Ziel der Anhänger der „Nordkaukasischen Separatistenbewegung“ (NKSB) ist ein von der Russischen Föderation unabhängiger islamischer Staat auf der Grundlage der Scharia, den der gewaltbereite Flügel der NKSB – das „Kaukasische Emirat“ – nicht nur in Tschetschenien, sondern auf dem Gebiet des gesamten Nordkaukasus errichten will.
Der Konflikt hat sich auf benachbarte Regionen, wie z.B. Inguschetien und Dagestan, ausgedehnt und wird zunehmend auch über die Grenzen des Nordkaukasus in die Zentren der Russischen Förderation getragen. Der in Europa lebende Teil der Dias pora, der sich dem nordkaukasischen Widerstand verpflichtet fühlt, betrachtet Europa primär als Rückzugsraum und unterstützt bzw. fördert die Organisation im Nordkaukasus.
Andere islamistische Gruppierungen verfolgen eine breiter
angelegte, legalistische Strategie. Auch sie wollen die Herrschaftsverhältnisse in ihren Herkunftsländern zugunsten eines islamischen Staatswesens ändern. Zugleich zielen sie jedoch mit legalen Mitteln darauf ab, durch politische und gesellschaftliche Einflussnahme ihren Anhängern im Bundesgebiet Freiräume für ein schariakonformes Leben zu schaffen. Auf diese Weise können sie zur Entstehung von Parallelgesellschaften beitragen und Radikalisierungsprozesse initiieren.
Beispielhaft seien hier die „Islamische Gemeinschaft Millî Görüş e.V.“ (IGMG) sowie die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) genannt. Die IGMG ist die mitgliederstärkste islamistische Organisation in Deutschland. Sie ist bestrebt, sich als integrationswillige und auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehende Organisation zu präsentieren. Ihre auf Stärkung der eigenen religiösen und kulturellen Identität und Bewahrung vor einer Assimilation an die deutsche Gesellschaft ausgerichteten Bestrebungen scheinen jedoch geeignet, die Entstehung und Ausbreitung islamistischer Milieus in Deutschland zu fördern.
Die IGD ist die mitgliederstärkste Organisation von Anhängern
der „Muslimbruderschaft“ (MB) in Deutschland.