(January 16, 2026)
Im Internet sind alle gleich, so dachten noch zu Beginn des Millenniums viele Menschen hoffnungsvoll. Als es Ende der 1950er-Jahre von militärischen Thinktanks aus nach und nach in die Wissenschaft und eine zunächst noch kleine Öffentlichkeit fand, glich das Internet einer Utopie. Hinter der Maske der Anonymität sollten alle Nutzer*innen gleich sein und somit alle die gleichen Rechte haben. Keine Hierarchien – auch nicht zwischen den User*innen in verschiedenen Ländern.
Doch diese Hoffnung vom Internet als einem diskriminierungsfreien Raum bleibt bis heute eine Illusion. Im Gegenteil: Machtstrukturen sind schon in der technischen Infrastruktur fest angelegt. Sie führen die Geschichte des Kolonialismus auch in der virtuellen Sphäre fort: in Gestalt des „digitalen“ oder „elektronischen Kolonialismus“.