Am 21. Juli 1973 war Bouchiki zunächst zum Training im Schwimmbad gewesen. Danach gingen er und seine Frau gemeinsam ins Kino, schauten sich den Film Where Eagles Dare an und fuhren mit dem Bus nach Hause. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Wohnung hielt neben ihnen der von Rolf Baehr gefahrene weiße Mazda, aus dem Englesberg und „Tamara“ ausstiegen, während Gerard Lafond im Wagen sitzen blieb. Sie traten auf Bouchiki zu, der nur noch „nein“ sagen konnte, bevor ihn die ersten sechs Schüsse in den Bauch trafen. Bouchiki fiel zu Boden und erhielt zwei Kopfschüsse. Danach schossen die Agenten ihm vor den Augen seiner Frau noch weitere sechs Mal in den Rücken.
Nachspiel: Strafverfolgung und Kompensation
Im Zuge der Fahndung gelang es der norwegischen Polizei am Tag darauf, die Agenten Ærbel und Gladnikoff zu verhaften, als diese das unter eigenem Namen gemietete Fluchtfahrzeug am Osloer Flughafen zurückgeben wollten. Bei ihrer Vernehmung gaben sie die übrigen Mitglieder preis, was zu weiteren vier Verhaftungen und zur Sicherstellung belastender Dokumente sowie zur Entdeckung eines Netzes konspirativer Verstecke führte. Dem Kopf der Gruppe, Harari, sowie den beiden Killern gelang unentdeckt die Flucht nach Israel. Im Prozess gegen die sechs Verhafteten wurde Dorf als einziger freigesprochen, die übrigen zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und fünf Jahren verurteilt. Die Strafen blieben unter den in Norwegen üblichen Mindeststrafen und hatten im übrigen wenig praktische Bedeutung, da alle großzügige Freigangsregelungen genossen und bereits nach 19 bzw. 22 Monaten entlassen und nach Israel abgeschoben wurden. Das norwegische Auslieferungsersuchen für Michael Harari wurde von der israelischen Regierung naturgemäß abgelehnt, was im Ergebnis verhinderte, dass er für die Tat zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Angeblich wurde er nach seinem Abschied aus dem Mossad ein bekannter Söldner, der in Afrika sowie in Zentral- und Südamerika kämpfte.
Erst 1996 entschloss sich die israelische Regierung, eine Entschädigung an die Familie des unschuldigen Opfers Bouchiki zu zahlen, ohne jedoch offiziell die Verantwortung einzugestehen.
Die Tötung Salamehs
Salameh wurde schließlich 1979 durch ein Autobomben-Attentat des Mossad getötet. Dabei starben zwölf unbeteiligte Passanten (nach anderen Angaben gab es vier Tote und zwölf Verletzte).[2] Soweit bekannt, hat sich Salameh nie in Norwegen, geschweige denn in Lillehammer, aufgehalten.
Die Lillehammer-Affäre und die israelische Atombombe
Der Anwalt Annæus Schjødt, der im Prozess zwei der Agenten vertreten und später seine Mandantin Sylvia Rafael geheiratet hatte, veröffentlichte 2004 das Buch Mange liv (Viele Leben). Darin behauptet er, dass der verhaftete Dan Ærbel der norwegischen Regierung Informationen über das israelische Atomwaffenprogramm geliefert habe. Die norwegische Regierung habe sich allerdings entschieden, darüber Stillschweigen zu bewahren, weswegen der israelische Atombombenbesitz erst dreizehn Jahre später bekannt wurde, als sich 1986 Mordechai Vanunu dazu öffentlich äußerte. Als sicher gilt, dass Dan Ærbel unter dem Decknamen Dan Ert als Strohmann Eigner des Schiffes ‚Scheersberg A‘ war, mittels dessen die israelischen Geheimdienste Mossad und Lekem in der „Operation Plumbat“ Material zum Atombombenbau beschafften.