Jerusalem/Berlin, 2. Januar 2026. Die Drohung der israelischen Regierung, Ärzte ohne Grenzen und anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGOs) die Registrierung zu verweigern, ist ein zynischer und kalkulierter Versuch, die Organisationen daran zu hindern, im Gazastreifen und im Westjordanland Hilfe zu leisten. Damit verstößt Israel gegen seine Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht.
Der Zivilbevölkerung medizinische Hilfe zu verweigern, kann unter keinen Umständen akzeptiert werden. Es ist empörend, humanitäre Hilfe als politisches Instrument oder als Mittel kollektiver Bestrafung zu missbrauchen. Die israelischen Behörden verschärfen damit ihre schweren Angriffe auf die humanitäre Hilfe und bedrohen direkt die medizinische Versorgung der Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland.
Ärzte ohne Grenzen weist die Vorwürfe, die von den israelischen Behörden in den vergangenen Tagen erhoben worden sind, entschieden zurück. Die medizinische Hilfsorganisation würde niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind – dies widerspricht ihren grundlegenden Werten und ihrer Ethik. Die Berichte darüber, was Teams von Ärzte ohne Grenzen mit eigenen Augen in Gaza sehen – Tod, Zerstörung und die Folgen genozidaler Gewalt – mögen schwer erträglich sein, die Verantwortung dafür liegt aber bei jenen, die diese Gräueltaten begehen, und nicht bei jenen, die darüber Zeugnis ablegen.