20.02.2012 - 16:04 [ Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN/BdA, Landesvereinigung NRW ]

Wenn jemand die Opfer und die Täter gleichzeitig ehren will

(27.02.2005) In Dortmund ist ein Streit darüber entbrannt, ob die Stadt richtig gehandelt hat, als sie – ohne mit den Opferverbänden ein Wort zu wechseln – den Pfarrer Dr. Joachim Gauck als Redner zur traditionsreichen Gedenkveranstaltung zu Karfreitag in der Bittermark einlud. Dort und in einem anderen Wald, dem Rombergpark, waren 1945 kurz vor Kriegsende rund 300 in- und ausländische Antinazis von der Gestapo ermordet worden, und alljährlich wird ihrer mit einer würdigen Gedenkfeier gedacht. Kritiker der Einladung des ehemaligen Stasi-Unterlagenbeauftragten erinnerten an seine von Rechtsextremisten wie Martin Hohmann (Ex-CDU) beklatschten Forderungen nach einem Schlussstrich zur Nazidiskussion unter dem Motto: Nicht „fast neurotisch auf der deutschen Schuld beharren“. Ferner wurde auf seine Rolle bei der Herausgabe des „Schwarzbuches Kommunismus“ und der darin begründeten geschichtsrevisionistischen Formulierung vom „Roten Holocaust“ hingewiesen – lange bevor Nazis im sächsischen Landtag den Alliierten den „Bombenholocaust“ anlasteten.