Während Libyen – ganz wie der Irak und Syrien – im Krieg versinkt und nun auch noch Nachbarländer mit in den Abgrund zu reißen droht, plant die NATO, die den Zusammenbruch der drei Staaten und damit ihre heutige katastrophale Lage mit zu verantworten hat, neue militärische Operationen. So soll mit einem System aus mobilen, binnen kürzester Frist einsetzbaren Kampftruppen einerseits sowie mit Kriegsmaterial ausgestatteten, jederzeit von Kampftruppen bemannbaren Stützpunkten andererseits Russland eingekreist werden.[9] Während „Die Zeit“ erklärt, Europa sei „von Kriegen umzingelt“ [10], und fragt: „Was tun?“, verteidigt ihr Redakteur Jochen Bittner, dessen positive Würdigung der NATO-Operationen in Libyen vor drei Jahren unter der Überschrift „Dieser Krieg war gerecht“ erschien, die aktuellen Pläne für die Bildung einer neuen „Speerspitze“ der NATO. In seinem Beitrag heißt es: „Gut, dass die Nato über den Ernstfall nachdenkt.“[11] Der westliche Kriegskurs ist, so scheint es, trotz der fortschreitenden Zerstörung ganzer Staaten durch NATO-Interventionen nicht aufzuhalten.