28.12.2025 - 09:04 [ Daniel Neun / Radio Utopie ]

Nach Irakkrieg II jetzt Somaliakrieg II: kleine Chronologie für den Bimbesbürger

(Dezember 11, 2008)

Wissen Sie, wenn Sie hier schon immer vorher alles lesen können was unsere Berliner Chunta und ihre Chefs in Washington ausbaldowern, dann jammern Sie jetzt wenigstens nicht rum wenn wir Ihnen das ausführlich erläutern.

(…)

Kapitel III: Der erste Irakkrieg und der Zerfall Somalias

Bereits während des Zusammenbruchs der Sowjetunion wurde der somalische Diktator Siad Barre und Statthalter der USA am Horn von Afrika aus Washington plötzlich fallen gelassen.
Über die Gründe heisst es da im dt-sprachigen Wikipedia-Eintrag

„als Menschenrechtsverletzungen seines Regimes umfangreicher und offensichtlicher wurden und er nach dem Ende des Kalten Krieges seine Bedeutung als Bündnispartner verloren hatte„

„Seine Bedeutung als Bündnispartner verloren“. Am Horn von Afrika. In dem Augenblick, als der Truppenaufmarsch des US-Militärs in der Region für den ersten Irakkrieg losging?
Denn nachdem der irakische Diktator Saddam Hussein am 2.August 1990 urplötzlich in Kuwait einmarschiert war, begann unmittelbar darauf bereits ein bis dato unvorstellbarer Militäraufmarsch der USA in der arabischen Welt, angeblich für eine „insgesamt defensive“ Militäraktion um den Irak am Eindringen nach Saudi-Arabien zu hindern.

Am frühen Morgen des 17. Januar 1991 beginnen die Alliierten den ersten Irakkrieg mit einem massiven Luftschlag.
Am 26.Januar 1991 muss der durch die USA fallengelassene Diktator Somalias Siad Barre aus der Hauptstadt Mogadishu fliehen.

Am 12. April 1991 tritt der „Waffenstillstand“ zwischen den US-geführten Koalitionsstreitkräften und dem irakischen Diktator Saddam Hussein in Kraft, welcher bekanntermassen jahrzehntelang zuvor als treuer CIA-Agent gedient hatte. Roger Morris umschrieb es später während des zweiten Irakkrieges am 14.März 2003 in der New York Times folgendermassen:„Erinnert Euch: Saddam war unser Mann“.

Hussein war bereits 1968 unter US-President Lyndon B.Johnson mit Hilfe der CIA im Irak an die Macht geputscht worden.

Am 28. Mai 1991 verkündete dann das Pentagon, dass 464.000 US-Soldaten (welche die plötzlich abgebrochene Invasion des Irak durchgeführt hatten) inzwischen die „Region am Persischen Golf“ verlassen hätten. 76.000 Soldaten blieben dort allerdings stationiert.

US-Truppen waren also zu Zehntausenden in einer Region, die noch zwei Jahre zuvor für sie absolut tabu gewesen war. Was passierte nun?
Püntklich zum Ende des Irakkrieges Nr.1 zerfiel der Staat Somalia.

Kapital IV: Vom Golf nach Somalia

Am 18.Mai 1991, also zehn Tage vor Verkündung des offiziellen Waffenstillstands im Irak, verkündet Somaliland seine Unabhängigkeit.
Es grenzt im Norden direkt an die französische Küstenkolonie Djibouti („Dschibuti“), dem traditionell wichtigsten Militärstützpunkt für „westliche“ Flotten und Militärs in der Region, in welchem US-Spezialeinheiten und Geheimdienste der NATO-Staaten ein und aus gehen.

Während in Somaliland seitdem relative Ruhe herrscht, bricht im restlichen Somalia 1991 das Chaos aus. Rivalisierende Warlords stecken ihre Claims ab und kämpfen um die Macht.

Gleichzeitig spielt sich im bis zum Ende der Sowjetunion aus Moskau unterstützten Äthiopien eine interessante Paralellentwicklung ab….