03.03.2014 - 01:23 [ German Foreign Policy ]

Die britische Frage

DarĂĽber hinaus hat sie mit der Perspektive geworben, nur die EU könne London die Teilhabe an einer Weltmachtstellung sichern. Es gehe zur Zeit um nichts Geringeres „als darum, ob Europa seine … Interessen und seine wirtschaftliche und soziale Stärke, die den Menschen Wohlstand gibt, auch in der Welt des 21. Jahrhunderts dauerhaft behaupten kann“, erklärte die deutsche Kanzlerin: Dazu mĂĽsse die EU „stärker, stabiler und wettbewerbsfähiger werden als heute“, also – anders als London es wĂĽnscht – enger kooperieren: „Sie muss ihre Kräfte bĂĽndeln und sich auf die groĂźen Herausforderungen konzentrieren.“[9] Gemeinsames Weltmachtstreben wird damit zum Kitt fĂĽr die EU-Integration. Das „europäische Projekt einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik wird ein Motor fĂĽr das weitere Zusammenwachsen Europas sein“, hatte der damalige AuĂźenminister Guido Westerwelle bereits 2010 erklärt.[10] Der Gedanke, durch gemeinsame Kriege Einigung zu erreichen, ist in der deutschen Geschichte nicht neu: Auf dieser Grundlage schmiedete bereits PreuĂźen bis 1871 das Deutsche Reich.