13.06.2019 - 22:52 [ German Foreign Policy ]

Kein Ende der Fahnenstange

„Spionieren, infiltrieren, beeinflussen“

Zu den aus Sicht von Monsanto „feindlichen“ Kräften gehörte etwa die damalige französische Umweltministerin Ségolène Royal, die in den Geheimpapieren als „null beeinflussbar“ geführt wurde. Gegenüber französischen Medien urteilte Royal, das Vorgehen sei symptomatisch für das Lobby-System, das „bekämpft“ werden müsse: „Sie spionieren, infiltrieren, beeinflussen.“ Mitte Mai hat die Staatsanwaltschaft in Paris nun ein Ermittlungsverfahren wegen der illegalen Erfassung von Daten gegen die Bayer-Tochter eingeleitet. Bayer entschuldigte sich am 12. Mai für die Spionageaktion und sagte zu, eine unabhängige Kanzlei werde alle auf den Monsanto-Listen befindlichen Personen kontaktieren und „Auskunft darüber geben, welche Informationen über sie gespeichert“ worden seien. Ursprünglich wollte Bayer die Betroffenen bis Ende Mai in Kenntnis setzen; dies ist jedoch nicht geschehen, wie die konzernkritische Coordination gegen Bayer-Gefahren berichtet.[6] Bayer behaupte nun: „Wir gehen davon aus, dass die Benachrichtigungen in naher Zukunft beginnen werden.“