Quellen zum Auftritt Scheidemanns wurden im Nachhinein verfasst und sind von den nachfolgenden Entwicklungen und durch persönliche Interpretationen der Verfasser beeinflusst worden.

09.11.2025 - 15:27 [ theCollector.com ]

The German Revolution of 1918-1919: The Birth of the Weimar Republic

(March 1, 2025)

On October 30, 1918, the naval garrison of Wilhelmshaven resisted the order to launch the operation against the British forces. Arrested by their officers, the mutineers were then brought to Kiel, where the local dock crews and workers joined their struggle. The rebellion soon spread through the coastal town, with soldiers and workers creating a council to demand the release of mutineers, freedom of speech, and the immediate stop of “all military measures” against the movement. Fearing the outbreak of a revolution, members of the Reichstag hastily traveled to Kiel, where they promised to accept the Soldiers’ and Workers’ Council demands.

By the time the government representatives arrived in Kiel, anti-war and pro-democracy protests had already reached countless coastal towns and ports.

09.11.2025 - 13:31 [ Nau.ch ]

Der 9. November: Schicksalstag der deutschen Geschichte

Der 9. November steht fĂŒr einschneidende Ereignisse in der deutschen Geschichte. Die Novemberrevolution 1918, die Reichspogromnacht 1938 und Fall der Berliner Mauer 1989 fanden allesamt an dem Tag statt.

09.11.2024 - 18:30 [ Bundestag ]

9. November 1918: En­de der Monar­chie – die Re­publik wird aus­ge­rufen

Bild 1 von 9

Am 9. November 1918 kommt es zum Generalstreik und zu Massendemonstrationen von Truppeneinheiten und Arbeitern in Berlin. Hier zu sehen sind revolutionÀre Soldaten am Brandenburger Tor. (© Bundesarchiv)

Bild 2 von 9

Überall im Reich bilden sich Arbeiter- und SoldatenrĂ€te. Hier zu sehen: Der Arbeiterrat der AEG in Hennigsdorf bei Berlin im November 1918. Auf dem Schild ist zu lesen: „Alle Macht den ArbeiterrĂ€ten – AEG Hennigsdorf.“ (© Bundesarchiv (SAPMO))

Bild 3 von 9

Bekanntmachung des Reichskanzlers Max von Baden ĂŒber den Thronverzicht Kaiser Wilhelms II., die noch vor Eintreffen einer in wesentlichen Punkten abweichenden ErklĂ€rung des Monarchen veröffentlicht wurde. (© Bundesarchiv)

Bild 4 von 9

In Berlin beginnt am Morgen des 9. November 1918 der Generalstreik und der bewaffnete Kampf: Demonstranten in Berlin (Unter den Linden auf Höhe der UniversitÀt). (© Bundesarchiv)

Bild 5 von 9

Philipp Scheidemann verkĂŒndet am 9. November 1918 vom ReichstagsgebĂ€ude die Abdankung des Kaisers und Übernahme der Regierung durch die Sozialdemokraten (Fotomontage: nachgestellte Szene vom November 1918). (© Bundesarchiv)

Bild 6 von 9

Aufgrund zunehmender Unruhen und Proteste und aus Sorge vor der Anarchie ruft der neue Reichskanzler Friedrich Ebert die Berliner Bevölkerung am 9. November zu Ruhe und Ordnung auf. (© Bundesarchiv)

Bild 7 von 9

Massendemonstration in Berlin, Unter den Linden, am 9. November 1918 (© Bundesarchiv)

Bild 8 von 9

Ein Arbeiter spricht von einem SanitĂ€tsauto vor dem Berliner Schloss zum Volk kurz nach der Ausrufung der „sozialistischen Republik“ durch Karl Liebknecht am 9. November 1918. (© Bundesarchiv)

Bild 9 von 9

Überall im Reich kommt es zu Abdankungen und Absetzungen von Monarchen. Hier zu sehen: Eine Bekanntmachung der Absetzung des Großherzogs von Oldenburg durch den 21er-Rat am 9. November 1918. (© Bundesarchiv)

Samstag, 9. November 1918

Die Revolution erreicht die Reichshauptstadt. Die meisten Berliner Arbeiter folgen dem Aufruf von RevolutionÀren Obleuten und Spartakusgruppe zum Generalstreik, zu dem ab Mittag auch die mehrheitssozialdemokratische Zeitung VorwÀrts in einer Extraausgabe aufruft, und treten flÀchendeckend in den Ausstand.

09.11.2024 - 18:15 [ Wikipedia ]

November 9

– 1918 – Kaiser Wilhelm II of Germany abdicates after the German Revolution, and Germany is proclaimed a Republic.
(…)
– 1938 – Kristallnacht occurs, instigated by the Nazis using the killing of German diplomat Ernst vom Rath by Herschel Grynszpan as justification.
(…)
– 1989 – Cold War: Fall of the Berlin Wall: East Germany opens checkpoints in the Berlin Wall, allowing its citizens to travel to West Berlin

21.04.2023 - 11:32 [ German Historical Institute Washington (GHI) ]

The Independent Social Democratic Party of Germany: Guiding Principles (April 1917)

Berlin, April 9-11, 1917

In the interest of the working class, the opposition within the Social Democratic Party of Germany wishes to pursue an independent and autonomous policy, which will be guided by the basic principles and demands of the party program, the resolutions of the party congresses, and the resolutions of international congresses. The opposition stands in fundamental opposition to the existing system of government, to the war policy of the federal government, and to the policy that the executive committee of the nominal [Social Democratic] party has pursued in the tow of the government. To distinguish itself from this party, the new opposition organization takes the name: Independent Social Democratic Party of Germany. The program and organization of the party are to be shaped by the lessons won during the war, which will only be completely possible when party comrades have returned from military service and the bases of the party have been restored in free discussion. Until then, just as the party program provides the basis for policy, so do the organizational statutes of the Social Democratic Party of Germany provide the basis for organizing the opposition. Party comrades are obligated to apply the statutes in a democratic spirit and especially to strive to make all important decisions on a democratic foundation. Now that the [Social Democratic] leadership has used the state of war violently to deprive members of the opposition party of their rights and to expel these members from the party illegally, the opposition has formed an independent organization.

Source: USPD Grundlinien [Guiding Principles of the Independent Social Democratic Party of Germany] (April 1917), in Karl Wippermann, et al., ed., Deutscher Geschichtskalender [German Historical Almanac] 33 (1917), p. 782.

21.04.2023 - 11:03 [ Daniel Neun / Twitter ]

Und jetzt nochmal, Schwachsinnige: Wann kommt die neue USPD?

(25.April 2014 / kein spezifisches Datum)

26.09.2022 - 13:56 [ Junge Welt ]

Nur fĂŒrs Protokoll

Rudolf Hilferding bilanzierte damals fĂŒr die USPD: »Aus dem reißenden Wolf ist ein umgĂ€ngliches Haustier geworden. Die Umsturzpartei hat sich zu einem Verein fĂŒr soziale Reform entwickelt, bei dem, abgesehen von dem Bekenntnis zur Republik, höchstens noch die Phraseologie an die Vergangenheit erinnert.« (…)

Auch die SPD-FĂŒhrung begriff schnell, dass sich hier die Chance bot, einen Teil der 1917 abgespaltenen Genossen und die zur USPD abgewanderten WĂ€hler zu reintegrieren. Das war auch deshalb akut, weil die SPD-Spitze intern im Falle von Neuwahlen nach dem Rathenau-Mord mit einem deutlichen Linksruck rechnete.

09.11.2020 - 18:41 [ Librocubicularist / Twitter ]

Alright, so our eventful #November has yet another special day: 9th November!

1918: proclamation of the republic – Germany‘s first step into a democracy

1938: Reichspogromnacht – terror against Jews leading to the Holocaust

1989 – Fall of the Wall, the peaceful revolution

09.11.2020 - 18:37 [ Ben Steelman / Twitter ]

Nov. 9, 1918: Facing revolution at home, Wilhelm II abdicates as German kaiser. Germany becomes a republic.

29.12.2018 - 17:46 [ infopartisan.net ]

Zum Zusammenschluß von KPD und SPD 1946 – ErklĂ€rung der Historischen Kommission vom Dezember 1995

Der Zusammenschluß von KPD und SPD ist mithin in diesem gesamthistorischen Zusammenhang zu sehen. Den Akteuren jener Zeit sollte zugebilligt werden, daß sie mit ihrem unverwechselbaren – vor allem in den Jahren 1914 bis 1945 gewonnenen – politischen Erfahrungshorizont handelten. In Deutschland war dieser aus dem Weg der herrschenden Klassen vom Weltkrieg Nr. 1 in den Weltkrieg Nr. 2 erwachsen, aus den Halbheiten der Weimarer Demokratie und schließlich aus den Verbrechen der faschistischen Diktatur. Den Zeitgenossen waren die gravierenden Ereignisse der deutschen Arbeiterbewegung jener Jahre viel unmittelbarer als uns heute gegenwĂ€rtig: die Zustimmung der deutschen Sozialdemokratie zu den Kriegskrediten am 4. August und Karl Liebknechts Nein am 2. Dezember 1914, die Abspaltung der USPD und der Weg der Spartakusgruppe zur KPD, die Novemberrevolution mit ihren widersprĂŒchlichen Ergebnissen, revolutionĂ€re Umsturzversuche der Kommunisten und Koalitionspolitik der Sozialdemokraten, das am 1. Mai 1929 geflossene Blut, das ĂŒbereinstimmende Stimmverhalten von Kommunisten und Nationalsozialisten im Preußenvolksentscheid des Jahres 1931, das ZurĂŒckweichen sozialdemokratischer Minister beim Papenstaatsstreich des 20. Juli 1932. Es hatte Angebote zur Einheitsfront gegeben, mit denen die KPD die Sozialdemokratie aushebeln wollte; und es waren Angebote zurĂŒckgewiesen worden, die angesichts der nazistischen Gewaltherrschaft und zur Verhinderung des Krieges gewissenhafte PrĂŒfung verdient hĂ€tten.

29.12.2018 - 17:37 [ vabaltona.blogsport.de ]

Der Verrat der sozialdemokratischen ADGB-FĂŒhrer

Der DGB behauptet noch heute: „Die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung in mehrere
Richtungsgewerkschaften erwies sich als fundamentales Hindernis fĂŒr die politische AktionsfĂ€higkeit der Arbeiterschaft. Trotz vieler BemĂŒhungen war es nicht zur Bildung einer Einheitsgewerkschaft gekommen.“

Sie vergessen dabei zu erzĂ€hlen, daß sie diese ‚Einheitsgewerkschaft’ erst nach der MachtĂŒbergabe an Hitler und seine NSDAP am 30. Januar 1933 verfolgte. Und dieses erbĂ€rmliche Abkommen ĂŒber den ‚FĂŒhrerkreis der vereinigten Gewerkschaften’ gilt unseren wackeren Sozialdemokraten noch heute als Geburtsurkunde der deutschen ‚Einheitsgewerkschaft’

29.12.2018 - 17:31 [ teachsam.de ]

NS-MachtĂŒbernahme: Generalstreik gegen Hitler?

Paul Löbe (1949)
(1875-1967, Mitglied des SPD-Parteivorstandes in der Weimarer Republik, MdR)

„Die Frage, ob die Machterschleichung der Nazis durch gewaltsamen Widerstand abgewendet werden könne, war umstritten. Das Gros unserer AnhĂ€nger hat diesen aktiven Widerstand erwartet, die FĂŒhrer aber waren von der Nutzlosigkeit des damit sicher verbundenen Blutbades ĂŒberzeugt.“
(aus: Löbe 1949, S.147)

6)
Wilhelm Keil (1948)
(ehem. SPD-FunktionÀr in der Weimarer Republik)

„Generalstreik? Aussichtslos, da sich die Kommunisten oder Nationalsozialisten sofort seiner bemĂ€chtigen wĂŒrden.“
(aus: Keil 1948, Bd.2, S.491)

7)
Helga Grebing (1959)

„Es war vor allem auf den erzieherischen Einfluss der Sozialdemokratie zurĂŒckzufĂŒhren, dass die die Arbeiterschaft ihren politischen Überzeugungen treu blieb, sich in den inneren und Ă€ußeren StĂŒrmen der Republik diszipliniert verhielt und die auch sie bedrohende soziale Entwicklung als das Ende des von ihr bekĂ€mpften Kapitalismus begriff, dem ein neuer Anfang mit dem Sieg der Arbeiterklasse folgen wĂŒrde. Eine solche Haltung war im Grunde aber eine Überkompensation des GefĂŒhls tiefster Resignation und des schwindenden Glaubens an ihre FĂŒhrer und an den Wert der politischen Aktionen. So wird verstĂ€ndlich, warum die deutsche Arbeiterschaft und ihre politischen Organisationen 1933 gegenĂŒber dem nationalsozialistischen Gewalteinbruch in PassivitĂ€t verharrten.“
(aus: Grebing (1959), S.32)

29.12.2018 - 17:22 [ sozialismus.info ]

Kapp-Putsch 1920: 12 Millionen-Generalstreik stoppt rechten MilitÀrputsch

Am frĂŒhen Nachmittag des 13. MĂ€rz kamen in Berlin vierzig fĂŒhrende FunktionĂ€re der KPD zusammen. Ihnen lag der Aufruf von Legien zum Generalstreik vor. Karl Retzlaw, einer der Teilnehmer, berichtet: „Friesland [Deckname fĂŒr Ernst Reuter, damals linker KPDler, spĂ€ter SPD-BĂŒrgermeister von West-Berlin] referierte: ‚Die Ebert-Noske-Bauer sind stumm und widerstandslos in die Grube gefahren, die sie sich selber gegraben haben 
 Die Arbeiterschaft darf keinen Finger rĂŒhren fĂŒr die in Schmach und Schande untergegangene Regierung der Mörder Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs.‘ Budich, der am misstrauischsten war, erinnerte ironisch an einen frĂŒheren Ausspruch Legiens: ‚Generalstreik ist Generalunsinn!‘ Er riet abzuwarten und sprach die Vermutung aus, dass es sich bei diesem MilitĂ€rputsch um eine abgekartete Sache zwischen Noske und der Reichswehr handeln könnte, um auch die USPD und die Gewerkschaften zerschlagen zu können. Budich hatte den stĂ€rksten Beifall, als er ausrief: ‚Die Wahl zwischen den Ebert- und Erhardtleuten ist eine Wahl zwischen Cholera und Pest, wir mĂŒssen uns zurĂŒckhalten, bis wir eine eigene Aktion durchfĂŒhren können.‘ Die Auffassungen Frieslands und Budichs wurden von allen Anwesenden unterstĂŒtzt.

Am spĂ€ten Nachmittag war eine weitere Sitzung der in Berlin anwesenden Mitglieder der Zentrale der KPD, die einen Aufruf an die Arbeiterschaft beschloss, in dem die Formulierungen Friedlands und Budichs wörtlich ĂŒbernommen wurden. Der Aufruf wurde am folgenden Tag, einem Sonntag, in der ‘Roten Fahne’ veröffentlicht. “

Im Aufruf heißt es weiter: „Die Arbeiterklasse, die gestern noch in Banden geschlagen war von den Ebert-Noske, und waffenlos, unter schĂ€rfstem Unternehmerdruck, ist in diesem Augenblick nicht aktionsfĂ€hig.“

29.12.2018 - 17:09 [ Bundesarchiv.de ]

Weimarer Republik (1918-1933): GrĂŒndung der KPD

Vom 30. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 fand der GrĂŒndungsparteitag der KPD als „Reichskonferenz des Spartakusbundes“ statt, der zur Trennung von der U.S.P.D. und zur Konstituierung einer selbststĂ€ndigen Partei fĂŒhrte. Bereits am 30. Dezember 1918 wurde dort eine Resolution angenommen, die mit den Worten schloss: „Unter Lösung seiner organisatorischen Beziehungen zur U.S.P. konstituiert sich der Spartakusbund als selbstĂ€ndige politische Partei unter dem Namen: Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund)“.

29.12.2018 - 16:59 [ Junge Welt ]

Eigene Partei oder in der USPD bleiben? Wahlbeteiligung – ja oder nein? Die Debatten vor und auf dem KPD-GrĂŒndungsparteitag

Immer stĂ€rker trat die Auffassung hervor, dass die GrĂŒndung einer eigenen Partei notwendig sei, um die Bewegung auch organisatorisch zu festigen. Jogiches und auch Rosa Luxemburg konnten sich aber mit diesem Gedanken wenig befreunden. Sie suchten vielmehr ihr altes Ziel zu erreichen, innerhalb der USPD die Arbeiter so stark zu beeinflussen, dass die Politik des Spartakusbundes in der USPD durchgesetzt wĂŒrde und die FĂŒhrung der Partei in die HĂ€nde von Spartakus kĂ€me. Aber dazu war eben die Voraussetzung, dass ein Reichsparteitag der USPD einberufen wurde, …

29.12.2018 - 16:51 [ Wikipedia ]

WeihnachtskÀmpfe

Die WeihnachtskĂ€mpfe endeten mit einer militĂ€rischen Niederlage des Generalkommandos und einer politischen Niederlage der Regierung. Nun musste sie mit den meuternden Matrosen neu verhandeln. Um die RĂ€umung der besetzten GebĂ€ude und die Freilassung von Wels zu erreichen, sagte der Rat zu, dass die ausstehende Löhnung ausbezahlt und die Volksmarinedivision in ihrer bisherigen StĂ€rke in die republikanische Soldatenwehr eingegliedert wĂŒrde. Zudem musste er der Entlassung von Wels als Stadtkommandant zustimmen.[10]

Obwohl die mehrheitssozialdemokratischen Mitglieder der Regierung sich in einer Notsituation befunden hatten und die Volksmarinedivision eigenmĂ€chtig gehandelt hatte, waren die Ereignisse fĂŒr viele Arbeiter und Soldaten in Berlin ein Beweis, dass die MSPD sich mit gegenrevolutionĂ€ren KrĂ€ften verbĂŒndet hĂ€tte. Die öffentliche Bestattung der getöteten Matrosen wurde zu einer Massendemonstration. Auf mitgefĂŒhrten Plakaten war zu lesen: „Des Matrosenmordes klagen wir an Ebert, Landsberg und Scheidemann.“
Der Rat der Volksbeauftragten nach dem Ausscheiden der USPD: Landsberg, Scheidemann, Noske, Ebert, Rudolf Wissell.

Nach Lage der Dinge war die Bitte um Hilfe durch Mitglieder des Rates der Volksbeauftragten an das MilitĂ€r ohne Alternativen. Allerdings versĂ€umte Ebert, die Aktion mit dem zustĂ€ndigen preußischen Kriegsminister abzustimmen. Dadurch begab sich die Regierung völlig in die Hand der MilitĂ€rs. Der Ebert-Groener-Pakt vom November 1918 wurde so gefestigt, nach Ansicht Ulrich Kluges wurde das politische BĂŒndnis zwischen Mehrheitssozialdemokratie und MilitĂ€rs wĂ€hrend der WeihnachtskĂ€mpfe ĂŒberhaupt erst geschlossen.

29.12.2018 - 16:41 [ gesis.org ]

Allgemeiner Kongreß der Arbeiter– und SoldatenrĂ€te Deutschlands 16.–20.Dezember 1918.

Am Abend des so ereignisreichen 10.November kam es zu einer weiteren wichtigen „Vereinbarung”, die in einem Telephonat zwischen der Reichskanzlei und der Obersten Heeresleitung, die ihren Sitz in Spa hatte, getroffen wurde. In diesem GesprĂ€ch zwischen Friedrich Ebert (Volksbeauftragter seit demselben Tag) und der Obersten Heeresleitung, in Person von General Wilhelm Groener, wurde festgelegt, daß sich das Heer der ‘Reichsregierung’ (so wird der RdV von Groener bezeichnet) zur VerfĂŒgung stellen werde, jedoch nur unter der von Groener gestellten Voraussetzung, daß die Regierung energisch den „Bolschewismus und das RĂ€teunwesen bekĂ€mpfen” und die „Ordnung in Staat und Gesellschaft” aufrechterhalten werde.

Warum Ebert diesen Forderungen zustimmte, kann an dieser Stelle nicht erörtert werden. Aus dieser Zustimmung geht jedoch deutlich hervor, daß fĂŒr Ebert die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung bzw. die Verhinderung eines Chaos’ im Vordergrund seiner Überlegungen stand.

(
)

So erfolgte am 23.11.1918 die Einladung zum 1.RK durch den VR. 25 Als Termin fĂŒr das Zusammentreten des RĂ€tekongresses wurde der 16.12.1918 und als Tagungsort der Sitzungssaal des ehemaligen Preußischen Abgeordnetenhauses vorgeschlagen. Da es aufgrund der ÜberstĂŒrzung der Ereignisse nicht möglich gewesen war, ein einheitliches, allgemein gĂŒltiges Wahlsystem vorzulegen , empfahl der VR, aus den bestehenden AuSRen die Kongreß-Delegierten zu wĂ€hlen. Es wurde festgelegt, nicht mehr als 500 Delegierte am Kongreß teilnehmen zu lassen, wobei auf je 100.000 Soldaten und je 200.000 (Zivil-)Personen je ein Delegierter gewĂ€hlt werden sollte. Grundlage fĂŒr die Wahlen sollten die VolkszĂ€hlungsergebnisse sein.

(
)

Neben den 489 Mandatsinhabern nahmen am Kongreß 17 Vertreter der Regierung teil, die kein Mandat besaßen. Darunter befanden sich die 6 Volksbeauftragten Ebert, Scheidemann, Landsberg, Dittmann, Barth und Haase sowie Vertreter der Reichskanzlei (UnterstaatssekretĂ€r Kurt Baake, Pressechef Rauscher, SekretĂ€r Walter Oehme, und der persönliche Referent Ebert’s Heinrich Schulz), des AuswĂ€rtigen Amtes (Karl Kautsky), des Reichsamtes des Innern (Dr. Rudolf Breitscheid), des Reichsmarineamtes (Gustav Noske) und der preußischen Regierung (Paul Hirsch, Eugen Ernst). Mit Ausnahme einiger Vertreter der Reichskanzlei gehörten diese Personen entweder der MSPD oder der USPD an.

(
)

Die 6 Volksbeauftragten und die 10 Redner des VR nahmen somit zusammen mehr als die HĂ€lfte der Redezeit aller 120 Redner wĂ€hrend der gesamten Kongreßdauer ein.

(
)
Zusammenfassung:
Das wohl wichtigste Ergebnis des 1.RK war die Entscheidung zur verfassunggebenden NV und die Festlegung des Wahltermins auf den 19.Januar 1919. Damit war die EinfĂŒhrung der parlamentarisch-demokratischen Republik als Staatsform angenommen und die EinfĂŒhrung eines RĂ€tesystems abgelehnt. Es muß an dieser Stelle nochmals darauf verwiesen werden, daß diese Alternative auch nicht im Mittelpunkt der abgestimmten AntrĂ€ge stand. Die Delegierten stimmten „lediglich” ĂŒber die unterschiedlichen VorschlĂ€ge fĂŒr einen Wahltermin der NV ab, wobei dieses Vorgehen von den Delegierten laut Protokoll zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wurde.

Die MSPD-FĂŒhrung konnte sich mit ihren Vorstellungen ĂŒber Verlauf und Entscheidungen des RĂ€tekongresses weitgehend durchsetzen. Die Frage der Kommandogewalt bzw. MilitĂ€rfragen wollte sie zwar nicht durch den Kongreß diskutiert und entschieden haben, der hierzu angenommene Antrag ĂŒbertrug jedoch dem RdV die Oberste Kommandogewalt ĂŒber Heer und Marine und sicherte den Volksbeauftragten ihren diesbezĂŒglichen Einfluß.

29.12.2018 - 16:28 [ Wikipedia ]

Ebert-Groener-Pakt

Nachdem es im Laufe des 10. November bereits eine erste telegrafische Kontaktaufnahme zwischen Groener im sog. Großen Hauptquartier in Spa einerseits und Ebert in der Berliner Reichskanzlei andererseits gegeben hatte, telefonierte beide abends ĂŒber eine geheime Telefonleitung. Groener, der ohne Absprache mit Generalfeldmarschall Hindenburg vorging, sicherte dabei der neuen Regierung die LoyalitĂ€t des Feldheeres zu. Ihre gemeinsamen Ziele waren die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung sowie die Abwehr des Bolschewismus. Die OHL, deren AutoritĂ€t bei den Soldaten zunehmend sank, ordnete sogar die Bildung von Arbeiter- und SoldatenrĂ€ten (sog. VertrauensrĂ€ten) an, um so die RĂ€tebewegung besser kontrollieren zu können; allerdings blieb gemĂ€ĂŸ der Abmachung zwischen Ebert und Groener die alleinige Befehlsgewalt bei den Offizieren. Der Generalstab und die OHL organisierten ab 11. November die geordnete und nach engem Zeitplan des am frĂŒhen Morgen des 11. November unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens zu erfolgende RĂŒckfĂŒhrung des Feldheeres von der Westfront. Dieses befand sich mit einer StĂ€rke von ca. 6 Millionen Mann entlang einer Linie von Gent ĂŒber Mons/Bergen, Charleville-MĂ©ziĂšres und Sedan bis nach Pont-Ă -Mousson immer noch in Belgien bzw. Ostfrankreich und musste sich innerhalb weniger Wochen bis ĂŒber die Rheinlinie zurĂŒckziehen. Auch nach planmĂ€ĂŸiger Verlegung der OHL von Spa nach Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel ab 15. November 1918 blieben die engen, meist telefonisch gefĂŒhrten Kontakte bestehen, die insbesondere die Situation Eberts und die KĂ€mpfe um das Berliner Schloss an den Weihnachtstagen 1918 beeinflussten.

29.12.2018 - 16:24 [ Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages ]

Die Republikproklamation am 9. November 1918 durch Philipp Scheidemann

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass weder der genaue Ort noch der Inhalt von Scheidemanns Rede noch der Ablauf der Ereignisse im Zusammenhang mit Scheidemanns Auftritt an diesem Tag bis heute abschließend geklĂ€rt sind. Obwohl Scheidemanns Auftritt in der demokratischen Erinnerungskultur der Deutschen eine hohe symbolische Bedeutung fĂŒr die Etablierung der ersten deutschen Republik und die Demokratieentwicklung in unserem Land insgesamt zugemessen wird, sind die diesem Auftritt zugrundeliegenden Fakten bis heute nicht restlos geklĂ€rt. Wesentlicher Grund hierfĂŒr ist, dass die in der tagesaktuellen Presse veröffentlichten Berichte nur unzulĂ€nglich und teilweise auch widersprĂŒchlich auf den Auftritt Scheidemanns eingehen, da die revolutionĂ€ren Ereignisse und Aktionen im Vordergrund der Berichterstattung standen.

Auch Originalfotos des Ereignisses sind nicht ĂŒberliefert – die bekannten Fotos, die Scheidemann bei einer Rede zeigen, sind entweder spĂ€ter nachgestellt oder bei einer anderen Gelegenheit aufgenommen worden.

Die meisten in der Geschichtswissenschaft fĂŒr die Rekonstruktion der AblĂ€ufe vom 9. November 1918 herangezogenen Quellen zum Auftritt Scheidemanns wurden im Nachhinein verfasst und sind von den nachfolgenden Entwicklungen und durch persönliche Interpretationen der Verfasser beeinflusst worden.

29.12.2018 - 16:13 [ Tagesschau.de ]

Ausrufung der Republik: Die nachgestellte Proklamation

(9.11.2018) Der Bundestag gedenkt am 9. November des „Schicksalstags der Deutschen“, viele Medien berichten ĂŒber den Jahrestag. FĂŒr die öffentliche Erinnerung spielen dabei Aufnahmen von Scheidemann bei der Proklamation eine große Rolle. Was allerdings oft nicht deutlich wird: Diese Aufnahmen stammen gar nicht vom 9. November 1918, sondern wurden nachgestellt.

29.12.2018 - 16:07 [ Wikipedia ]

Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands

Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD), auch Mehrheits-SPD oder Mehrheitssozialisten, war eine Bezeichnung fĂŒr die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zwischen Mitte 1917 und 1922. Der verĂ€nderte Name wurde benutzt, um die Abgrenzung von der UnabhĂ€ngigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) zu betonen. Die Kriegsgegner in der SPD hatten sich wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges am 8. April 1917 nach ihrem GrĂŒndungsparteitag in Gotha von der Mutterpartei (SPD) abgespalten und eine eigene Partei gegrĂŒndet, die USPD.

29.12.2018 - 16:01 [ rosalux.de ]

Zur Geschichte der USPD: Aus Anlass des 100. Jahrestages ihrer GrĂŒndung 1917 in Gotha

(April 2017) Die USPD-FĂŒhrung war in Anerkennung der politischen RealitĂ€ten davon ausgegangen, dass die von ihr angestrebten revolutionĂ€ren VerĂ€nderungen ohne beziehungsweise gegen die Mehrheitssozialdemokratie nicht durchgesetzt werden konnten. Die «RevolutionĂ€re wider Willen» (Heinrich August Winkler) um Friedrich Ebert verstanden sich jedoch nicht als GrĂŒndungsvĂ€ter einer Demokratie, sondern als Konkursverwalter des alten Regimes. Das entzog dem Programm von Breitscheid und Hilferding letztlich den Boden, eine alternative Strategie zu dessen Umsetzung besaß die USPD-FĂŒhrung jedoch nicht. Deshalb gab sie der Forderung der MSPD nach einer schnellstmöglichen Wahl der Nationalversammlung nach.

Der linke USPD-FlĂŒgel einschließlich der Spartakusgruppe trat ab dem 9. November 1918 fĂŒr den Fortbestand der Arbeiter- und SoldatenrĂ€te und fĂŒr den Aufbau eines RĂ€tesystems ein. Als am 6. Dezember 1918 konterrevolutionĂ€re Truppen versuchten, die Revolutionsregierung zu beseitigen, sah sich die USPD-Linke in ihrer ablehnenden Haltung der gemeinsamen Regierung mit der MSPD bestĂ€tigt und forderte daher den Austritt. Die ParteifĂŒhrung spitzte ihrerseits den innerparteilichen Konflikt zu, indem sie insbesondere der Spartakusgruppe eine mit der Mitgliedschaft in der USPD nicht zu vereinbarende bolschewistische Taktik vorwarf. Offensichtlich wurde die Krise der USPD auf dem ReichsrĂ€tekongress, als die unabhĂ€ngige Fraktion die Wahl des Zentralrats boykottierte. Damit besaßen die USPD-Volksbeauftragten keinen RĂŒckhalt in dem als Kontrollorgan der Revolutionsregierung gedachten Gremium. Nahezu folgerichtig traten sie von ihren Ämtern zurĂŒck, als es infolge der Berliner WeihnachtskĂ€mpfe Ende Dezember 1918 zum Konflikt mit der MSPD kam.

09.11.2018 - 16:41 [ SPD im Bundestag / Twitter ]

BundesprÀsident F.-W. #Steinmeier: Trauen wir uns, den Anspruch zu erneuern: Es lebe die deutsche Republik! Es lebe unsere Demokratie! #9November #Bundestag

(heute, 9. November 2018)

09.11.2018 - 16:30 [ Sueddeutsche.de ]

Steinmeier zum 9. November: Deutlicher kann ein Staatsoberhaupt kaum werden

(heute, 9. November 2018) Am Ende kehrt Steinmeier an den Anfang zurĂŒck. „Es lebe die deutsche Republik“, sagt er. Aber er fĂŒgt noch einen Satz hinzu: „Es lebe unsere Demokratie.“ Steinmeier erhĂ€lt langen Applaus. Die Abgeordneten erheben sich. Soweit sichtbar: alle.