Da gibt es ein Großprojekt S21 – und ebenso sicher wie skandalös ist, dieses Projekt ist seit knapp drei Jahren ohne gültige neue Vertragsbasis, die selbst Bahnchef Grube für nötig gehalten hat. „Das Rätsel der Sprechklausel“ – so der Titel des abrufbaren Gutachtens der Juristen zu S21 – hat die Projektpartner in eine Illusion versinken lassen, man könne sich durch pures Weiterwursteln daran vorbeimogeln, dass dieses Großprojekt ohne insgesamt gültige Vertragsbasis genau genommen rechtlich und finanziell gescheitert ist. Aber Stadt und Land lassen S21 mit wahrscheinlich zweistelliger Milliardenhöhe, mit grauenvollen Mängeln und Risiken uferlos dahintreiben. Mario Barth hat gekonnt herübergebracht: Stuttgart 21 ist schlimmer als der Berliner Flughafen, S21 ist unübertroffen chaotisch als Verkleinerung und Verschlechterung der Verkehrsleistung und gefährlich als Todesfalle durch fehlenden Brandschutz und sechsfach überhöhte Gleisneigung und S21 ist spitze im sinnlosen Verschleudern von mutmaßlich über zehn Milliarden Euro Steuergeldern, die an anderer Stelle fehlen. Jetzt kommt die Wahrheit mit kräftigem Schub ans Licht.