03.02.2016 - 12:58 [ Informationsstelle Militarisierungs e.V. ]

Über aktuelle Rekrutierungsinstrumente der Bundeswehr

Das Komitee der Rechte für Kinder der Vereinten Nationen war in seinem Überprüfungsbericht vor fast genau zwei Jahren eindeutig. In Abschnitt 77 b heißt es als Empfehlung an die Bundesrepublik, dass diese „alle Formen von Werbekampagnen für die deutschen Streitkräfte, die auf Kinder abzielen, verbietet.“[1] Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten und dessen Mitgliedsorganisationen haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Jedoch – das „Schulferienlager Feldwebel-Boldt-Camp“ in Delitzsch im Sommer 2015 oder die wiederholte bzw. die jetzt dauerhafte Durchführung der Aktion Marine Live! zeigen,[2] dass die Empfehlung der Vereinten Nation nicht umgesetzt wurde. Schon das Wort „Schulferienlager“ zeigt, dass explizit Minderjährige adressiert werden. Vielmehr baut die Bundeswehr immer stärker auf eine breite Palette von Rekrutierungsinstrumenten, um Menschen schon in möglichst jungen Jahren für das Militär zu interessieren, um sie letztlich einmal rekrutiert als Soldat_innen in alle Welt zu schicken.

Jugendliche werden bei diesen Maßnahmen nicht selten selbst als Werbeträger_innen ausgebeutet, wenn sie in Videos oder Berichten der Bundeswehr andere Jugendliche für das Militär begeistern sollen – sogenanntes Peergroup-Marketing