(21. Februar 2013) Verzerrt und an seiner strategischen Zielsetzung vorbei befaßte sich Bild am Sonntag am 27. Januar anhand eines Justizirrtums bzw. Komplotts mit der berüchtigten »Stay behind«-Truppe der NATO, die in Italien »Gladio« (Kurzschwert) hieß. Auch der ZDF-Talk »Markus Lanz« am 14. Februar ging wenig auf die Brisanz des Themas ein, als der 22 Jahre lang unschuldig inhaftierte Giuseppe Gulotta zu Gast war. Dem heute 55jährigen war 1976 die Ermordung von zwei Carabinieri untergeschoben worden. Mit deren Liquidierung sollte ein »Gladio«-Waffentransport vertuscht werden (siehe unten und jW vom 16./17. Februar). Eine der spektakulärsten »Stay behind«-Operationen in Italien war im Frühjahr 1978 die Entführung und Ermordung des christdemokratischen Parteiführers Aldo Moro. Daß »Gladio« im Geflecht von NATO, CIA und den italienischen Partnerdiensten Regie führte, wurde freilich erst 1991 nach seiner Aufdeckung bekannt.