Es ist der Bereich der Politik und Gesellschaft, der für die internationale Netzpolitik relevant wird, denn er erklärt wo die Konfliktlinie zwischen den Staaten verläuft und wieso: In diesem Sektor wird in nicht-Demokratien ein freies Internet nicht nur als problematisch empfunden, es wird erfolgreich als Bedrohung von Außen für den Staat versicherheitlicht. Wichtig sind bei dieser Feststellung zwei Aspekte: Erstens, dass man bewusst von nicht-Demokratien spricht, denn dies gilt ebenso für Hybrid-Regime 4 wie für Autokratien. Das ist problematisch für den Westen, denn auch westliche Verbündete wie die Türkei fallen in diese Kategorie und haben ein Interesse am Konzept der Internetsouveränität. Zweitens ist die Tatsache wichtig, dass von einer Bedrohung von Außen gesprochen wird: Selbst wenn die eigene Bevölkerung letztlich das Regime stürzen könnte, so wird die Quelle für die Ideen, die die Bevölkerung dazu treibt, immer außerhalb verortet: Fremde Ideen (meist aus dem Westen) korrumpieren die Bevölkerung und lassen sie so zur Gefahr werden.