Archiv: Rosa Luxemburg


24.05.2023 - 22:16 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Friedensutopien

(6./8. Mai 1911)

Nur wenn man plötzlich all diese VorgĂ€nge und Verschiebungen aus den Augen verliert und sich in die seligen Zeiten des europĂ€ischen Konzerts zurĂŒckversetzt, kann man z. B. davon reden, das wir seit 40 Jahren einen ununterbrochenen Frieden haben. Dieser Standpunkt, fĂŒr den nur die VorgĂ€nge auf dem europĂ€ischen Kontinent existieren, bemerkt gar nicht, das wir gerade deshalb seit Jahrzehnten keinen Krieg in Europa haben, weil die internationalen GegensĂ€tze ĂŒber die engen Schranken des europĂ€ischen Kontinents ins ungemessene hinausgewachsen sind, weil europĂ€ische Fragen und Interessen jetzt auf dem Weltmeer und nicht in dem europĂ€ischen KrĂ€hwinkel ausgefochten werden. Die „Vereinigten Staaten Europas“ sind also eine Idee, die sowohl wirtschaftlich wie politisch dem Gang der Entwicklung direkt zuwiderlĂ€uft, von den VorgĂ€ngen des letzten Vierteljahrhunderts gar keine Notiz nimmt. (..)

Und jedes Mal, wo bĂŒrgerliche Politiker die Idee des EuropĂ€ertums, des Zusammenschlusses europĂ€ischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die „gelbe Gefahr“, gegen den „schwarzen Weltteil“, gegen die „minderwertigen Rassen“, kurz, es war stets eine imperialistische Mißgeburt. (
)

Die Idee der europĂ€ischen Kulturgemeinschaft ist der Gedankenwelt des klassenbewußten Proletariats völlig fremd. Nicht die europĂ€ische SolidaritĂ€t, sondern die internationale SolidaritĂ€t, die sĂ€mtliche Weltteile, Rassen und Völker umfaßt, ist der Grundpfeiler des Sozialismus im Marxschen Sinne. Jede TeilsolidaritĂ€t aber ist nicht eine Stufe zur Verwirklichung der echten InternationalitĂ€t, sondern ihr Gegensatz, ihr Feind, eine Zweideutigkeit, unter der der Pferdefuß des nationalen Antagonismus hervorguckt.

Ebenso wie wir stets den Pangermanismus, den Panslawismus, den Panamerikanismus als reaktionÀre Ideen bekÀmpfen, ebenso haben wir mit der Idee des PaneuropÀertums nicht das geringste zu schaffen.

26.09.2022 - 18:33 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Peace Utopias

(May, 6/8 1911)

During these fifteen years we had this: in 1895 the war between Japan and China, which is the prelude to the East Asiatic period of imperialism; in 1898 the war between Spain and the United States; in 1899-1902 the British Boer War in South Africa; in 1900 the campaign of the European powers in China; in 1904 the Russo-Japanese War; in 1904-07 the German Herero War in Africa; and then there was also the military intervention of Russia in 1908 in Persia, at the present moment the military intervention of France in Morocco, without mentioning the incessant colonial skirmishes in Asia and in Africa. Hence the bare facts alone show that for fifteen years hardly a year has gone by without some war activity. (…)

Only were one suddenly to lose sight of all these happenings and manoeuvres, and to transfer oneself back to the blissful times of the European concert of powers, could one say, for instance, that for forty years we have had uninterrupted peace. This conception, which considers only events on the European continent, does not notice that the very reason why we have had no war in Europe for decades is the fact that international antagonisms have grown infinitely beyond the narrow confines of the European continent, and that European problems and interests are now fought out on the world seas and in the by-corners of Europe.

Hence the “United States of Europe” is an idea which runs directly counter both economically and politically to the course of development, and which takes absolutely no account of the events of the last quarter of a century.

That an idea so little in accord with the tendency of development can fundamentally offer no progressive solution in spite of all radical disguises is confirmed also by the fate of the slogan of the “United States of Europe.” Every time that bourgeois politicians have championed the idea of Europeanism, of the union of European States, it has been with an open or concealed point directed against the “yellow peril,” the “dark continent,” against the “inferior races,” in short, it has always been an imperialist abortion.

And now if we, as Social Democrats, were to try to fill this old skin with fresh and apparently revolutionary wine, then it must be said that the advantages would not be on our side but on that of the bourgeoisie. Things have their own objective logic. And the solution of the European union within the capitalist social order can objectively, in the economic sense, mean only a tariff war with America, and in the political sense only a colonial race war. The Chinese campaign of the united European regiments, with the World Field Marshal Waldersee at the head, and the gospel of the Hun as our standard – that is the actual and not the fantastic, the only possible expression of the “European State Federation” in the present social order.

26.09.2022 - 17:57 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Friedensutopien

(6./8. Mai 1911)

Nur wenn man plötzlich all diese VorgĂ€nge und Verschiebungen aus den Augen verliert und sich in die seligen Zeiten des europĂ€ischen Konzerts zurĂŒckversetzt, kann man z. B. davon reden, das wir seit 40 Jahren einen ununterbrochenen Frieden haben. Dieser Standpunkt, fĂŒr den nur die VorgĂ€nge auf dem europĂ€ischen Kontinent existieren, bemerkt gar nicht, das wir gerade deshalb seit Jahrzehnten keinen Krieg in Europa haben, weil die internationalen GegensĂ€tze ĂŒber die engen Schranken des europĂ€ischen Kontinents ins ungemessene hinausgewachsen sind, weil europĂ€ische Fragen und Interessen jetzt auf dem Weltmeer und nicht in dem europĂ€ischen KrĂ€hwinkel ausgefochten werden. Die „Vereinigten Staaten Europas“ sind also eine Idee, die sowohl wirtschaftlich wie politisch dem Gang der Entwicklung direkt zuwiderlĂ€uft, von den VorgĂ€ngen des letzten Vierteljahrhunderts gar keine Notiz nimmt. (..)

Und jedes Mal, wo bĂŒrgerliche Politiker die Idee des EuropĂ€ertums, des Zusammenschlusses europĂ€ischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die „gelbe Gefahr“, gegen den „schwarzen Weltteil“, gegen die „minderwertigen Rassen“, kurz, es war stets eine imperialistische Mißgeburt. (
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Die Idee der europĂ€ischen Kulturgemeinschaft ist der Gedankenwelt des klassenbewußten Proletariats völlig fremd. Nicht die europĂ€ische SolidaritĂ€t, sondern die internationale SolidaritĂ€t, die sĂ€mtliche Weltteile, Rassen und Völker umfaßt, ist der Grundpfeiler des Sozialismus im Marxschen Sinne. Jede TeilsolidaritĂ€t aber ist nicht eine Stufe zur Verwirklichung der echten InternationalitĂ€t, sondern ihr Gegensatz, ihr Feind, eine Zweideutigkeit, unter der der Pferdefuß des nationalen Antagonismus hervorguckt.

Ebenso wie wir stets den Pangermanismus, den Panslawismus, den Panamerikanismus als reaktionÀre Ideen bekÀmpfen, ebenso haben wir mit der Idee des PaneuropÀertums nicht das geringste zu schaffen.

07.06.2021 - 12:53 [ Radio Utopie ]

Wann kommt die neue USPD?

(13. Januar 2011)

Die „UnabhĂ€ngige Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ (USPD) grĂŒndete sich 1917 aus Sozialdemokraten, die den Kriegskurs des Kaiserreiches und der kollaborierenden SPD nicht mehr lĂ€nger mitmachen wollten. WĂ€hrend der deutschen Revolution von Soldaten und Arbeitern im November 1918 spielten sie eine tragende Rolle. Unter ihnen: Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Bis heute werden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch alle linken, aber vor allem durch alle kommunistischen Gruppen und Parteien vereinnahmt. Dabei waren diese beiden Figuren der deutschen Geschichte genau 15 Tage ihres Lebens Kommunisten. Zuvor waren sie jahrzehntelang Sozialdemokraten, zuerst in der SPD, dann in der USPD.

04.01.2021 - 08:19 [ Glenn Greenwald ]

The Kafkaesque Imprisonment of Julian Assange Exposes U.S. Myths About Freedom and Tyranny

Those who do not seek to meaningfully dissent or subvert power will usually deny — because they do not perceive — that such dissent and subversion are, in fact, rigorously prohibited. They will continue to believe blissfully that the society in which they live guarantees core civic freedoms — of speech, of press, of assembly, of due process — because they have rendered their own speech and activism, if it exists at all, so innocuous that nobody with the capacity to do so would bother to try to curtail it. The observation apocryphally attributed to socialist activist Rosa Luxemburg, imprisoned for her opposition to German involvement in World War I and then summarily executed by the state, expresses it best: “Those who do not move, do not notice their chains.”

06.10.2019 - 16:23 [ Lebenshaus SchwÀbische Alb ]

Die Kriegs-Schreiber

Wenn man dies liest, ist man erschĂŒttert zu hören, dass die Bundeswehr in jĂŒngster Zeit wieder verstĂ€rkt Werbung an den Schulen macht. Zwischen 2007 und 2013 wurde das dafĂŒr vorgesehene Budget mehr als verdoppelt. Demonstrationen nach dem Motto „Kein Werben fĂŒrs Sterben“ konnten diesem Treiben nur unzureichend Einhalt gebieten. Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer möchte die Bundeswehr wieder stĂ€rker in der Öffentlichkeit verankern und ihr Image aufpolieren.

15.04.2019 - 15:11 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Friedensutopien

(6./8. Mai 1911)

Nur wenn man plötzlich all diese VorgĂ€nge und Verschiebungen aus den Augen verliert und sich in die seligen Zeiten des europĂ€ischen Konzerts zurĂŒckversetzt, kann man z. B. davon reden, das wir seit 40 Jahren einen ununterbrochenen Frieden haben. Dieser Standpunkt, fĂŒr den nur die VorgĂ€nge auf dem europĂ€ischen Kontinent existieren, bemerkt gar nicht, das wir gerade deshalb seit Jahrzehnten keinen Krieg in Europa haben, weil die internationalen GegensĂ€tze ĂŒber die engen Schranken des europĂ€ischen Kontinents ins ungemessene hinausgewachsen sind, weil europĂ€ische Fragen und Interessen jetzt auf dem Weltmeer und nicht in dem europĂ€ischen KrĂ€hwinkel ausgefochten werden. Die „Vereinigten Staaten Europas“ sind also eine Idee, die sowohl wirtschaftlich wie politisch dem Gang der Entwicklung direkt zuwiderlĂ€uft, von den VorgĂ€ngen des letzten Vierteljahrhunderts gar keine Notiz nimmt. (..)

Und jedes Mal, wo bĂŒrgerliche Politiker die Idee des EuropĂ€ertums, des Zusammenschlusses europĂ€ischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die „gelbe Gefahr“, gegen den „schwarzen Weltteil“, gegen die „minderwertigen Rassen“, kurz, es war stets eine imperialistische Mißgeburt. (
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Die Idee der europĂ€ischen Kulturgemeinschaft ist der Gedankenwelt des klassenbewußten Proletariats völlig fremd. Nicht die europĂ€ische SolidaritĂ€t, sondern die internationale SolidaritĂ€t, die sĂ€mtliche Weltteile, Rassen und Völker umfaßt, ist der Grundpfeiler des Sozialismus im Marxschen Sinne. Jede TeilsolidaritĂ€t aber ist nicht eine Stufe zur Verwirklichung der echten InternationalitĂ€t, sondern ihr Gegensatz, ihr Feind, eine Zweideutigkeit, unter der der Pferdefuß des nationalen Antagonismus hervorguckt.

Ebenso wie wir stets den Pangermanismus, den Panslawismus, den Panamerikanismus als reaktionÀre Ideen bekÀmpfen, ebenso haben wir mit der Idee des PaneuropÀertums nicht das geringste zu schaffen.

15.04.2019 - 15:10 [ Radio Utopie ]

Rosa Luxemburg ĂŒber die „Vereinigten Staaten von Europa“: „Eine imperialistische Mißgeburt“

(12.Mai 2013)

In ihrem vor ĂŒber hundert Jahren erschienenen Essay „Friedensutopien“ Ă€ußerte sich die Sozialdemokratin Rosa Luxemburg ĂŒber ein bereits damals in ihrer Partei, der S.P.D., umgehendes Gespenst: die „Vereinigten Staaten von Europa“. Geschrieben drei Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkriegs, nach einer Phase von 40 Jahren Frieden in Mitteleuropa, lesen sich die Worte der Sozialdemokratin und Sozialistin nicht nur wie eine Abrechnung mit der heutigen „EuropĂ€ischen Union“ des Jahres 2013, sondern auch mit der gesamten Kaste der etablierten und damit paneuropĂ€isch-imperialistischen Parteien explizit in Deutschland …

24.02.2019 - 12:08 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Friedensutopien

(6./8. Mai 1911) Nur wenn man plötzlich all diese VorgĂ€nge und Verschiebungen aus den Augen verliert und sich in die seligen Zeiten des europĂ€ischen Konzerts zurĂŒckversetzt, kann man z. B. davon reden, das wir seit 40 Jahren einen ununterbrochenen Frieden haben. Dieser Standpunkt, fĂŒr den nur die VorgĂ€nge auf dem europĂ€ischen Kontinent existieren, bemerkt gar nicht, das wir gerade deshalb seit Jahrzehnten keinen Krieg in Europa haben, weil die internationalen GegensĂ€tze ĂŒber die engen Schranken des europĂ€ischen Kontinents ins ungemessene hinausgewachsen sind, weil europĂ€ische Fragen und Interessen jetzt auf dem Weltmeer und nicht in dem europĂ€ischen KrĂ€hwinkel ausgefochten werden. Die „Vereinigten Staaten Europas“ sind also eine Idee, die sowohl wirtschaftlich wie politisch dem Gang der Entwicklung direkt zuwiderlĂ€uft, von den VorgĂ€ngen des letzten Vierteljahrhunderts gar keine Notiz nimmt.

22.01.2019 - 06:59 [ Rosa Luxemburg / Leipziger Volkszeitung / marxists.org ]

Friedensutopien

(6./8. Mai 1911) Und jedes Mal, wo bĂŒrgerliche Politiker die Idee des EuropĂ€ertums, des Zusammenschlusses europĂ€ischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die „gelbe Gefahr“, gegen den „schwarzen Weltteil“, gegen die „minderwertigen Rassen“, kurz, es war stets eine imperialistische Mißgeburt.

22.01.2019 - 06:53 [ Spiked ]

Would Rosa Luxemburg have been for Brexit? Red Rosa once called the idea of a European Union an ‘imperialist abortion’.

When it came to external relations, Luxemburg pointed out, the idea of a European Union was also deployed to divide Europe from the rest of the world: ‘Every time that bourgeois politicians have championed the idea of Europeanism, of the union of European States, it has been with an open or concealed point directed against the “yellow peril”, the “dark continent”, against the “inferior races”. In short, it has always been an imperialist abortion.’ They could write those last words on the EU’s tombstone.

15.01.2019 - 16:31 [ WSWS ]

Hundert Jahre seit der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts

Heute jĂ€hrt sich zum hundertsten Mal eines der schwersten und folgenreichsten Verbrechen der Weltgeschichte. Am 15. Januar 1919 verhafteten Freikorpssoldaten der Garde-Kavallerie-SchĂŒtzen-Division in Berlin Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die fĂŒhrenden Köpfe der zwei Wochen zuvor gegrĂŒndeten Kommunistischen Partei Deutschlands. Sie verschleppten die beiden ins Hotel Eden, das Hauptquartier des Freikorps, wo sie verhört, schwer misshandelt und anschließend abgefĂŒhrt und ermordet wurden.

15.01.2019 - 16:15 [ Junge Welt ]

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Die beim Vorstand angesiedelte »Historische Kommission«, das höchste geschichtspolitische Gremium der Partei, wurde im Juli 2018 »aus KostengrĂŒnden« abgewickelt. Deren Aufgabe soll nun die Friedrich-Ebert-Stiftung ĂŒbernehmen. Ihre Umbenennung steht allerdings nicht auf der Agenda – als Kriegs- und Sozialraubpartei bleibt man traditionsbewusst.

29.12.2018 - 17:46 [ infopartisan.net ]

Zum Zusammenschluß von KPD und SPD 1946 – ErklĂ€rung der Historischen Kommission vom Dezember 1995

Der Zusammenschluß von KPD und SPD ist mithin in diesem gesamthistorischen Zusammenhang zu sehen. Den Akteuren jener Zeit sollte zugebilligt werden, daß sie mit ihrem unverwechselbaren – vor allem in den Jahren 1914 bis 1945 gewonnenen – politischen Erfahrungshorizont handelten. In Deutschland war dieser aus dem Weg der herrschenden Klassen vom Weltkrieg Nr. 1 in den Weltkrieg Nr. 2 erwachsen, aus den Halbheiten der Weimarer Demokratie und schließlich aus den Verbrechen der faschistischen Diktatur. Den Zeitgenossen waren die gravierenden Ereignisse der deutschen Arbeiterbewegung jener Jahre viel unmittelbarer als uns heute gegenwĂ€rtig: die Zustimmung der deutschen Sozialdemokratie zu den Kriegskrediten am 4. August und Karl Liebknechts Nein am 2. Dezember 1914, die Abspaltung der USPD und der Weg der Spartakusgruppe zur KPD, die Novemberrevolution mit ihren widersprĂŒchlichen Ergebnissen, revolutionĂ€re Umsturzversuche der Kommunisten und Koalitionspolitik der Sozialdemokraten, das am 1. Mai 1929 geflossene Blut, das ĂŒbereinstimmende Stimmverhalten von Kommunisten und Nationalsozialisten im Preußenvolksentscheid des Jahres 1931, das ZurĂŒckweichen sozialdemokratischer Minister beim Papenstaatsstreich des 20. Juli 1932. Es hatte Angebote zur Einheitsfront gegeben, mit denen die KPD die Sozialdemokratie aushebeln wollte; und es waren Angebote zurĂŒckgewiesen worden, die angesichts der nazistischen Gewaltherrschaft und zur Verhinderung des Krieges gewissenhafte PrĂŒfung verdient hĂ€tten.

29.12.2018 - 17:09 [ Bundesarchiv.de ]

Weimarer Republik (1918-1933): GrĂŒndung der KPD

Vom 30. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 fand der GrĂŒndungsparteitag der KPD als „Reichskonferenz des Spartakusbundes“ statt, der zur Trennung von der U.S.P.D. und zur Konstituierung einer selbststĂ€ndigen Partei fĂŒhrte. Bereits am 30. Dezember 1918 wurde dort eine Resolution angenommen, die mit den Worten schloss: „Unter Lösung seiner organisatorischen Beziehungen zur U.S.P. konstituiert sich der Spartakusbund als selbstĂ€ndige politische Partei unter dem Namen: Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund)“.

29.12.2018 - 16:59 [ Junge Welt ]

Eigene Partei oder in der USPD bleiben? Wahlbeteiligung – ja oder nein? Die Debatten vor und auf dem KPD-GrĂŒndungsparteitag

Immer stĂ€rker trat die Auffassung hervor, dass die GrĂŒndung einer eigenen Partei notwendig sei, um die Bewegung auch organisatorisch zu festigen. Jogiches und auch Rosa Luxemburg konnten sich aber mit diesem Gedanken wenig befreunden. Sie suchten vielmehr ihr altes Ziel zu erreichen, innerhalb der USPD die Arbeiter so stark zu beeinflussen, dass die Politik des Spartakusbundes in der USPD durchgesetzt wĂŒrde und die FĂŒhrung der Partei in die HĂ€nde von Spartakus kĂ€me. Aber dazu war eben die Voraussetzung, dass ein Reichsparteitag der USPD einberufen wurde, …

29.12.2018 - 16:51 [ Wikipedia ]

WeihnachtskÀmpfe

Die WeihnachtskĂ€mpfe endeten mit einer militĂ€rischen Niederlage des Generalkommandos und einer politischen Niederlage der Regierung. Nun musste sie mit den meuternden Matrosen neu verhandeln. Um die RĂ€umung der besetzten GebĂ€ude und die Freilassung von Wels zu erreichen, sagte der Rat zu, dass die ausstehende Löhnung ausbezahlt und die Volksmarinedivision in ihrer bisherigen StĂ€rke in die republikanische Soldatenwehr eingegliedert wĂŒrde. Zudem musste er der Entlassung von Wels als Stadtkommandant zustimmen.[10]

Obwohl die mehrheitssozialdemokratischen Mitglieder der Regierung sich in einer Notsituation befunden hatten und die Volksmarinedivision eigenmĂ€chtig gehandelt hatte, waren die Ereignisse fĂŒr viele Arbeiter und Soldaten in Berlin ein Beweis, dass die MSPD sich mit gegenrevolutionĂ€ren KrĂ€ften verbĂŒndet hĂ€tte. Die öffentliche Bestattung der getöteten Matrosen wurde zu einer Massendemonstration. Auf mitgefĂŒhrten Plakaten war zu lesen: „Des Matrosenmordes klagen wir an Ebert, Landsberg und Scheidemann.“
Der Rat der Volksbeauftragten nach dem Ausscheiden der USPD: Landsberg, Scheidemann, Noske, Ebert, Rudolf Wissell.

Nach Lage der Dinge war die Bitte um Hilfe durch Mitglieder des Rates der Volksbeauftragten an das MilitĂ€r ohne Alternativen. Allerdings versĂ€umte Ebert, die Aktion mit dem zustĂ€ndigen preußischen Kriegsminister abzustimmen. Dadurch begab sich die Regierung völlig in die Hand der MilitĂ€rs. Der Ebert-Groener-Pakt vom November 1918 wurde so gefestigt, nach Ansicht Ulrich Kluges wurde das politische BĂŒndnis zwischen Mehrheitssozialdemokratie und MilitĂ€rs wĂ€hrend der WeihnachtskĂ€mpfe ĂŒberhaupt erst geschlossen.

29.12.2018 - 16:41 [ gesis.org ]

Allgemeiner Kongreß der Arbeiter– und SoldatenrĂ€te Deutschlands 16.–20.Dezember 1918.

Am Abend des so ereignisreichen 10.November kam es zu einer weiteren wichtigen „Vereinbarung”, die in einem Telephonat zwischen der Reichskanzlei und der Obersten Heeresleitung, die ihren Sitz in Spa hatte, getroffen wurde. In diesem GesprĂ€ch zwischen Friedrich Ebert (Volksbeauftragter seit demselben Tag) und der Obersten Heeresleitung, in Person von General Wilhelm Groener, wurde festgelegt, daß sich das Heer der ‘Reichsregierung’ (so wird der RdV von Groener bezeichnet) zur VerfĂŒgung stellen werde, jedoch nur unter der von Groener gestellten Voraussetzung, daß die Regierung energisch den „Bolschewismus und das RĂ€teunwesen bekĂ€mpfen” und die „Ordnung in Staat und Gesellschaft” aufrechterhalten werde.

Warum Ebert diesen Forderungen zustimmte, kann an dieser Stelle nicht erörtert werden. Aus dieser Zustimmung geht jedoch deutlich hervor, daß fĂŒr Ebert die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung bzw. die Verhinderung eines Chaos’ im Vordergrund seiner Überlegungen stand.

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So erfolgte am 23.11.1918 die Einladung zum 1.RK durch den VR. 25 Als Termin fĂŒr das Zusammentreten des RĂ€tekongresses wurde der 16.12.1918 und als Tagungsort der Sitzungssaal des ehemaligen Preußischen Abgeordnetenhauses vorgeschlagen. Da es aufgrund der ÜberstĂŒrzung der Ereignisse nicht möglich gewesen war, ein einheitliches, allgemein gĂŒltiges Wahlsystem vorzulegen , empfahl der VR, aus den bestehenden AuSRen die Kongreß-Delegierten zu wĂ€hlen. Es wurde festgelegt, nicht mehr als 500 Delegierte am Kongreß teilnehmen zu lassen, wobei auf je 100.000 Soldaten und je 200.000 (Zivil-)Personen je ein Delegierter gewĂ€hlt werden sollte. Grundlage fĂŒr die Wahlen sollten die VolkszĂ€hlungsergebnisse sein.

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Neben den 489 Mandatsinhabern nahmen am Kongreß 17 Vertreter der Regierung teil, die kein Mandat besaßen. Darunter befanden sich die 6 Volksbeauftragten Ebert, Scheidemann, Landsberg, Dittmann, Barth und Haase sowie Vertreter der Reichskanzlei (UnterstaatssekretĂ€r Kurt Baake, Pressechef Rauscher, SekretĂ€r Walter Oehme, und der persönliche Referent Ebert’s Heinrich Schulz), des AuswĂ€rtigen Amtes (Karl Kautsky), des Reichsamtes des Innern (Dr. Rudolf Breitscheid), des Reichsmarineamtes (Gustav Noske) und der preußischen Regierung (Paul Hirsch, Eugen Ernst). Mit Ausnahme einiger Vertreter der Reichskanzlei gehörten diese Personen entweder der MSPD oder der USPD an.

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Die 6 Volksbeauftragten und die 10 Redner des VR nahmen somit zusammen mehr als die HĂ€lfte der Redezeit aller 120 Redner wĂ€hrend der gesamten Kongreßdauer ein.

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Zusammenfassung:
Das wohl wichtigste Ergebnis des 1.RK war die Entscheidung zur verfassunggebenden NV und die Festlegung des Wahltermins auf den 19.Januar 1919. Damit war die EinfĂŒhrung der parlamentarisch-demokratischen Republik als Staatsform angenommen und die EinfĂŒhrung eines RĂ€tesystems abgelehnt. Es muß an dieser Stelle nochmals darauf verwiesen werden, daß diese Alternative auch nicht im Mittelpunkt der abgestimmten AntrĂ€ge stand. Die Delegierten stimmten „lediglich” ĂŒber die unterschiedlichen VorschlĂ€ge fĂŒr einen Wahltermin der NV ab, wobei dieses Vorgehen von den Delegierten laut Protokoll zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wurde.

Die MSPD-FĂŒhrung konnte sich mit ihren Vorstellungen ĂŒber Verlauf und Entscheidungen des RĂ€tekongresses weitgehend durchsetzen. Die Frage der Kommandogewalt bzw. MilitĂ€rfragen wollte sie zwar nicht durch den Kongreß diskutiert und entschieden haben, der hierzu angenommene Antrag ĂŒbertrug jedoch dem RdV die Oberste Kommandogewalt ĂŒber Heer und Marine und sicherte den Volksbeauftragten ihren diesbezĂŒglichen Einfluß.

29.12.2018 - 16:28 [ Wikipedia ]

Ebert-Groener-Pakt

Nachdem es im Laufe des 10. November bereits eine erste telegrafische Kontaktaufnahme zwischen Groener im sog. Großen Hauptquartier in Spa einerseits und Ebert in der Berliner Reichskanzlei andererseits gegeben hatte, telefonierte beide abends ĂŒber eine geheime Telefonleitung. Groener, der ohne Absprache mit Generalfeldmarschall Hindenburg vorging, sicherte dabei der neuen Regierung die LoyalitĂ€t des Feldheeres zu. Ihre gemeinsamen Ziele waren die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung sowie die Abwehr des Bolschewismus. Die OHL, deren AutoritĂ€t bei den Soldaten zunehmend sank, ordnete sogar die Bildung von Arbeiter- und SoldatenrĂ€ten (sog. VertrauensrĂ€ten) an, um so die RĂ€tebewegung besser kontrollieren zu können; allerdings blieb gemĂ€ĂŸ der Abmachung zwischen Ebert und Groener die alleinige Befehlsgewalt bei den Offizieren. Der Generalstab und die OHL organisierten ab 11. November die geordnete und nach engem Zeitplan des am frĂŒhen Morgen des 11. November unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens zu erfolgende RĂŒckfĂŒhrung des Feldheeres von der Westfront. Dieses befand sich mit einer StĂ€rke von ca. 6 Millionen Mann entlang einer Linie von Gent ĂŒber Mons/Bergen, Charleville-MĂ©ziĂšres und Sedan bis nach Pont-Ă -Mousson immer noch in Belgien bzw. Ostfrankreich und musste sich innerhalb weniger Wochen bis ĂŒber die Rheinlinie zurĂŒckziehen. Auch nach planmĂ€ĂŸiger Verlegung der OHL von Spa nach Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel ab 15. November 1918 blieben die engen, meist telefonisch gefĂŒhrten Kontakte bestehen, die insbesondere die Situation Eberts und die KĂ€mpfe um das Berliner Schloss an den Weihnachtstagen 1918 beeinflussten.

29.12.2018 - 16:07 [ Wikipedia ]

Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands

Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD), auch Mehrheits-SPD oder Mehrheitssozialisten, war eine Bezeichnung fĂŒr die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zwischen Mitte 1917 und 1922. Der verĂ€nderte Name wurde benutzt, um die Abgrenzung von der UnabhĂ€ngigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) zu betonen. Die Kriegsgegner in der SPD hatten sich wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges am 8. April 1917 nach ihrem GrĂŒndungsparteitag in Gotha von der Mutterpartei (SPD) abgespalten und eine eigene Partei gegrĂŒndet, die USPD.

29.12.2018 - 16:01 [ rosalux.de ]

Zur Geschichte der USPD: Aus Anlass des 100. Jahrestages ihrer GrĂŒndung 1917 in Gotha

(April 2017) Die USPD-FĂŒhrung war in Anerkennung der politischen RealitĂ€ten davon ausgegangen, dass die von ihr angestrebten revolutionĂ€ren VerĂ€nderungen ohne beziehungsweise gegen die Mehrheitssozialdemokratie nicht durchgesetzt werden konnten. Die «RevolutionĂ€re wider Willen» (Heinrich August Winkler) um Friedrich Ebert verstanden sich jedoch nicht als GrĂŒndungsvĂ€ter einer Demokratie, sondern als Konkursverwalter des alten Regimes. Das entzog dem Programm von Breitscheid und Hilferding letztlich den Boden, eine alternative Strategie zu dessen Umsetzung besaß die USPD-FĂŒhrung jedoch nicht. Deshalb gab sie der Forderung der MSPD nach einer schnellstmöglichen Wahl der Nationalversammlung nach.

Der linke USPD-FlĂŒgel einschließlich der Spartakusgruppe trat ab dem 9. November 1918 fĂŒr den Fortbestand der Arbeiter- und SoldatenrĂ€te und fĂŒr den Aufbau eines RĂ€tesystems ein. Als am 6. Dezember 1918 konterrevolutionĂ€re Truppen versuchten, die Revolutionsregierung zu beseitigen, sah sich die USPD-Linke in ihrer ablehnenden Haltung der gemeinsamen Regierung mit der MSPD bestĂ€tigt und forderte daher den Austritt. Die ParteifĂŒhrung spitzte ihrerseits den innerparteilichen Konflikt zu, indem sie insbesondere der Spartakusgruppe eine mit der Mitgliedschaft in der USPD nicht zu vereinbarende bolschewistische Taktik vorwarf. Offensichtlich wurde die Krise der USPD auf dem ReichsrĂ€tekongress, als die unabhĂ€ngige Fraktion die Wahl des Zentralrats boykottierte. Damit besaßen die USPD-Volksbeauftragten keinen RĂŒckhalt in dem als Kontrollorgan der Revolutionsregierung gedachten Gremium. Nahezu folgerichtig traten sie von ihren Ämtern zurĂŒck, als es infolge der Berliner WeihnachtskĂ€mpfe Ende Dezember 1918 zum Konflikt mit der MSPD kam.