1976 veröffentlichte der bis dahin ebenfalls unbekannte Zoologe Richard Dawkins “Das egoistische Gen” und kam zu der Erkenntnis, die Evolution sei das Ergebnis eines sehr inneren Wettstreits der Gene von ein- und derselben Person. Des Weiteren erfand er die, grob erklärt, vererbbaren Bewusstseinszustände (“Meme“) und wurde entsprechend Meinungsgenführer in der Bewegung der “Hellen” (“Brights”), sowie des “Neuen Atheismus”. 2001 hatte es der ex-Zoologe Dawkins (Publikum ist dankbar) zum Oxford-Professor und in die “Royal Society” gebracht und schrieb, offenbar gut informiert, solche Werke wie “Der Gotteswahn” und “Die Schöpfungslüge”.
Andere aus armen Verhältnissen stammende Persönlichkeiten und Freunde der genetisch bedingten Religion bzw. des “Kulturgens” wanderten in Deutschland seinerzeit erst in Berlin an die (genetisch bedingt?) geistig-moralisch tot-tote Stadtregierung, dann in die Bundesbank und dann in die Talkshows, aber blieben dabei immer in einem exquisiten Politikgen-Pool mit drei Buchstaben, den mutmaßliche Evolutionsopfer immer noch wählen müssen weil sie dafür offensichtlich schon vor der Geburt präventiv programmiert wurden.
Es dauerte bis zum Jahre 2007 (dieser Abschnitt wird in “The Trap” am Ende des zweiten Teils ab ab 53.10 min gebracht) bis endlich der legendäre “Axtkampf” aus 1975 hinterfragt wurde, der eine ganze Renaissance des Abstammungsfetischismus produziert hatte. In einem Interview konfrontierte Adam Curtis den Anthropologen Napoleon Chagnon mit Recherchen des Anthropologen Brian Ferguso. Dieser hatte berichtet, dass sich auch Dörfler im Amazonas-Dschungel bisweilen um wertvolle Güter kloppen; in diesem Falle aber nicht um Frauen, Strandkörbe oder Caipirinha wie in anderen Sphären der Hochzivilisation, sondern um die im Dschungel sehr wertvollen Macheten, die Chagnon im Dorf vor der Prügelei an ein paar Yanomami verschenkt hatte. Eine Gruppe von anderen Yanomami, die gerade das Dorf besuchte, hatte sich geweigert dieses wieder zu verlassen, weil sie auch ein paar Macheten wollte.
Adam Curtis fragte also in 2007 Napoleon Chagnon vor laufender Kamera, ob er den ganzen dokumentierten Kampf des Amazonasvolkes an jenem 28. Februar 1971 mit seiner Filmcrew nicht nur selbst ausgelöst hatte, sondern ob er nicht auch fehlinterpretiert hatte warum und worum da wer gegen wen überhaupt kämpfte.
Was dann geschieht, ist ist im unten stehenden Video zu sehen.
Adam Curtis: “Sie denken nicht dass eine Filmcrew inmitten eines Kampfes in einem Dorf einen Effekt hat?”
Chagnon: “Nein, tue ich nicht. Das war´s.”
Sprach´s und ging aus dem Zimmer.