Das ist Journalismus, der Amok läuft – das genaue Gegenteil des Ideals meines Berufs. Statt in gegenerischer Position der Macht gegenüber zu stehen und die Interessen derer zu vertreten, die außerhalb stehen, steht er da als Gegner der Menschheit insgesamt. In der Murdoch-Welt sind wir alle Abstraktionen, egal ob wir nur einen Namen haben (Milly Dowler) oder nur ein Etikett, das der Masse (die Iraker) aufgeklebt wird.
Der Journalismus kann sich hinauf bewegen zur Macht, zu ihrem Schoßhund werden und sogar, wie die Enthüllungen rund um den News-Kadaver gezeigt haben, selbst zur Macht werden, ein Diktator hinter den Kulissen, der die Welt gemäß seinen eigenen Interessen manipuliert.
Wirkliche Journalisten jedoch jagen die Macht auseinander, wie Davies und der Guardian es vorgemacht haben mit den Enthüllungen über News of the World. In diesem Skandal geht es letztlich nicht um Murdoch, sondern um jeden, der das Handwerk des Journalismus betreibt. Die Zeit ist gekommen, in der wir uns fragen müssen: auf welcher Seite stehen wir?