Sie haben es tatsächlich gewagt. Der Berliner Senat hat mehrere Demonstrationen und Veranstaltungen für den kommenden Samstag abgesagt — offiziell weil dies die öffentliche Gesundheit gefährden könne. Und dies, obwohl ein Anstieg von Covid-19-Infektionen bei solchen Großereignissen nie nachgewiesen wurde. Die Verantwortlichen hatten wohl die nicht unberechtigte Sorge, dass die Strategie der Diffamierung von Demonstranten — wie nach dem 1. August geschehen — nicht ausreichen würde, um die Menschen von einem erneuten Protest abzuschrecken; dass ihnen vielleicht sogar ein noch größeres Fest der Freiheit und des Friedens „drohen“ könnte. Sie taten das Dümmste und zugleich Perfideste: Solange der Protest klein und ungefährlich blieb, wurde er nur ignoriert; wird er aber so groß, das er die Legitimation des grundgesetzwidrigen Corona-Regimes in Frage stellen könnte, darf er gar nicht stattfinden. Demokratie ist das nicht mehr. Das Versammlungsrecht ist — wie der Name sagt — ein Recht, keine Gnade, die nach Laune gewährt werden kann. Die kritische Zivilgesellschaft darf sich diese behördliche Anmaßung nicht bieten lassen. Wo keine Demonstration möglich ist, sollten sich Bürgerinnen und Bürger mit massenweisen Stadt-Spaziergängen behelfen.