07.12.2012 - 07:57 [ Hintergrund ]

Keine Gerechtigkeit für Peter Handke

Bereits nach wenigen Wochen war klar, dass „Gerechtigkeit“ nicht nur für Serbien, sondern auch für den österreichischen Dichter in immer weitere Ferne rückte. Die mediale Ablehnung, die dem Werk widerfuhr, indem sich die Vorwürfe von „politisch indiskutabel“ über die Denunzierung des Autors als „Spinner“ bis zur Negierung des poetischen Anspruches – Handkes Werk sei keine Kunst, sondern Kitsch – erstreckten, reichte so weit, dass Peter Handke, als „Serbenfreund“ verschrien, zur Persona non grata stigmatisiert wurde – und mit ihm zugleich jene Wenigen, die sich noch getrauten, dem Chor der Verdammung zu widersprechen. Feuilletonisten lehnten eine Auseinandersetzung mit den Gründen für Handkes proserbische Haltung ab.