Archiv: 1848


09.11.2025 - 18:18 [ Novemberrevolution.de ]

Karl Liebknecht proklamiert am 09.11.1918 die Sozialistische Republik Deutschland (Auszug)

(Vossische Zeitung Nr. 576 vom 10. 11. 1918)

»Der Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. Der Friede ist in diesem Augenblick geschlossen. Das Alte ist nicht mehr. Die Herrschaft der Hohenzollern, die in diesem Schloß jahrhundertelang gewohnt haben, ist vorĂŒber. In dieser Stunde proklamieren wir die freie sozialistische Republik Deutschland. Wir grĂŒĂŸen unsere russischen BrĂŒder, die vor vier Tagen schmĂ€hlich davongejagt worden sind.« Liebknecht wies dann auf das Hauptportal des Schlosses und rief mit erhobener Stimme: »Durch dieses Tor wird die neue sozialistische Freiheit der Arbeiter und Soldaten einziehen. Wir wollen an der Stelle, wo die Kaiserstandarte wehte, die rote Fahne der freien Republik Deutschland hissen!«

Die Soldaten der Schloßwache, die auf dem Dach sichtbar waren, schwenkten die Helme und grĂŒĂŸten zur Menge herab, die auf das Tor zudrĂ€ngte. Es wurde langsam geöffnet, um dem Automobil Liebknechts Einlaß zu gewĂ€hren. Die Menge wurde davon zurĂŒckgehalten, zu folgen. Nach einigen Minuten erschienen, von der Menge stĂŒrmisch begrĂŒĂŸt, die Soldaten der Schloßwache ohne Waffen und GepĂ€ck. Kurze Zeit darauf zeigte sich Liebknecht mit Gefolgschaft auf dem Balkon, von dessen Grau sich eine breite rote Decke abhob.

»Parteigenossen«, begann Liebknecht, »der Tag der Freiheit ist angebrochen. Nie wieder wird ein Hohenzoller diesen Platz betreten. Vor 70 Jahren stand hier am selben Ort Friedrich Wilhelm IV. und mußte vor dem Zug der auf den Barrikaden Berlins fĂŒr die Sache der Freiheit Gefallenen, vor den fĂŒnfzig blutĂŒberströmten Leichnamen seine MĂŒtze abnehmen. Ein anderer Zug bewegt sich heute hier vorĂŒber. Es sind die Geister der Millionen, die fĂŒr die heilige Sache des Proletariats ihr Leben gelassen haben. Mit zerspaltenem SchĂ€del, in Blut gebadet wanken diese Opfer der Gewaltherrschaft vorĂŒber, und ihnen folgen die Geister von Millionen von Frauen und Kindern, die fĂŒr die Sache des Proletariats in Kummer und Elend verkommen sind. Und Abermillionen von Blutopfern dieses Weltkrieges ziehen ihnen nach. Heute steht eine unĂŒbersehbare Menge begeisterter Proletarier an demselben Ort, um der neuen Freiheit zu huldigen. Parteigenossen, ich proklamiere die freie sozialistische Republik Deutschland, die alle StĂ€mme umfassen soll, in der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird. Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen. Wir rufen unsere russischen BrĂŒder zurĂŒck. Sie haben bei ihrem Abschied zu uns gesagt: >Habt Ihr in einem Monat nicht das erreicht, was wir erreicht haben, so wenden wir uns von Euch ab.< Und nun hat es kaum vier Tage gedauert.« »Wenn auch das Alte niedergerissen ist«, fuhr Liebknecht fort, »dĂŒrfen wir doch nicht glauben, daß unsere Aufgabe getan sei. Wir mĂŒssen alle KrĂ€fte anspannen, um die Regierung der Arbeiter und Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu schaffen, eine Ordnung des Friedens, des GlĂŒcks und der Freiheit unserer deutschen BrĂŒder und unserer BrĂŒder in der ganzen Welt. Wir reichen ihnen die HĂ€nde und rufen sie zur Vollendung der Weltrevolution auf. Wer von euch die freie sozialistische Republik Deutschland und die Weltrevolution erfĂŒllt sehen will, erhebe seine Hand zum Schwur (alle HĂ€nde erheben sich und Rufe ertönen: Hoch die Republik!). Nachdem der Beifall verrauscht war, ruft ein neben Liebknecht stehender Soldat und schwenkt die rote Fahne, die er in den HĂ€nden trĂ€gt: »Hoch lebe ihr erster PrĂ€sident Liebknecht!« Liebknecht schloß: »Soweit sind wir noch nicht. Ob PrĂ€sident oder nicht, wir mĂŒssen alle zusammenstehen, um das Ideal der Republik zu verwirklichen. Hoch die Freiheit und das GlĂŒck und der Frieden!«

Bald darauf wurde an dem Mast der Kaiserstandarte die rote Fahne gehißt.

Vossische Zeitung Nr. 576 vom 10. 11. 1918


(Anm.d.Red. Nachrichtenagentur Radio Utopie: unter Bruch des Dogmas der hundertprozentig authentischen Wiedergabe der verlinkten Quellen wurde ein verheerender Rechtschreibfehler in der Überschrift korrigiert.)

27.12.2018 - 17:27 [ Heise.de ]

Wolfgang SchĂ€uble – RevolutionsfĂŒhrer wider Willen?

Zwischenfazit: Macron bemĂŒhte sich im Rahmen des deutsch-französischen Eurodeals, Frankreich eben jene neoliberale Rosskur zu verpassen, mit der schon Wolfgang SchĂ€uble die sĂŒdliche Peripherie der Eurozone sozioökonomisch verwĂŒstete – mit desaströsen politischen Folgen. Denn es war eben dieses schĂ€ublerische Spardiktat, das maßgeblich zum Aufstieg der Neuen Rechten in LĂ€ndern wie etwa Italien beitrug. Die von Berlins Funktionseliten souverĂ€n ignorierten ZusammenhĂ€nge zwischen rabiater AusteritĂ€tspolitik in Krisenzeiten und dem Aufstieg rechtsextremer Bewegungen und Parteien sind eigentlich seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt.

22.12.2018 - 19:21 [ spiked ‏/ Twitter ]

“For two years Brexit voters have been called far right, stupid, dangerous. In truth we are just people who want to stand up for national sovereignty and popular democracy. In 2019 let’s not take any more of the elite’s insults”, says Brendan O’Neill

22.12.2018 - 15:35 [ .INFOS ‏/ Twitter ]

ALERTE INFO – Au moins 10 000 personnes Ă  #Paris. Les #GiletsJaunes sont divisĂ©s en plusieurs cortĂšges : Ă  #Madeleine, sur les #ChampsElysees, sur le boulevard Haussmann, rue de #Rivoli… Ils crient „Macron dĂ©mission“. #22Decembre

22.12.2018 - 15:24 [ actu.fr ]

VIDÉOS. Acte VI des Gilets jaunes en Seine-Maritime : situation trùs tendue à Rouen

L‘acte VI des Gilets jaunes en Seine-Maritime est trĂšs tendu Ă  Rouen, samedi 22 dĂ©cembre 2018. Environ un millier de personnes se sont rassemblĂ©es dans l‘hyper-centre.

22.12.2018 - 15:20 [ Sotiri Dimpinoudis ‏/ Twitter ]

#Update: Massive Protestors in town of #TOULOUSE are gathering! #GiletsJaunes #YellowVests #Acte6

22.12.2018 - 15:18 [ Sotiri Dimpinoudis ‏/ Twitter ]

#Update: Video of an massive protestors gathering of the city #Lille in #France today! #GiletsJaunes #YellowVests #Acte6

22.12.2018 - 14:48 [ Bloomberg ‏/ Twitter ]

Macron and Merkel have hopes to reform the euro area. Here‘s how their plans stack up

(24.6.2018)

22.12.2018 - 13:29 [ Radio Utopie / Twitter ]

@JLMelenchon Vive la rĂ©publique de la France! Vive la rĂ©publique de l’Allemagne! Vive l’amitiĂ© française-allemande!

(8.12.2014)

22.12.2018 - 12:47 [ Spiked ]

A European Spring – Europeans are in revolt against the political and moral order and it’s wonderful.

In a sense, 2018 is less like 1848 itself and more like the decades that preceded that tumultuous year. These were, in the words of Trygve Tholfsen in his 1977 study of working-class radicalism in the run-up to 1848, ‘hungry decades’ – decades in which disgruntlement and radicalism bristled and grew before exploding in firm demands for change. And though many people were alarmingly poor in these ‘hungry decades’, it wasn’t their ‘immediate deprivation’ that drove them to organise and take action, says Tholfsen; rather, their instinct for revolt was built on ‘solid intellectual foundations’ and it expressed a ‘denial of the legitimacy of the social and political order’.