Die Verkäuferin Martha Frahm bringt am 18. Dezember 1913 in einem Vorort von Lübeck einen Sohn zur Welt. Unehelich. Herbert Frahm wird erst 1947 erfahren, wer sein Vater war. Inzwischen hat er, im Widerstand gegen das Hitler-Regime, einen anderen Namen gefunden: Willy Brandt.
Im Sommer vor Herbert Karls Frahms Geburt hat die Sozialdemokratie ihren Gründer, ihren Übervater verloren: August Bebel, den „Arbeiterkaiser“. In seinen Erinnerungen „Links und frei“ schreibt Willy Brandt über die von Bebel geprägte Partei: „Nicht selten hatte ich die Empfindung, ihn noch selber zu treffen.“