20.03.2011 - 09:19 [ the intelligence ]

Am Ende ist das Wort

Ich lese niemals Todesanzeigen.
Von Interesse sollten nur die Toten sein, deren Ableben man auf Seite 1 bewirbt. Kriegstreiber, Lobbyisten, Politiker, Schlagersänger – was man ja zumeist gar nicht mehr so leicht auseinander halten kann –
Wer als Arbeitnehmer seine Frau dann und wann würgt und gelegentlich sein Kind schlägt, der verreckt zwischen Kleinanzeigen für Alleinunterhaltungskünstler und Wohnungssuche auf Seite 24. Wer aber mit Waffen handelt oder gar mit Lebensmitteln an der Börse zockt, und somit eventuell für den Tod von Hunderttausenden mitverantwortlich ist, der stirbt mit Flagge und Bundesverdienstkreuz auf dem Sarg auf Seite 1.