Damit versucht der Tagesspiegel offenbar die perfekte Bühne für Anzeigen und Einflußnahme seitens Lobbyisten und Wirtschaftsvertretern zu schaffen, die ihre Botschaft genau dort platzieren können, wo sie die größte Wirkung entfalten: in der angeblichen Lokalzeitung des Regierungsviertels.(…)
Das war die story: Der Versuch der journalistischen Selbstprostitution.(…)
Wie langweilig war es auf der Agenda-Konferenz. Soll das die Zukunft sein? Ich erinnere mich noch an die pausenfüllende Podiumsdiskussion, bei der die professionelle Glattheit des Polit-Nachwuchses beklagt wurde. Auch das, dieser karrieristische Konformismus des politischen Nachwuchses – mag vor allem schlecht für das Gemeinwohl sein, weil er dazu führt, dass grundsätzliche, schmerzhafte Debatten immer mehr aus der Öffentlichkeit verschwinden. Aber ist es nicht vor allem auch furchtbar langweilig?
Das betrifft genauso den Journalismus, der sich an die Kommunikationsdienstleistung heranwanzt und immer vorsichtiger werden muss, um den Klienten nicht auf die Füße zu treten: Korrupt und konformistisch, klar, aber vor allem auch: öde.