Daily Archives: 20. November 2013


20.11.2013 - 23:55 [ Halina Wawzyniak ]

HĂ€nde weg vom Hauptausschuss

Die vermutliche Große Koalition will einen sog. Hauptausschuss einrichten. Einen was? Einen Hauptausschuss. Wie lange der bestehen soll und wie groß der sein soll, das ist mir alles nicht bekannt. So wie sich das derzeit darstellt mit dem Hauptausschuss wird es aber so sein, dass er ein Miniparlament auf Zeit -bis die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen und die AusschĂŒsse gebildet werden- ist. Die Fraktionen wĂ€hlen aus, wer im Ausschuss arbeiten darf und dem Rest wird die Ausschussarbeit vorenthalten.

Einen Hauptausschuss kennt weder der Grundgesetz noch die GeschĂ€ftsordnung. Im Gegenteil. Letztere sieht in § 54 die Einrichtung von stĂ€ndigen AusschĂŒsse vor. StĂ€ndig heißt aber, dass sie nicht zeitlich begrenzt sind. Will die vermutliche Große Koalition hier ein zusĂ€tzliches Miniparlament schaffen oder will sie einfach die GeschĂ€ftsordnung umgehen? Nach § 54 Abs. 2 GeschĂ€ftsordnung kann fĂŒr einzelne Angelegenheiten ein Sonderausschuss gebildet werden. Der geplante Hauptausschuss soll sich wohl aber nicht mit einer einzelnen Angelegenheit beschĂ€ftigen, oder? Kurz und gut, der Hauptausschuss wĂ€re GeschĂ€ftsordnungswidrig.

Schlimmer noch, der Hauptausschuss ist in meinen Augen auch Grundgesetzwidrig. Er verstĂ¶ĂŸt gegen die sich aus Art. 38 Abs. 1 S. 2 Grundgesetz ergebende Gleichheit der Abgeordneten. Das Bundesverfassungsgericht hat das im sog. WĂŒppesahl-Urteil sehr gut ausgefĂŒhrt. Zumindest in meiner Zeit des Jura-Studiums wurde dieses Urteil hoch und runter besprochen.

Der Kern des WĂŒppesahl-Urteils besagt, dass alle (!!!) Abgeordneten gleichberechtigt an der Arbeit des Bundestages teilnehmen können mĂŒssen. Der geplante Hauptausschuss wĂŒrde genau das verhindern, er wĂŒrde ein Zwei-Klassen-System von Abgeordneten schaffen.

20.11.2013 - 23:51 [ Halina Wawzyniak, netzpolitische Sprecherin der @linksfraktion im Deutschen Bundestag / Twitter ]

die spinnen!

alternativen liegen vor:..vorschlag grundgesetzwidrig

20.11.2013 - 23:42 [ Law Blog ]

DNA-PlÀne: Verwandt, verdÀchtig, verhaftet

Die kĂŒnftige Große Koalition erwĂ€gt eine deutliche Ausweitung von DNA-Tests. KĂŒnftig soll es auch möglich sein, “family searching” zu betreiben. Dies bedeutet, dass DNA-Proben nicht nur darauf verglichen werden dĂŒrfen, ob eine bestimmte Person selbst als StraftĂ€ter in Betracht kommt.

20.11.2013 - 23:25 [ Petra Sitte, Mitglied des Deutschen Bundestages ]

Der Bundestag muss endlich arbeiten

Wie lange der Bundestag in diesem Schwebezustand bleiben soll, ist völlig unabsehbar. Wenn die Koalitionsverhandlungen planmĂ€ĂŸig zu einem Ende kommen, ist frĂŒhestens im Januar mit einem arbeitsfĂ€higen Parlament zu rechnen. Wenn das Mitgliederbegehren der SPD zuungunsten der Großen Koalition ausgeht, wĂŒrde der Bundestag wohl noch Monate lĂ€nger im Koma verbleiben.

20.11.2013 - 23:15 [ SĂŒddeutsche ]

Letzter Ausweg: Superausschuss

(18.11.) Die kĂŒnftigen KoalitionĂ€re beschlossen deshalb am Montag, die NSA-AntrĂ€ge in einen noch zu grĂŒndenden „Hauptausschuss“ zu ĂŒberweisen. Oppermann sagte, Union und SPD wollten diesen in der nĂ€chsten Sitzung des Bundestags einrichten. Der Superausschuss soll dann in den Wochen bis zur Kanzlerwahl die mehr als 20 normalen AusschĂŒsse ersetzen.

20.11.2013 - 12:59 [ Nachrichtenagentur Radio Utopie / Twitter ]

Wir stehen still. Bis Mitternacht. #DieterHildebrandt

20.11.2013 - 10:40 [ SĂŒddeutsche ]

Dieter Hildebrandt ist tot

Der Kabarettist Dieter Hildebrandt ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Das bestĂ€tigten Verantwortliche der MĂŒnchner Lach- und Schießgesellschaft sowie Hildebrandts Tochter auf Anfrage von SZ.de. „Mein Vater ist am frĂŒhen Morgen gestorben“, sagte sie.

20.11.2013 - 10:25 [ Klaus Barthel, Mitglied des Deutschen Bundestages ]

SachverstÀndigenrat setzt seine Geisterfahrt fort: Analysen und RatschlÀge haben mit RealitÀt 2013 nichts zu tun

Stattdessen sollte der Rat einmal selbstkritisch der Frage nachgehen, weshalb er weder die Finanzkrise vorhergesehen noch verstanden hat, geschweige denn die richtigen Lösungen parat hatte. Aktuell sollte er die Frage beantworten, weshalb trotz sprudelnder Unternehmensgewinne und niedrigster Lohn- und Finanzierungskosten die privaten Investitionen auf niedrigstem Niveau verharren, sowohl im historischen wie im internationalen Vergleich. An den Angebotsbedingungen kann es wohl nicht liegen.

Wer heute behauptet, das „Potentialwachstum“ hinge von einem weiterhin deregulierten Arbeitsmarkt ab, lebt nicht auf dieser Welt.

20.11.2013 - 10:24 [ SĂŒddeutsche ]

Koalitionsverhandlungen: SPD-Linke gegen Kompromiss zu Mindestlohn

Der Chef des SPD-ArbeitnehmerflĂŒgels, Klaus Barthel, forderte in der Bild-Zeitung die unverzĂŒgliche EinfĂŒhrung eines von der Politik festgelegten gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro. „Wir brauchen den Mindestlohn sofort. Es kann nicht sein, dass irgendeine Kommission eingesetzt wird und wir am Ende bei etwas ganz anderem landen als 8,50 Euro in der Stunde“, sagte Barthel.

20.11.2013 - 10:14 [ Gert Bauerfeind / Twitter ]

Was ist der Unterschied zwischen einem Theater und dem Bundestag? Im Theater werden gute Schauspieler schlecht bezahlt!

20.11.2013 - 09:48 [ Bundesverfassungsgericht ]

Abgeordnetenbeobachtung durch den Verfassungsschutz unterliegt strengen VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeitsanforderungen

(17.09.2013) Der Senat geht dabei von der Feststellung der Fachgerichte aus, dass die Informationserhebung ohne den Einsatz von Methoden der heimlichen Informationsbeschaffung erfolgt. Soweit der BeschwerdefĂŒhrer rĂŒgt, der Verfassungsschutz wende auch Methoden der heimlichen Informationsbeschaffung an, hat er verfassungsrechtlich relevante VerstĂ¶ĂŸe der Fachgerichte bei der gegenteiligen Feststellung nicht aufgezeigt.

b) Die maßgeblichen Normen im Bundesverfassungsschutzgesetz stellen eine den Anforderungen des Gesetzesvorbehalts genĂŒgende, hinreichend bestimmte Rechtsgrundlage dar. Die wesentliche Entscheidung, ob Mitglieder des Deutschen Bundestages der Beobachtung durch das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz unterzogen werden dĂŒrfen, hat der Gesetzgeber
selbst getroffen und sie bejaht. Der besonderen SchutzwĂŒrdigkeit von Abgeordneten hat er ausreichend Rechnung getragen, indem § 8 Abs. 5 des Bundesverfassungsschutzgesetzes die einfachgesetzliche Anordnung enthĂ€lt, dass die Beobachtung verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sein muss.

20.11.2013 - 08:59 [ Gewerkschaft der LokomotivfĂŒhrer ]

BetriebsrĂ€tekonferenzen in Dresden: Starke BetriebsrĂ€te – Erfolgreiche Mitbestimmung

(10.10.2013) Nach aktuellen Tendenzen in der Tarifpolitik befragt, Ă€ußerte DĂ€ubler sich auch zur möglichen WiedereinfĂŒhrung der Tarifeinheit durch die kĂŒnftige Bundesregierung. Dieser rĂ€umte er zumindest aus rechtlicher Sicht nur geringe Chancen ein, da dies klar gegen die grundgesetzlich verankerte Koalitionsfreiheit verstoße und das Bundesverfassungsgericht eine Zwangstarifeinheit nicht kommentarlos hinnehmen werde. Auf dem politischen Feld seien indes massive Auseinandersetzungen zu erwarten. Doch wenn die Spartengewerkschaften sich entschlossen und einstimmig zur Wehr setzten, sehe er gute Chancen das Vorhaben zu kippen und die TarifpluralitĂ€t und damit einhergehend starke Berufsgewerkschaften zu erhalten, so DĂ€ubler.

20.11.2013 - 08:41 [ Verfassungsblog ]

L’isola che non c’ù – ein Vorgeschmack auf Opposition in Zeiten der Großen Koalition

An dieses Lied ĂŒber die „Isola che non c’ù“, das der italienische Cantautore Edoardo Bennato in Anlehnung an Peter Pans Nimmerland sang, mochte man sich vergangenen Montag im Bundestag erinnert fĂŒhlen, als das Plenum die EntschließungsantrĂ€ge von GrĂŒnen und Linken zu den AbhöraktivitĂ€ten der NSA in einen nicht existierenden Hauptausschuss verwies.