(July 21, 2008)
DIE ISS: KALT SABOTIERT UND IN DER SACKGASSE
NASA-Chef Michael Griffin hat selbst die Entwicklung des âSpace Shuttleâ und der Internationalen Raumstation ISS als âeinen Fehlerâ (âa mistakeâ) bezeichnet. Erst nach verblĂŒfften Protesten aus der Wissenschaft zog er halbherzig zurĂŒck. Aber mehr und mehr fragen sich die Beobachter aus Wissenschaft und Weltöffentlichkeit, ob man es mit einem neuen âWettrennen im Weltraumâ zu tun hat, welches eher militĂ€risch motiviert ist.
An ISS und Space Shuttle (siehe Screenshot, aus einem Bild der ESA) wird kritisiert, dass sie keinen âGewinnâ abwerfen. Auf den ersten Blick einfach grosser Quatsch. Auf den zweiten skrupelloses KalkĂŒl. Man will die zivilen Projekte einfach loswerden und denkt sich eine entsprechend dumme Luftblase aus, um diese dann testweise in die Ăffentlichkeit zu setzen, dann entweder bei entsprechendem Geschrei zurĂŒckzuziehen und wegzuheucheln oder einfach immer weiter mit dem Abbau der zivilen Wissenschaft zu machen bis alles zerstört, runiert und endlich verloren ist.
Einfacher Hintergedanke: wenn man einen Krieg fĂŒhren will, braucht man einen Feind, keinen Mitmenschen auf irgendeinem Planeten mit dem man dies und das gemeinsam hat. Das verwirrt nur die blöde Hammelherde die man an die Front quatschen will.
Die ISS, obgleich nicht mal fertiggebaut, steht ab 2010 ohne VersorgungsfÀhre da, weil die NASA auch die Space Shuttles einmottet und seit den 70er Jahren, unter den 8 Jahren Ronald Reagan mit seinem Vize George Bush, dessen 4 Jahren als PrÀsident, 8 Jahren Bill Clinton und dann noch 8 Jahre George Bush Junior oben drauf, kein Nachfolgemodell entwickelt hat.
Den fĂŒr 2015 in Aussicht gestellten US-Raumgleiter âOrionâ darf man nicht als schlechten Witz bezeichnen, man muss es. Er besteht nur auf dem Papier, ebenso wie die notwendige TrĂ€gerrakete Ares.
Beide Luftnummern sollen im Rahmen dieses wohlklingenden âProject Constellationâ angeblich aus uralten Komponenten des âApolloâ-Programms, ja sogar aus der steinzeitlichen Delta-IV Rakete (ausgerechnet von Boeing) zusammen gesetzt werden.
Deshalb mĂŒssen ab 2010 nun zur Versorgung der ISS die Russen einspringen â mit den uralten Kapseln der Sojus-Kapseln. Es ist zum Verzweifeln.
Und ab 2015, so drohte NASA-Chef Griffin indirekt, ist das Projekt ISS sowieso hinfÀllig.
Auch nicht die ESA, die kanadische oder die japanische Raumfahrtbehörde machen z.Z. irgendwelche Anstrengungen um die Zukunft der einzigen Raumstation der Menschheit im All zu retten.
Dabei werden dann wirre PlĂ€ne ĂŒber Mond- und Marsmissionen in die Welt gesetzt die völlig irreal und nicht umzusetzen sind, weil bei immensen technischen und infrastrukturellen Problemen trotzdem alle gegeneinander arbeiten und vor einander warnen, besonders vor den Chinesen welche zwar auffĂ€llig zielstrebig und fleissig ihre Raumfahrt selbststĂ€ndig ausbauen, aber gerade mal ihren ersten Taikonauten ins All gebracht haben und noch mindestens 10 Jahre hinter dem Stand der Russen und Amerikaner sind.
Und die Franzosen? Sie hatten schon Mitte der 70er Jahre die PlĂ€ne fĂŒr den Raumgleiter âHermesâ in der Schublade, die natĂŒrlich konsequent nicht umgesetzt wurden.
1987 wurde dann endlich der erste Schritt getan, um das ganze Programm dann 6 Jahre spĂ€ter wieder einzustellen, ausgerechnet mit der Explosion der Challenger-RaumfĂ€hre als BegrĂŒndung, die bereits 1986 erfolgt worden war.
Einerseits mĂŒsse man jetzt wohl doch Schleudersitze einbauen (was fĂŒr ein Witz), deswegen könne man weniger Astronauten und Fracht mitnehmen, ausserdem habe man kein Geld und ausserdem brauche man eh keine RaumfĂ€hre.
Jetzt von einer Mondfahrt, oder gar einer Reise zum Mars zu erzĂ€hlen, ist irrational und unwissenschaftlich. Letzteres ist mit normalen Verbrennungstechniken bzw. chemischen Triebwerken sowieso nicht zu schaffen, und der Ionenantrieb, dessen erste EntwĂŒrfe vom deutschen Hermann Oberth aus den 20er Jahren stammen, dĂŒmpelt leise vor sich hin. Funktionieren tut er nur im Vakuum, nicht in der AtmosphĂ€re. Starten könnte man nur von einer Raumwerft, deren Anfang wĂ€re erst einmal eine orbitale Station, die aber wird gerade versenkt, usw.
Man erzÀhlt das Eine und macht genau das Andere.
Das ist keine Wissenschaft. Das ist Politik.