10.04.2015 - 03:57 [ wikipedia ]

Leo Strauss (20.9.1899-18.08.1973)

Strauss spricht sich gegen Max Weber aus, vor allem gegen dessen Forderung einer werturteilsfreien Wissenschaft und seinen „edlen Nihilismus“; stattdessen vertritt Strauss die vor allem durch Radikalisierung von Carl Schmitts Begriff des Politischen gewonnene Überzeugung, die Moderne sei überwindbar.
Strauss‘ Anthropologie ist elitistisch. Er betont unter Berufung auf das Naturrecht (damit vom üblichen Verständnis abweichenden, quasi-naturgesetzlichen Begriff) die naturgegebene Ungleichheit der Menschen – „hierarchische Ordnung der natürlichen Verfassung des Menschen“ nach Platon.
Schon seit seiner frühen Auseinandersetzung mit Spinoza hat er die Überzeugung, dass ein philosophisches Leben nur wenigen vorbehalten ist, während die Menge den Halt der Religion benötigt und in Vorurteilen befangen bleiben muss, um Ruhe und Ordnung zu gewährleisten.
Strauss vertritt eine Hermeneutik, die zwischen exoterischer Präsentation und esoterischer Codierung von Texten unterscheidet, wobei sich die letztere Dimension nur dem kongenialen Leser, den wenigen zur Philosophie Berufenen, erschließe.
Strauss war ein ambitionierter „Netzwerker“; die strategisch angelegte Gründung und Etablierung einer akademischen Schule gehörte mit zu seiner Philosophie.