28.03.2015 - 17:46 [ Linke Zeitung ]

Stel­lung­nahme zur Buch­le­sung „Antifa heißt Luftan­griff!”

Nach dieser Logik gelte es, Kom­mu­nis­mus und Faschis­mus als gle­ichge­set­zte Form des Kollek­tivis­mus und nicht mehr den Kap­i­tal­is­mus zu bekämpfen. Diese neolib­erale Deu­tung des Faschis­mus ist auch heute in der „Antifa“-Szene sehr weit ver­bre­itet, was sich an Slo­gans wie „Nazi-​Stau im Plat­ten­bau“, „Abitur! Abitur!“ oder „Wir haben Arbeit und ihr nicht“ man­i­festiert. Nicht mehr the­ma­tisiert wird die ökonomis­che Bedeu­tung des Faschis­mus für die herrschende Klasse und die damit vor­ange­hende Entrech­tung und Aus­beu­tung der arbei­t­en­den Klassen. Fol­gerichtig denun­zieren die sys­temaf­fir­ma­tiven „Antifas“ jegliche kollek­tive Organ­isierung als poten­tiell faschis­tis­che Volks­ge­mein­schaft. „Mit dieser Antifa ist keine Rev­o­lu­tion zu machen.“ sagte Witt-​Stahl. Die Vertreter der deutschen sys­temaf­fir­ma­tiven „Antifa“ kämpfen fol­gerichtig nicht mehr gegen die Auswüchse des Kap­i­tal­is­mus, die geeignet sind, eine neue Form des Faschis­mus her­vorzubrin­gen, son­dern gegen jede Form kollek­tiver, antikap­i­tal­is­tis­cher Organ­isierung. Außer­dem verken­nen sie nicht nur die Wand­lungs­fähigkeit ras­sis­tis­cher Mobil­machung, sie treiben sie sogar voran, indem sie dem „Umma-​Sozialismus“ oder wahlweise dem „Islam­o­faschis­mus“ zum Schutz der emanzip­ierten und freien west­lichen Zivil­i­sa­tion den Krieg erk­lären.