Die russische Regierung hat nach der massiv vom Westen unterstützten Protestwelle vom Winter 2011/2012 im Mai 2012 Maßnahmen in die Wege geleitet, die, wie es in einer Stellungnahme aus der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) heißt, „gegen westliche Einflüsse gerichtet“ sind. So ist damals nicht nur das Demonstrationsrecht verschärft worden; auch müssen sich inzwischen tatsächliche oder angebliche Nichtregierungsorganisationen, die aus dem Ausland Geld für politische Tätigkeiten erhalten, als „ausländische Agenten“ registrieren lassen. Entsprechende Gesetzesvorschriften treffen unter anderem parteinahe deutsche Stiftungen, die sich seither regelmäßig über harte Repression in Russland beklagen. Worum sich die Auseinandersetzung um die „ausländischen Agenten“ im Kern dreht, zeigt das Beispiel der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) in der Ukraine. Die Stiftung, die auch in Moskau tätig ist, hat in Kiew systematisch den Aufbau einer Oppositionspartei unterstützt, deren Chef Witali Klitschko heute gewalttätige Massenproteste anführt und zur Bildung bewaffneter Bürgerwehren aufruft.[9] Dass die Bundesregierung tatenlos zusähe, würden staatsfinanzierte Organisationen etwa aus Russland den Aufbau einer prorussischen Oppositionspartei in Deutschland oder einem verbündeten Land vorantreiben und es billigen, dass deren Anführer im Rahmen eskalierender Proteste zur Gründung von Milizen aufruft – das kann als ausgeschlossen gelten.