21.06.2016 - 19:46 [ Süddeutsche Zeitung ]

Braunkohle: Schnell weg damit

So schlägt, wenn die Regierung grünes Licht gibt, die Stunde einer großen Unbekannten. Die „Energetický a Průmyslový Holding“ ist keine zehn Jahre alt und im Wesentlichen Schöpfung und Eigentum zweier tschechischer Investoren: Daniel Křetínský und Patrik Tkáč. In ihrem Reich tauchen zypriotische Tochterfirmen auf und wieder unter, auch in den Panama Papers findet sich eine Briefkastenfirma – für Křetínskýs Yacht, heißt es. Seit einigen Jahren kaufen sie sich massiv in osteuropäische Energiemärkte ein, in slowakische Gasnetze, die Wärmeversorgung Tschechiens – oder in deutsche Braunkohle.

Denn schon 2009 stieg die EPH – über eine Tochterfirma namens JTSD – bei der Mibrag ein, dem drittgrößten Braunkohle-Konzern der Republik. Ihre Tagebaue liegen im mitteldeutschen Revier und bei Helmstedt, rund ein Neuntel der deutschen Kohle wird hier gefördert. Von daher rühren auch die Erfahrungen mit dem Geschäft, auf die EPH gerne verweist – inklusive der Erkenntnisse über die Risiken.