(12.5.2013) Rosa Luxemburg 1911 in „Friedensutopien“:
„Jedes Mal, wo bürgerliche Politiker die Idee des Europäertums, des Zusammenschlusses europäischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die „gelbe Gefahr“, gegen den „schwarzen Weltteil“, gegen die „minderwertigen Rassen“, kurz, es war stets eine imperialistische Mißgeburt“ (…)
Geschrieben drei Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkriegs, ohne den kein zweiter möglich gewesen wäre, finde ich es äußerst bemerkenswert wie groß der Bogen ist, den hundert Jahre später die deutsche paneuropäisch-imperialistisch-marxistische Linke nicht nur um diese Worte Rosa Luxemburgs, sondern um jede relevante Politik macht – zumindest wenn es darum geht irgendetwas besser und nicht immer schlimmer zu machen. Dabei ist erschütternd, wie sich die Probleme gleichen. Nur das zu Rosas Zeiten Sozialisten noch über Kartelle und Magnaten reden konnten, ohne das jemand von linksrechtshintenobenunten „Verschwörungstheorie“ dazwischen keifte, um dann dafür eifrig hechelnd bei einer Rosa-Luxemburg-Stiftung die Hand aufzuhalten.