Nach dieser Logik gelte es, Kommunismus und Faschismus als gleichgesetzte Form des Kollektivismus und nicht mehr den Kapitalismus zu bekämpfen. Diese neoliberale Deutung des Faschismus ist auch heute in der „Antifa“-Szene sehr weit verbreitet, was sich an Slogans wie „Nazi-Stau im Plattenbau“, „Abitur! Abitur!“ oder „Wir haben Arbeit und ihr nicht“ manifestiert. Nicht mehr thematisiert wird die ökonomische Bedeutung des Faschismus für die herrschende Klasse und die damit vorangehende Entrechtung und Ausbeutung der arbeitenden Klassen. Folgerichtig denunzieren die systemaffirmativen „Antifas“ jegliche kollektive Organisierung als potentiell faschistische Volksgemeinschaft. „Mit dieser Antifa ist keine Revolution zu machen.“ sagte Witt-Stahl. Die Vertreter der deutschen systemaffirmativen „Antifa“ kämpfen folgerichtig nicht mehr gegen die Auswüchse des Kapitalismus, die geeignet sind, eine neue Form des Faschismus hervorzubringen, sondern gegen jede Form kollektiver, antikapitalistischer Organisierung. Außerdem verkennen sie nicht nur die Wandlungsfähigkeit rassistischer Mobilmachung, sie treiben sie sogar voran, indem sie dem „Umma-Sozialismus“ oder wahlweise dem „Islamofaschismus“ zum Schutz der emanzipierten und freien westlichen Zivilisation den Krieg erklären.