Die Stimmung war erschĂŒtternd. Das sage ich, ohne zu zögern; ich habe bereits in vielen GerichtssĂ€len gesessen und selten so ein unfaires Verfahren erlebt; das hier ist schlicht ein Racheakt. Wenn man einmal von den Ritualen absieht, welche mit der âbritischen Justizâ verbunden sind, hat es einen bisweilen an einen stalinistischen Schauprozess erinnert.
Ein Unterschied dazu war, dass der Angeklagte in den Schauprozessen im Gerichtssaal stand. Im Assange-Prozess war er hinter dickes Glas gesperrt und musste, unter Aufsicht seines WĂ€chters, auf Knien zu einem Schlitz im Glaskasten krabbeln, um Kontakt zu seinen AnwĂ€lten aufzunehmen. Seine Nachricht, die er kaum hörbar durch eine Maske flĂŒsterte, wurde dann mittels kleiner Post-it-Zettelchen quer durch den ganzen Gerichtssaal getragen, dorthin, wo seine AnwĂ€lte ihn gegen die Auslieferung in ein amerikanisches Drecksloch verteidigten.
FĂŒhren Sie sich einmal folgende tĂ€gliche Routine von Julian Assange vor Auge …