Die Internetauftritte beider Einrichtungen lassen nicht erkennen, dass die Namensgebung für das Schulleben irgendeine Bedeutung haben würde. Doch täuscht der Eindruck. Als 2012 die vor dem Schulgebäude in Pankow befindliche Tucholsky-Büste offenkundig von Metallsammlern gestohlen wurde, engagierten sich Schüler dafür, am Orte andere Gedenkzeichen aufzurichten und sie dort zu belassen, bis ein Duplikat des gestohlenen verfügbar sei.(…)
Wo eigentlich war in diesem Jahr 2014 noch von »Kriegsgewinnern« die Rede, die Tucholsky in dem 1922 in der Weltbühne veröffentlichten Gedicht »Drei Minuten Gehör« erwähnte und die er im 1926 in der republikanischen und pazifistischen Zeitung Das andere Deutschland erschienenen Poem »Der Graben« mit den Namen »Junker«, »Staatswahn« und »Fabrikantenneid«.(…)
Wie der Vater in dieser Erzählung seinem Sohn verdeutlichen will, was das ist: der Krieg, so hat Tucholsky sich in vielen seiner Texte wieder und wieder an die Heranwachsenden gewandt. Sie waren – obgleich er auch Männer, die Krieger von gestern, Frauen, die Witwen von heute ansprach, beispielsweise in »Drei Minuten Gehör« – seine bevorzugten Adressaten.