11.03.2015 - 07:03 [ Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ]

“Ein grosses Herz, ein dickes Fell, ein schnelles Hirn – und einen Traum.”

Was sagen Sie jemandem, der zum Beispiel noch immer meint, dass Online-Journalismus eine Gefahr für die Demokratie ist?

Nicht mehr viel. Ich hab mich aber auch frei gemacht von dieser seltsamen Idee, dass alle in der Branche die gleichen Sichtweisen auf den Online-Journalismus vertreten sollten. Ich reagiere eher skeptisch, wenn ich in einem Text über die Zukunft des Journalismus noch die Worte “wir” oder “müssen” lese. Wir “müssen” überhaupt nichts und das appellative “Wir” ist eine Fiktion, die meist in manipulativer oder auch anbiedernder Weise daherkommt.
Ich muss niemanden mehr davon überzeugen, dass der Online-Journalismus den besten Journalismus hervorbringt, weil er auf die meisten Quellen zugreifen kann, weil er im ständigen Austausch mit potentiellen Quellen und Lesern steht, weil er der permanent grössten, da öffentlichen Qualitätskontrolle unterzogen wird oder weil nur der Online-Journalismus simultan verschiedene Zugangsarten und Einstiegstiefen in einen Thema anbieten kann. Das erklärt sich inzwischen von selbst. Diese Zukunft muss ich nicht mehr besingen, sie ist längst da.