Archiv: Jimmy Carter


02.09.2020 - 09:51 [ Radio Utopie ]

BBC-Filmreihe “The Trap” (III): Die Freiheit von Berlin oder Der „Kampf der Zivilisationen“

(18.11.2012)

Adam Curtis beschreibt nun in „The Trap“, wie Mitte der 70er Jahre nach einem vermeintlichen „Befreiungskrieg“ – geführt nach einem Konzept von „positiver Freiheit“, wie sie Isaiah Berlin 1958 definiert hatte, sprich: dem Kommunismus – ein ehemaliges Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs eines der schrecklichsten Kapitel der jüngeren Geschichte aufschlug: der Guerilla-Führer der „Roten Khmer“ und spätere Diktator Kambodschas, Pol Pot. Seine Regimekräfte und ehemaligen Guerillas setzten in letzter Konsequenz die eigene, selbst geschaffene Realität, Moral und Handlungsfreiheit in die Tat um: sie vernichteten alle anderen.

Der „bourgeoise Klassenfeind“ der ausgebeuteten Bauern – Akademiker, Intellektuelle, Kambodschaner mit höherer Schulbildung – den das Regime in die Finger bekam (und dafür sogar extra ins Land lockte), wurde in Lager gesteckt oder gleich ermordet. Das gesamte Volk wurde einer Schreckensherrschaft unterworfen, Kambodscha zu einem apokalyptischen Sklavenstaat.

Das Wort „Schlaf“ wurde verboten und durch das Wort „Ruhen“ ersetzt. Es reichte im Lager zu lächeln, um ermordet zu werden. Viele Kambodschaner wussten bis zum Ende des Regimes nicht einmal, durch wen sie eigentlich beherrscht wurden. Das Pol Pot Regime versteckte sich hinter dem Synonym „Angka“, der Diktator trat erst Jahre nach der Machtergreifung überhaupt in der Öffentlichkeit auf, unter Pseudonym.

Was die Dokumentation „The Trap“ leider vergisst zu erwähnen, sei hier noch schnell hinzugefügt oder der Dokumentation von John Pilger „Year Zero: The Silent Death of Cambodia“ aus 1979 zu entnehmen.

1965 begannen die U.S.A. während des Krieges gegen Nordvietnam ein ebenso mörderisches, wie geheimes Bombardement gegen das neutrale Kambodscha, was bis 1954 Kolonie Frankreichs gewesen war. 2,7 Millionen Tonnen Bomben zwischen 1965 bis 1973 beförderten Kambodscha „zurück in die Steinzeit“ und töteten 200.000 Menschen. Den U.S.-Bomberpiloten wurde vom Pentagon sogar verboten, die eigenen Vorgesetzten zu informieren. Die angeblichen Militärstützpunkte Nordvietnams in Kambodscha, wegen denen die Bombardements vermeintlich durchgeführt wurden, existierten nicht.

Was die Tat von Wahnsinnigen war, wurde nachher als „Wahnsinnigen-Theorie“ („Madman-Theory“) verkauft: die U.S.-Regierung unter Präsident Richard Nixon und Außenminister Henry Kissinger (der später den Friedensnobelpreis bekam) behauptete, sie habe sich wahnsinnig benommen, um der Sowjetunion Angst vor einem Atomkrieg zu machen, damit diese Druck auf Nordvietnam ausübe, damit das den Krieg gegen die U.S.A. beende, den die U.S.A. selbst begonnen hatten.

1970 stürzten die U.S.A. die Monarchie unter „Prinz“ Sihanouk, installierten ein Proxy-Regime und marschierten in Kambodscha ein. Sihanouk, einst 1941 im Alter von achtzehn Jahren vom französischen Vichy-Regime unter deutscher Besatzung zum neuen König der damaligen französischen Kolonie Kambodscha ernannt, floh ins China Mao Tse Tungs und formierte dort eine kambodschanische „Freiheitsbewegung“. Deren Teil: die Roten Khmer.

1972 besuchte Richard Nixon als erster U.S.-Präsident China und Mao Tse Tung, im Versuch gegen das mit der Sowjetunion verbündete Nordvietnam einen Verbündeten zu finden und die Rivalitäten sowohl zwischen China und Vietnam, als auch zwischen China und der Sowjetunion zu schüren.

Als 1975 in Vietnam die Truppen des Vietkong und Nordvietnams in Saigon einmarschierten und den Krieg gegen die U.S.A. gewannen, marschierten in Kambodscha die Truppen der Roten Khmer – von China unterstützt und traditionell verfeindet mit den vietnamesischen Kommunisten – plötzlich in der Haupstadt Phnom Penh ein. Und setzten Prinz Sihanouk als offizielles Staatsoberhaupt ein.

Von der Schreckensherrschaft Pol Pots, auf dessen Killing Fields Millionen Leichen lagen und dessen Verbündeter Prinz Sihanouk nach wie vor im Land lebte, befreite Kambodscha 1979 nicht etwa die „negative Freiheit“ der U.S.A., von Frankreich, oder der U.N.O., sondern die einrückenden Truppen des kommunistischen Vietnams.

Die Mörder der Roten Khmer, die gerade einen Genozid begangen hatten, flohen in Dschungel und begannen dort einen neuen Guerillakrieg – mit Unterstützung der U.S.A. und anderer ehrenwerter westlicher Länder. 1982 formierten die Massenmörder unter Führung Sihanouks eine Exilregierung, die von den U.S.A., der U.N.O und unwichtigen Ländereien Westeuropas anerkannt wurde.

Vizepräsident dieser kambodschanischen Exilregierung: das „Staatsoberhaupt“ des Pol Pot Regimes von 1976-1979, Khieu Samphan. Er lebt heute noch. Er sagt, er hätte nichts gewusst.

Pol Pot wurde nie verfolgt. Dafür sorgten die U.S.A..

Neues altes Staatsoberhaupt Kambodschas wurde 1991 Sihanouk, nach dem Abzug der vietnamesischen Truppen. Er starb erst vor wenigen Tagen, am 15. Oktober 2012, in Peking.

23.09.2019 - 08:53 [ ForeignPolicy.com ]

Blast From the Past

Forty years ago, a U.S. satellite detected the telltale signs of a nuclear explosion. An analysis of the evidence today points to a clandestine nuclear test, a Carter administration cover-up, and only one country that was willing and able to carry it out: Israel.

23.09.2019 - 08:50 [ Haaretz ]

U.S. Covered Up an Israeli Nuclear Test in 1979, Foreign Policy Says

Forty years after a mysterious explosion over the Atlantic that researchers say was an Israeli nuclear test, Foreign Policy has published a series of articles detailing the U.S. government’s alleged efforts to cover up the affair.

14.09.2019 - 09:08 [ Yale.edu ]

United States Policy on the Khmer Rouge regime, 1975-1979

1. Kenton Clymer, The United States and Cambodia, 1969-2000: A Troubled Relationship(New York and London: Routledge, 2004)

2. Secretary of State Henry Kissinger discusses the Khmer Rouge regime with Thailand’s Foreign Minister Chatichai, November 26, 1975

Kissinger: “You should also tell the Cambodians that we will be friends with them. They are murderous thugs, but we won’t let that stand in our way. We are prepared to improve relations with them.”

3. Ford and Kissinger discuss Cambodia with Indonesia’s President Suharto, Jakarta, December 5, 1975

4. Former US National Security Adviser, Zbigniew Brzezinski, on China and the Khmer Rouge, 1979:

“I encouraged the Chinese to support Pol Pot. Pol Pot was an abomination. We could never support him, but China could.” According to Brzezinski, the USA “winked, semi-publicly” at Chinese and Thai aid to the Khmer Rouge.

14.09.2019 - 09:04 [ Wikipedia ]

Allegations of United States support for the Khmer Rouge

There are allegations that the United States (U.S.) directly armed the Khmer Rouge during the Cambodian–Vietnamese War in order to weaken the influence of Vietnam and the Soviet Union in Southeast Asia. It is not disputed that the United States encouraged the government of China to provide military training and support for the Khmer Rouge and that the United States voted for the Khmer Rouge to remain the official representative of the country in the United Nations even after 1979 when the Khmer Rouge was mostly deposed by Vietnam and ruled just a small part of the country.[1][2][3]

Additional alleged U.S. actions that benefited the Khmer Rouge range from tolerating Chinese and Thai aid to the organization (Henry Kissinger) to, according to Michael Haas, directly arming the Khmer Rouge. The U.S. government officially denies these claims, and Nate Thayer defended U.S. policy, arguing that little, if any, American aid actually reached the Khmer Rouge. However, it is not disputed that the U.S. voted for the Khmer Rouge, and later, for the Coalition Government of Democratic Kampuchea (CGDK), which was dominated by the Khmer Rouge, to retain Cambodia’s United Nations (UN) seat until 1982 and 1991, respectively.

01.05.2019 - 12:02 [ Antiwar.com ]

Jimmy Carter: US ‘Most Warlike Nation in History of the World’

(20.04.2019)

Carter then said the US has been at peace for only 16 of its 242 years as a nation. Counting wars, military attacks and military occupations, there have actually only been five years of peace in US history – 1976, the last year of the Gerald Ford administration and 1977-80, the entirety of Carter’s presidency. Carter then referred to the US as “the most warlike nation in the history of the world,” a result, he said, of the US forcing other countries to “adopt our American principles.”

10.02.2019 - 17:01 [ New York Times ]

THE C.I.A. AND LUMUMBA

(2. Aug 1981) Others, including the C.I.A.’s critics, warn that if these restraints are loosened, the United States may well find itself slipping back to the situation that prevailed in the 1960’s, when the agency was virtually unbridled, when assassination of inconvenient foreign political figures was an acceptable technique, and when top officials cultivated a deliberate fuzziness that obscured the line of command from the President to the Director of Central Intelligence and on down to the operatives in the field. These critics fear that if the C.I.A. is given too much leeway in the means it employs, it may once again be tempted to interpret a President’s wishes in a way that will damage the good name and long-range interests of the United States.