10.08.2015 - 23:55 [ German Foreign Policy ]

Schatztruhe Tiefsee

Die bundesdeutschen Firmen wollen sich beim Tiefsee-Bergbau vor allem als Anbieter „nachhaltiger“ Lösungen etablieren. „Sollte es Deutschland gelingen, die umweltschonende Förderung von marinen Rohstoffen in einem wirtschaftlichen Gesamtprozess abzubilden und eventuell sogar die Technologie-Führerschaft zu erlangen, würde das der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb um Rohstoffe zu einer besonderen Stellung verhelfen“, erklärt der „Bundesverband der deutschen Industrie“ (BDI).[8] Allerdings gibt es keine Verfahren, die ohne Auswirkungen auf die marinen Lebensräume bleiben. So erwarten Forscher etwa vom Manganknollen-Abbau eine Schädigung der Fauna auf dem Meeresgrund in großem Ausmaß: Bei einer Förderquote von zwei Millionen Tonnen pro Jahr beträgt der Flächenfraß rund 200 Quadratkilometer. Die Biotope regenerieren sich zwar wieder, aber nur über lange Zeiträume hinweg und zudem in veränderter Zusammensetzung der Arten. Eine zusätzliche Belastung für die Tiere und Pflanzen stellen die durch den Abbau der Rohstoffe entstehenden Sedimentwolken und die Schadstoffe dar, die Schiffe und Plattformen produzieren. Während Verbände wie „Brot für die Welt“, Greenpeace und „Medico International“ deshalb ein Moratorium für den Tiefsee-Bergbau fordern, sieht die Meerestechnologie-Branche die Notwendigkeit, „durch ein gezieltes Marketing“ zu versuchen, der „Bevölkerung ihre Skepsis gegenüber dem Tiefsee-Bergbau“ zu nehmen.[9]
Konflikt-Potenzial
Darüber hinaus schließen Experten internationale Machtkämpfe um die Tiefsee-Rohstoffe nicht aus. Bereits 2012 hieß es in einer Buchpublikation, aus der weltweiten Konkurrenz um Manganknollen und andere Rohstoffe der Tiefsee könnten sich gravierende Konflikte entwickeln