20.10.2013 - 13:29 [ Radio Utopie ]

Wann kommt die neue USPD?

(13.September 2011) Die “Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands” (USPD) gründete sich 1917 aus Sozialdemokraten, die den Kriegskurs des Kaiserreiches und der kollaborierenden SPD nicht mehr länger mitmachen wollten. Während der deutschen Revolution von Soldaten und Arbeitern im November 1918 spielten sie eine tragende Rolle. Unter ihnen: Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Bis heute werden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch alle linken, aber vor allem durch alle kommunistischen Gruppen und Parteien vereinnahmt. Dabei waren diese beiden Figuren der deutschen Geschichte genau 15 Tage ihres Lebens Kommunisten. Zuvor waren sie jahrzehntelang Sozialdemokraten, zuerst in der SPD, dann in der USPD.

Karl Liebknecht trat 1890 in die SPD ein, stimmte 1914 als einziger Abgeordneter des Reichstages gegen die Kriegskredite für das Kaiserreich und trat nach Gefängnishaft der 1917 gegründeten USPD bei, zusammen mit Rosa Luxemburg, die der SPD seit 1898 angehört hatte.

Was später in jedem Geschichtsunterricht verschwiegen werden wird: nach der Meuterei von Matrosen auf der kaiserlichen Flotte am 30.Oktober 1918, die sich blitzschnell in ganz Deutschland zur Revolution gegen das Kaiserreich ausbreitete, hatten noch im Dezember 1918 die Arbeiter- und Soldatenräte die Macht in Deutschland. Diese Räte unterlagen nicht etwa irgendeiner Zentralführung, sondern waren landesweit demokratisch aus Betrieben und Militäreinheiten gewählt.

Dann kam der erste und einzige Kongress aller Arbeiter- und Soldatenräte (“Reichsrätekongress”) , der vom 16. bis 21. Dezember 1918 im Gebäude des preußischen Abgeordnetenhauses in Berlin tagte. Dieser machte den entsetzlichsten Fehler der deutschen Geschichte, der die spätere Transformation Deutschlands zu einer noch viel tödlicheren Diktatur als der des Kaiserreiches erst ermöglichen sollte.

Die Arbeiter- und Soldaten-Räte Deutschlands beschlossen, die Macht bedingungslos an eine Nationalversammlung abzugeben, die aus den bürgerlichen Parteien und Delegierten des alten Kaiserreiches gewählt werden sollte. Die gewählten Räte gaben also nach der Revolution freiwillig die Macht in die Hände der alten Parteien des Kaiserreiches zurück.