17.04.2012 - 03:08 [ BCC - Prof. Hans See ]

Buchrezension zu: Friedrich-Martin Balzer (Hrsg) Protestantismus und Antifaschismus vor 1933 Der Fall des Pfarrers Erwin Eckert

Nicht nur der Antisemitismus ist eine permanente Gefahrenquelle für Völkerverständigung und inneren Frieden, auch der Antikommunismus. Dies einzusehen, fällt vielen Deutschen auch zwanzig Jahre nach Ende des Kalten Krieges noch immer schwer. Um diese „Grundtorheit des 20. Jahrhunderts“ wie der bürgerliche Thomas Mann den Antikommunismus nannte, zu überwinden, bedarf es einiger Anstrengungen, auch historischer Kenntnisse über die politischen Katastrophen, die – neben dem Antisemitismus, den Hans See als die „Grundtorheit der vergangenen 1000 Jahre“ nennt – der Antikommunismus allein im 20. Jahrhundert verursacht hat. Die Rezension von Hans See des jüngsten Buches von Martin Balzer, dass dem Leben, der Leidenschaft und dem Leiden des protestantischen Pfarrers Erwin Eckert gewidmet ist, der als christlicher Sozialist angesichts der sich abzeichnenden Machtübernahme der Faschisten der KPD beitrat, zieht einen Vergleich mit dem protestantischen Pastor Joachim Gauck, der sich bis heute – um der kapitalistischen Freiheit willen – vor allem als Kommunistenjäger versteht.