Wie die SWP urteilt, sind „fĂĽr das Verharren Kosovos in Armut … auch ausgedehnte rechtsfreie Räume mitverantwortlich“. Diese seien die Folge einer „symbiotischen Beziehung zwischen weiten Teilen von Verwaltung und Politik mit der organisierten Kriminalität“.[2] Tatsächlich sind die Machtstrukturen in Priština aufs Engste mit der Mafia verwoben, seit die Terrororganisation UÇK sich im Kosovo-Krieg entscheidenden Einfluss in der sĂĽdserbischen Provinz sichern konnte. Nicht zuletzt der ehemalige kosovarische Ministerpräsident (2008 bis 2014) Hashim Thaçi ist immer wieder beschuldigt worden, als eine FĂĽhrungsfigur der Organisierten Kriminalität an schwersten Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. FĂĽr ihn hat sich insbesondere der einstige deutsche UNMIK-Chef Michael Steiner eingesetzt (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Dass Thaçi heute nur als Vize-Ministerpräsident und AuĂźenminister amtiere, sei lediglich eine „Folge innenpolitischer Taktierereien“, heiĂźt es in der deutschen Presse: Dessen ungeachtet gelte er aber weiterhin „als der mächtigste Mann“ im Land.[4] Beobachter urteilen, das Ausbleiben jeglichen politischen Wandels „drĂĽckt die Stimmung“.[5] Die Machenschaften krimineller Banden und die Korruption trieben viele Menschen nun in Verbindung mit der krassen Armut aus dem Land.