19.04.2012 - 01:12 [ DESY ]

Südpol-Teleskop liefert überraschenden Befund zu kosmischen Super-Beschleunigern – Beobachtung stellt Theorie zum Ursprung der Kosmischen Strahlung auf den Prüfstand

Die stärksten Teilchenbeschleuniger finden sich nicht auf der Erde, sondern im Weltall: Aus dem Kosmos prasseln subatomare Teilchen auf die Erdatmosphäre, die noch millionenfach höhere Energie haben als jene im Large Hadron Collider (LHC), dem stärksten Beschleuniger der Erde. Auf welche Weise diese sogenannte kosmische Teilchenstrahlung so stark beschleunigt wird, ist allerdings noch weitgehend rätselhaft. Mit dem weltgrößten Neutrino-Teleskop IceCube in der Antarktis haben Forscher eine der vermuteten Arten kosmischer Super-Beschleuniger untersucht und festgestellt, dass sie möglicherweise doch nicht für die energiereichsten Teilchen verantwortlich sind. Damit wird eine der beiden führenden Hypothesen zum Ursprung der höchstenergetischen kosmischen Teilchen infrage gestellt, wie das internationale Forscherteam um Hauptautor Nathan Whitehorn von der Universität von Wisconsin (USA) im britischen Fachjournal „Nature“ berichtet. An der Forschung mit IceCube sind rund 40 Institute aus zehn Ländern beteiligt, darunter neun Institute aus Deutschland.