Wir können nicht sagen, dass wir unsere Inhumanität industrialisiert haben. Die Industrialisierung hat uns vielmehr inhuman werden lassen. Denn es ist die radikale Objektivierung der Welt, die Herabsetzung des Lebens und der Dinge zum Zweck der Massenproduktion unter dem Diktat des Profits.
Die Achtung vor dem Leben verneint nicht den Tod. Was einstmals kulturelle Praktiken waren, z.B. Rituale und Feste, in denen auch Tiere getötet wurden und in denen sich die Demut vor der uns übersteigenden Natur ihren Ausdruck suchte, ist zu einer kalten, funktionellen Produktion von Massenleid verkommen. Und genau so verhällt es sich mit dem Krieg.
Am Ende droht der Mensch an sich selbst müde zu werden und nur noch über die Existenz das Urteil zu fällen: Es ist genug.
Wir müssen wieder über unsere kulturellen Grundlagen reden.