Archiv: Oury Jalloh


09.01.2020 - 01:21 [ junge Welt ]

Tod in der Polizeizelle: Keine Ruhe geben

Die Auffassung, dass Jalloh ermordet wurde, ist längst von Medizinern und Brandexperten untermauert worden. Doch als der damalige Leitende Oberstaatsanwalt in Dessau, Folker Bittmann, 2017 deshalb erstmals Mordverdacht erhoben hatte, entzog ihm Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad rasch das Verfahren. In Halle wurde es wenig später eingestellt.

28.10.2019 - 16:57 [ junge Welt ]

Polizeigewalt: Phantasiereich abgewürgt

»Damit stellt sich das OLG Naumburg in allen wesentlichen Punkten hinter die vom Generalstaatsanwalt vorgebrachten, unwissenschaftlichen und phantasiereichen Argumentationsketten«, kommentierte die Initiative dieses »Ende der juristischen Nicht-Aufklärung« der Dessauer Todesfälle Jalloh, Rose und Bichtemann. Es verschließe sich somit »allen bislang gewonnenen Fakten und Expertenmeinungen bzw. interpretiert diese in unhaltbare Überzeugungen um, die nicht der Realität entsprechen«.

09.01.2019 - 15:40 [ Junge Welt ]

Dessauer Zustände

Diallo ist der Bruder des vor 14 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Asylbewerbers. Anlässlich des Todestages ist er aus Guinea angereist, auf Kosten der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. Er bedankt sich auf deutsch bei den Demonstranten, während sich der Platz weiter füllt.

08.01.2019 - 19:41 [ Junge Welt ]

Fakten nicht erwünscht

Lautstark tönte am Montag der Sprechchor »Oury Jalloh – das war Mord« durch die Straßen Dessaus. Damit erinnerten etwa 800 Menschen bei nasskaltem Wetter an den Tod des Flüchtlings vor genau 14 Jahren. Ein Polizeiaufgebot erwartete sie am Bahnhof der Stadt. Der 36jährige Jalloh war 2005 an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Mord an dem Sierra Leoner durch Polizisten sei durch zahlreiche Beweise »faktisch belegt«, erklärte die »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh«.

30.11.2018 - 18:55 [ Junge Welt ]

Mord? Kein Interesse

Akte geschlossen: Feuertod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau wird nicht neu aufgerollt. Hinterbliebene wollen Klage erzwingen

29.11.2018 - 17:07 [ taz.de ]

In Sachsen-Anhalt legt die Generalstaatsanwaltschaft den Fall des 2005 in Polizeigewahrsam umgekommenen Sierra Leoners endgültig zu den Akten.

Der Sierra Leoner Oury Jalloh war am 7. Januar 2005 an Händen und Füßen gefesselt in einer Zelle des Dessauer Polizeireviers verbrannt.

16.10.2018 - 01:46 [ Junge Welt ]

Feuertod von Oury Jalloh: Internationale Untersuchungskommission stellt erste Ergebnisse vor.

Mit einem Trick hat sich die Landesregierung aus CDU, SPD und Grünen jedoch genauerer Nachforschungen entzogen: Nach langem Hin und Her beauftragte sie zwar im Juni die beiden Juristen Jerzy Montag und Manfred Nötzel als Sonderermittler. Das Problem: Sie dürfen erst tätig werden, wenn die Justiz sämtliche Prüfungen und Ermittlungen zum Fall eingestellt hat.

12.09.2018 - 06:13 [ Junge Welt ]

Vor Oury Jalloh starben bereits zwei weitere Männer im Polizeirevier Dessau. Über das erste Opfer war bislang wenig bekannt. Eine Spurensuche

Hans Jürgen Rose stirbt 1997 an schwersten inneren Verletzungen, Mario Bichtemann fünf Jahre später an einem Schädelbruch, und 2005 verbrennt der gefesselte Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit in seiner Zelle: Die Serie nie aufgeklärter Todesfälle im Polizeirevier Dessau ist einer der größten Justizskandale und Zeugnis mörderischen Korpsgeistes.

29.03.2018 - 17:24 [ Junge Welt ]

Misshandelt und verbrannt?

Mehr als 13 Jahre nach dem Feuertod von Oury Jalloh hat ein Gutachter das öffentliche Schweigen gebrochen. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei es ausgeschlossen, dass der an Händen und Füßen gefesselte Sierra Leoner das Feuer in der Dessauer Polizeizelle selbst gelegt hat. Das sagte der forensische Toxikologie Gerold Kauert diese Woche in einem MDR-Interview.