Die Studie nennt auch den Hungerstreik der Kali-Bergarbeiter von 1993 in Bischofferode in Thüringen. Die Arbeiter hielten monatelang ihre Gruben besetzt und konnten nur mit der geballten Anstrengung von ehemaligen FDGB-Gewerkschaftsbürokraten, PDS-Politikern und westdeutschen Gewerkschaftsfunktionären wie Bodo Ramelow, damals HBV-Sekretär und heute thüringischer Ministerpräsident der Linkspartei, zur Aufgabe gezwungen werden.
Zur Rolle von Gewerkschaften, SPD und PDS in dieser Zeit, deren Vertreter für die Studie ebenfalls interviewt wurden, heißt es, es habe eine „pragmatische Kooperation mit seinerzeit zuständigen Treuhand-Vertretern“ gegeben, mit denen man „hinter den Kulissen“ zusammenarbeitete. Und weiter: „Gerade westdeutsche Gewerkschaftsvertreter beschreiben so insgesamt retrospektiv eine charakteristische Doppelrolle als öffentlicher Konfliktgegner und diskreter Kooperationspartner.“
Heute wird das Modell der Treuhand-Anstalt in Griechenland wiederholt. Die von der deutschen Regierung durchgesetzte Privatisierungsbehörde setzt den Ausverkauf aller öffentlichen Einrichtungen in enger Zusammenarbeit mit der angeblich linken Syriza-Regierung durch, die die Linkspartei als ihre Schwesterorganisation betrachtet.